Carl Kolhoff ist ein alter
Mann, festgefahren in seiner täglichen Routine. Veränderungen sind ihm ein
Gräuel, der Fortschritt ist an ihm vorbeigelaufen. Er ist ein ehemaliger
Buchhändler, Bücher sind seine Liebe und seine Leidenschaft, mit ihnen hat er
sein ganzes Leben verbracht.
Jetzt, im Alter, bringt er den
Kunden der Buchhandlung „am Stadttor“ bestellte Bücher nach Hause. Auf dem
täglich selben Weg, in der stets gleichen Reihenfolge besucht er diese teils
seltsamen Kunden, denen er passende Namen von Charakteren aus seinen
Lieblingsbücher gegeben hat. Da gibt es einen Mr. Darcy, der in einem protzigen
Haus einsam vor sich hinlebt, da gibt es eine Frau Langstrumpf, die sich
tägliche seltsame Zitate für ihn einfallen lässt oder eine Effie Briest, die
eine unglückliche Ehe führt.
Dann geschah es! Zitat von
Seite 36: Plötzlich spazierte ein kleines Mädchen mit dunklen Locken an Carls
Seite und passte die Schritte an seine an.
Mit dem Auftauchen der
nervtötend plappernden neunjährigen Sascha verändert sich Carls Leben und das
seiner Kunden von Grund auf.
Kommentar:
Was soll man zu so einem Buch
sagen? Es handelt von Büchern, von der Liebe zu Büchern und von Menschen, die Bücher lieben. Ich
könnte so viele wunderbare Zitate aus diesem Buch hier in die Rezension
einfügen aber dann müsste ich das das
halbe Buch zitieren.
Carsten Henn ist hier etwas
herzerwärmendes und Wunderschönes gelungen: Ein Buch, eine Geschichte, in der
man sich komplett verlieren kann.
Ende der 60er Jahre. Die Witwe Irene
Beaudoire verbringt ihren Lebensabend damit, heimatlosen und verwahrlosten
Tieren eine Heimat zu geben. Ihr Mann Frederic ist im ersten Weltkrieg
gefallen, ihre Tochter ist fortgezogen, so bleiben ihr nur ihre Katze Bavette
und ihre Erinnerungen.
Als ihr Mann nicht aus dem Krieg zurück
kam wollte Irenes Vater sie zwingen, erneut zu heiraten. Doch Irene weigerte
sich, studierte Lehramt und unterrichtete bis zu ihrer Rente Geschichte am
örtlichen Lyzeum.
Irene ist eine rationale Frau, die mit
beiden Beinen fest im Leben steht. Nur wenn der Vollmond am Himmel strahlt und
es leicht regnet, geht sie hinaus um die Mondscheinbrücke zu betrachten. Es
geht die Legende, wenn das Licht des Mondes sich in den Regentropfen spiegelt
bildet sich ein Mondbogen und es kommen Tiere aus einer anderen Welt zu
uns. Irene weiß natürlich das dies nur
eine Legende ist, bis eines Tages ein Rabe neben ihr Platz nimmt, der ein
Medaillon um den Hals trägt. Irene öffnet neugierig das Schmuckstück und damit
ändert sich ihr Leben.
NSA von Andreas Eschbach
Helene Bodenkamp weiß nicht so recht,
was sie sich für ihre Zukunft wünscht. In der Schule belegt sie, mangels
anderer Interessen, einen Programmierkurs und es stellt sich heraus, dass die
junge Frau über eine regelrechte Begabung verfügt. Bei einem deutschlandweiten
Programmierwettbewerb belegt sie den zweiten Platz.
Als sie ihren Abschluss in der Tasche
hat bekommt Helene einen Brief von der NSA. Dahinter verbirgt sich das Amt für
nationale Sicherheit, ein Amt, das kaum einem Deutschen bekannt ist und das
eher im Geheimen operiert. Sie bieten der jungen Frau einen Job an, sie haben
den Werdegang Helenes von Anfang an verfolgt.
Um nicht zu Hause bleiben und als
arische Zuchtstute auf dem Heiratsmarkt angeboten zu werden, nimmt Helene die
Tätigkeit in der NSA auf und erstellt auf Anforderung der Analysten hin diverse
Programme. Sie weiß nicht, für was diese Programme verwendet werden und es ist
ihr auch egal.
Als eines Tages Heinrich Himmler dem Amt
seinen Besuch ankündigt, ist ihr besonderes Talent gefordert, denn das Amt muss
seine Daseinsberechtigung unter Beweis stellen, um nicht der SS angegliedert zu
werden.
Als Helene bei der Demonstration eines ihrer
Programme dabei ist erkennt sie endlich, zu was diese verwendet werden, ihr werden
sprichwörtlich die Augen geöffnet. Von nun an versucht sie mit allen Mitteln,
ihre Freunde und ihren Geliebten vor der Entdeckung durch die SS zu
schützen.
Der Mäuserich Matteo klopft gerne freche
und große Sprüche, was ihn bei den anderen Mäusen sehr unbeliebt macht. Denn
auf diese Sprüche folgen leider nie Taten und so gilt Matteo bald als
Sprücheklopfer, den niemand ernst nehmen kann. Als die Maus Miranda im Mäusebau
Schutz sucht, verspricht ihr Matteo ihr ein behagliches Nest und goldene Nüsse. Alle anderen Mäuse
warnen Miranda, dem Großmaul und Sprücheklopfer zu glauben aber sie vertraut
Matteo. Nun muss er beweisen, dass er mehr kann als nur anzugeben.
Kommentar:
Ich habe von Dorothea Flechsig schon
sehr viele Kinderbücher gelesen und ich finde ihre Geschichten jedes Mal sehr schön. Dieses
Buch ist für das Erstlesealter. Die Schrift ist entsprechend groß und die
Geschichte umfasst nur 106 Seiten. Aber trotz der Kürze liegt sehr viel Spannung
und auch lehrreiches in dieser
liebevollen Erzählung. Christian Puille hat wundervolle Illustration
beigesteuert, so dass die Geschichte auch bildlich Eindruck macht.
Die Bücher von Nick Hornby, da ist es schwierig eines auszuwählen. Ich nehme als Beispiel the long way down. Man kann sich einfach nicht in Ruhe umbringen, wenn andere dabei
zusehen. Und so kommt es, dass die vier Lebensmüden, die sich Silvester
auf dem Dach eines Hochhauses begegnen, nicht springen, sondern sich
gegenseitig ihre Geschichten erzählen: die Hausfrau Maureen, der
Talkmaster Martin, das Mädchen Jess und der Musiker JJ. Die vier
verabreden, mit dem finalen Sprung zu warten. So findet eine Gruppe von
Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und die
einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen
Die Bücher von Carlos Ruiz Zafon, auch hier ist es schweirig eines auszuwählen.
Seine Spreche ist wunderschön und poetisch
Marina von Carlos Ruis Zafon
Jetzt habe
ich das Buch vor zwei Tagen beendet und weiß immer noch nicht so recht, wie ich
die Rezension dazu schreiben soll. Eine Inhaltsangabe möchte ich nicht
schreiben. Was der Autor in wunderbaren Wort beschreibt, macht mich sprachlos
und unfähig, die Handlung in eigene Worte zu fassen. Ein Lob auch an den
Übersetzer, der es geschafft hat, die Dichte und Atmosphäre des Romans in
unsere Sprache zu übertragen. Als Beispiel:“ ..war ich überzeugt, dass dies der
seltsamste Tag meines Lebens gewesen war. Aber hätte ich eine Karte für eine
Wiederholung kaufen können, ich hätte es ohne zu zögern getan“….ich könnte das
halbe Buch zitieren, so wunderbare Sätze finden sich darin.
Ich kannte
bisher kein Buch von Zafon. Die Leseprobe war wunderschön, sprachlich mehr als
beeindruckend und wirkte wie ein warmer Frühlingsregen.
Genau so
fing das Buch auch an. Oscar trifft Marina und diese Begegnung wird sein Leben
für immer verändern.
Ich kenne niemanden, der das folgende Buch doof fand:
Linus
Baker ist der personifizierte, klassische
Bürokrat. Seine Aufgabe ist es, Waisenhäuser zu kontrollieren, um zu
sehen, ob
die dort untergebrachten, magisch begabten Kinder gut behandelt werden.
Er kann
die „Vorgaben und Verordnungen“ seiner Behörde fast auswendig und er
hält sich strikt an dieses
Regelwerk. Emotionen oder eine persönliche Meinung verbietet er sich.
Lässt er ein Waisenhaus schließen, kümmert er sich nicht um die
Konsequenzen für die Bewohner, denn das betrifft seinen Aufgabenbereich
nicht
mehr.
Eines Tages wird er zum „Allerhöchsten
Management“ gerufen. Seine Korrektheit, seine Objektivität und Neutralität machen
ihn zu dem geeigneten Prüfer für ein abgelegenes Waisenhaus auf einer einsamen
Insel. Linus Baker soll sich dort vier Wochen einquartieren und wöchentlich
über die dortigen Abläufe Bericht erstatten, um dann zu entscheiden, ob das Haus
geschlossen werden soll.
Linus muss seine Komfortzone verlassen und in
die Welt hinaus. Er ist sehr unglücklich über die Entscheidung, ihn an das Ende
der Welt zu schicken aber er ist sich sicher, seine Arbeit auch dort korrekt und
unparteiisch verrichten zu können. Doch was ein 40jähriger, der seinen Wohnort
nie verlassen hat, schon von der großen, weiten Welt?
das Buch habe ich schon zwei Mal gelesen aber keine Rezension dazu verfasst. Das hat mich schlichtweg überfordert, Es passiert so viel und es ist so verrückt, tragisch, phantastisch, skurril und wunderschön. Man muss sich darauf einlassen.
In Chickentown, einer ländlichen Kleinstadt in Minnesota, hat
Candy sich schon immer fehl am Platz gefühlt. Als sie sich dann auch
noch mit ihrer Lehrerin überwirft, beschließt sie, der Schule und allem
anderen den Rücken zu kehren. Dass ihr Weg sie allerdings nach Abarat
führt, damit hat Candy nicht gerechnet. Trotz der sehr ungewöhlichen
Bewohner, der guten Feen, bösen Zauberer und gefährlichen Seeungeheuer,
scheint Candy die magische Insellandschaft Abarat merkwürdig vertraut.
Doch nicht jeder freut sich über ihre Ankunft dort, und schon bald ist
Candy auf der Flucht vor dem finsteren Fürsten der Mitternacht.
S.E.N.S.E bedeutet „sofortige
Entnahme neuer Sterbender Einheiten. Der Tod muss pünktlich, genau und effektiv
sein. Rational, ohne sich über die Sterbenden Gedanken zu machen. Sein Job ist
es, die Sterbenden zu begleiten und zu führen. Nichts sonst. Als der Tod, der
Niklas Berger zugeteilt wird, aufgrund eines Bandenscheibenvorfalls ineffizient
wird und seinen Auftrag nicht, wie sonst, korrekt und zeitnah ausführen kann, wird er seines Amtes enthoben. Es muss
schnellstmöglich ein Ersatz her, denn die Entnahme duldet keinen Aufschub und
keine Verzögerung. Also was liegt näher, als Niklas Berger den Job zu
übertragen? Niklas liegt in Koma und ist
somit der ideale Kandidat für die vakante Stelle. Natürlich wird er nicht gefragt,
ob der den Job überhaupt annehmen möchte, eine Ablehnung führt zu einem
sofortigen Übergang.
Also bleibt Nicklas nichts
anderes übrig, als die Aufgabe zu übernehmen. Widerwillig, noch voller
Emotionen und mit der Hoffnung, dass er eines Tages aus seinem Koma erwachen
kann.
Kommentar:
Mir fällt es schwer, zu diesem
Buch etwas zu sagen. Während des Lesens hatte ich immer den Gedanken im Kopf:
Das ist wie bei den Borg. Kurze, knappe Sätze, die keinen Spielraum offen
lassen für Gefühle oder eigene Gedanken.
Hier ein Beispiel, das es
verdeutlicht:
Support: „Der Übergang ist
terminiert.“
NIklas: „Dann verschiebt den
Endpunkt.“
Support: „Endpunkte sind nicht
verhandelbar.“
Hallo Petra,
AntwortenLöschenhm, Klassiker da liegt die Benennung immer im Auge des Betrachters und seiner Vorlieben......augenzwickern...
Erebos......von Ursula Pozanki...gehört da eindeutig dazu, für mich.Denn eine neue Sache weckt immer Wünsche/Sehnsüchte....jeder möchte gerne Teil einer Gruppe sein und was ist man bereit dafür zu opfern.
Der Report der Magd........Frauen/Unterdrückung/Reduzierung/Macht
Vollendet..........Neal Shuterman........Unterdrückung/Rechtlos auch im Jugendbereich möglich/medizinische Fortschritt Organspende pro/kontra/gesellschaftliche Abdeckung für bestimmte Methoden/Strafe/Härte gegen Unwillige.
Das sind alles Sachen, die es immer wieder im Leben/Zusammenleben geben wird.
LG...Karin..
Hallo liebe Petra!
AntwortenLöschenIch hatte gedacht, dass du vielleicht aussetzt, weil du ja schon angedeutet hast, dass das Thema dir nicht so liegt. Schön dass du dennoch ein Liste zusammengestellt hast. Die oben im Text erwähnten zählen ja an sich schon als Klassiker, deswegen hab ich eine zeitliche Grenze gemacht damit eher "neuere" Bücher in die Auswahl kommen.
Eschbach hab ich auch dabei und NSA ist definitiv ebenfalls eine gute Wahl, weil er hier ein brisantes Thema richtig spannend neu definiert hat.
Der Buchspazierer ist eine wunderschöne Geschichte, ebenso wie Der Gesang der Flusskrebse - die könnte ich mir auch als Klassiker in der Zukunft vorstellen.
Von Zafon gilt ja "Der Name des Windes" auch schon als Klassiker oder täusche ich mich? Ich bin mir nicht sicher ...
T. J. Klune mag ich ja auch gerne, und auch die anderen, die du genannt hast, haben viel Potenzial. Du hast eine tolle Liste zusammen gestellt :)
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo Petra,
AntwortenLöschenauf deine Liste war ich sehr gespannt und bin sehr überrascht, da wir zwei Bücher gemeinsam haben! Na, wenn das nicht für sich spricht!
Bei mir finden sich auch "Mr. Parnassus" und die Flusskrebse! Von Ruiz Zafón habe ich ein anderes Buch auf der Liste, da ich "Marina" noch nicht gelesen habe.
Meine Liste findest du hier: https://smartiswelten.blogspot.com/2026/05/ttt-10-potenzielle-zukunftige-klassiker.html
Liebe Grüße,
Sandra
Hallo Petra,
AntwortenLöschenvon deiner Auswahl kenne ich nur die Flusskrebse. Die fand ich ebenfalls klasse.
Meine Liste: https://buchgarten.wordpress.com/2026/05/21/was-glaubst-du-welche-10-aktuellen-bucher-der-letzten-30-jahre-die-du-kennst-konnten-in-zukunft-zu-einem-klassiker-werden-toptenthursday/
Liebe Grüße
Tanja