Ich beginne
die Rezension mit einem Zitat von Seite eins: » Als Witwe darf ich mich nicht
mehr vermählen«, erklärte Richenza spitz. Ein Kaiser hatte die Witwenheirat
verboten, das wusste sie von ihrer Mutter.
»Ich
handelte mit Graf Arnold aus, dass du keine richtige Witwe bist«, antworte er.
Da du vom Nellenburger keine Frucht getragen hast ist eure vielleicht gar nie
ausgeübt worden«.
So
beginnt die Geschichte der Richenza, die im Alter von 19 Jahren mit Ulrich von
Lenceburg verheiratet wird. Es ist ihre zweite Zwangsheirat und nachdem die
erste sehr unglücklich und brutal verlaufen ist, erhofft sie sich von der
zweiten Ehe keine Besserung. Ulrich von Lenceburg sollte ursprünglich Bischoff
werden, wird aber von seinem Bruder, dem Grafen von Lenceburg, aus dem Kloster geholt und
verheiratet. Ulrich ist um einiges jünger als seine zukünftige Frau aber im 11.
Jahrhundert galt man mit 14 Jahren schon durchaus als Mann.
Nach
einer sehr zögerlichen Annäherung kommen sich die zwei sehr unterschiedlichen
Eheleute näher. Sie gehen respektvoll miteinander um und es keimt sogar
Zuneigung auf. Ulrich von Lenceburg ist ein aufrechter Mann, der König Heinrich
IV. treu zu Seite steht. Und obwohl Richenza keine Gräfin ist, schaltet und
waltet sie auf der Lenzburg bald nach eigenem Gutdünken.
