"Ach, ja", Claudette seufzte
verzückt vor sich hin.
"Liest Du wieder diese
Vampirschlampenromane?", fragte Claude sie.
Claudette schaute von ihrem Buch auf.
"Nenn sie doch nicht immer so," schalt sie ihn sanft. "Es geht
hier um wahrhaftige Liebe."
"Liebe?", fragte er? Vampire
könne doch gar nicht lieben. Sie sind tot und haben kein Herz."
"Natürlich haben sie ein Herz, mein
Schatz, sonst könnte Edward seine Bella doch nicht so tief und innig
lieben, " erwiderte seine Frau. "Und tu nicht so, als hättest Du für
die Liebe nur Verachtung übrig. Ich weiß, dass Du mich liebst. Und zwar mit
jeder Faser Deines Herzens, Du Griesgram. Wir sind Alpha und Omega, Ying und
Yang, sogar unsere Namen weisen darauf hin, dass wir füreinander bestimmt
sind."
Claude schaute seine Frau an. Ja, er liebte
sie, daran gab es keinen Zweifel. Sie brachte ihn zum Lachen, sie machte ihn
glücklich, ohne sie fühlte er sich nur wie ein halber Mensch. Er erinnerte
sich, wie er sie in der Bibliothek getroffen hatte, den Kopf tief über ein Buch
gebeugt und haltlos schluchzend. Er hatte damals gedacht, sie habe Schmerzen
und so hatte er sie angesprochen. Etwas, das so gar nicht seine Art war. Er war Frauen gegenüber stets scheu gewesen,
sie erschienen ihm so unberechenbar, auf der einen Art zart wie eine leichte
Brise im Wind, auf der anderen Seite hart wie Stahl und unbeugsam in ihrem
Willen. Er verliebte sich auf den ersten Blick in sie. Tatsächlich schluchzte
sie damals, weil die Geschichte, welche sie las, so unendlich traurig war und
sie tief berührte. Sie war ein sehr
gefühlvoller Mensch, er wohl eher nicht.



