29 Mai 2016

Bannkrieger von Bernd Frenz



Rorn ist ein junger Schmied, der abseits der Wege in einem kleinen Dorf lebt. Sein Lebensweg scheint vorgezeichnet, er wird Nele, seine große Liebe heiraten und die Schmiede seines Vaters übernehmen.
Doch eines Tages wendet sich sein Schicksal. Als er im Wald auf der Jagd ist, begegnet ihm eine Reitergruppe auf der Flucht. Es handelt sich um die Jadeträgerin des Reiches, ihrem Hofmagier und ihrer Leibwache. Sie sind auf der Flucht vor iskandischen Angreifern, welche die Jadeträgerin gefangen nehmen möchten. Sie gebietet über die mächtige Schattenjade, bewahrt das Reich Baros vor Unheil und Schäden und sie sorgt für eine gute und reiche Ernte. Das Volk der Iskander, das in Armut lebt und jedes Jahr nur Missernten einbringt, gibt die Schuld an ihrem Unglück der jungen Frau. Sie möchten ihre Macht brechen sowie ihr vor Augen führen, wie negativ sich ihre Magie auf andere Länder außer Baros auswirkt. Bisher hatten die Iskander der Macht aus Baros nichts entgegen zu setzen aber nun ist es ihren Schamanen gelungen eine uralte Macht zum Leben zu erwecken, die sie in ihrem Kampf unterstützt.
Rorn wird in diesen Kampf verstrickt, als er der jungen Frau zur Flucht verhilft. Auf ihrer Flucht verliert sie einen der Ringe aus Schattenjade, den Rorn findet und seiner Verlobten schenkt. Die Verfolger, die der Macht der Schattenjade folgen, halten nun Nele für die Jadeträgerin und machen das Dorf dem Erdboden gleich. Rorn, der als einziger den Angriff überlebt, schmiedet aus dem Ring ein mächtiges Schwert, dass durch den Bann der Hexe Hatra ein eigenes Leben entwickelt und Rorn zu einem fast unbesiegbaren Kämpfer macht. Er begibt sich in die Hauptstadt des Reiches, um den König vor der neuen Macht der Iskander zu warnen und gleichzeitig Rache an der Jadeträgerin zu nehmen.
Kommentar:
Wir haben hier wieder eine Geschichte eines jungen Mannes, der unschuldig in einen Kampf der Mächte verstrickt wird und der sich zu einem mächtigen Krieger und legendären Helden entwickelt.
Nicht innovativ aber von Bern Frenz gut umgesetzt. Die Hauptfiguren wie Rorn, die Kämpferin Ptah und auch der Iskander Alvin sind durchaus gelungen charakterisiert, nicht nur eindimensional sondern ambivalent. Gerade Alvin muss im Laufe der Geschichte erkennen, dass er nicht unbedingt auf der richtigen Seite steht und Verzweiflung nicht in sinnlose Gewalt münden darf. Er ist das Gewissen dieser Geschichte, die nicht nur schwarz und weiß zeigt, sondern Taten und Handlungen der einzelnen Personen hinterfragt. Wie schon in der Trilogie über die Orks haben wir hier Protagonisten, die ihre Handlungen durchdenken. Als Rorn erkennt, dass Alvin und er einen gemeinsamen Feind haben, erkennen und akzeptieren beide Kämpfer, dass sie nur zusammen einen Erfolg erzielen können und lassen ihre Streitigkeiten hinter sich. Rorn hat durchaus Potenzial und aus dem einfachen, naiven jungen Mann wir eine Persönlichkeit, die in der Welt bestehen kann. Er verliert alles, doch er gibt sich nicht sinnloser Gewalt hin und mordet und metzelt, wie zum Beispiel Prinz Jorg in dem Buch „der Prinz der Dunkelheit“. Sondern er bleibt ein liebenswürdiger und ernst zu nehmender Charakter.
Das Cover ist in einem sehr schönen blau gehalten und die einsam auf einem Fels stehende Figur weckt das Interesse des Lesers. Für die Illustrationen ist wieder Peter Bergting verantwortlich der auch das gefällige Cover des zweiten Bandes gestaltet hat. Ich habe Band zwei als erstes gelesen, da mir nicht bewusst war, dass es sich um eine Serie handelt. Man kann aber beide Bände durchaus getrennt lesen. Die Geschichten sind abgeschlossen und können für sich alleine stehen. Innen findet der Leser eine Karte der Stadt Greifenstein, dem Herrschersitz des Königs, sowie ein Personenregister, ein schöner Service des Autors an den Kunden. Und wie schon Band zwei, schließt auch dieses Buch mit einer zusätzlichen Kurzgeschichte ab, die Lust auf mehr macht.
Fazit:
Ich hoffe, dass Bernd Frenz noch viele Abenteuer über den Krieger Rorn und den Iskander Alvin schreibt.
Eine spannende Geschichte, ein schön gestaltetes Buch und sympathische Helden. Alles, was das Herz des Fantasyfans begehrt.
9 von 10 Sternen
Titel: Bannkrieger
Reihe: Bannkrieger Band 1
Autor: Bernd Frenz
Verlag: Blanvalet, TB, 510 Seiten
978-3442268078

Bannstreiter von Bernd Frenz



Das Buch besteht aus zwei Geschichten in unterschiedlichen Zeitebenen, die erst gegen Ende zusammen finden.
Vergangenheit:
Die bekannte Welt wird von den mächtigen und unbesiegbaren Zyklopen beherrscht. Sie leben unnahbar in ihren gewaltigen Türmen und betrachten von dort das Universum. Sobald sich eine neue Spezies entwickelt und den Herrschaftsanspruch der Zyklopen in Frage stellt, wird diese neue Rasse gnadenlos bekämpft und eliminiert.
Die "Leu" sind ein junges, starkes und aufstrebendes Volk. Durch ein Bündnis mit den Magiern des Schlangenvolkes verwandeln sich die Leu in Greifen und beherrschen somit auch den Luftraum. Sie werden den Zyklopen ebenbürtig und die hohen Türme stellen nun kein Hindernis bei einem Angriff mehr dar. Doch die Magier spielen ein eigenes Spiel und der König der Leu muss bald erfahren, dass ein Sieg alleine nicht ausreicht um die Macht an sich zu reißen.
Gegenwart:
Aus dem jungen, unbedachten und ungestümen jungen Mann ist ein reifer und erfahrener Krieger geworden. Rorn versucht mit dem Bannfluch der Hexe Harta ein halbwegs normales Leben zu führen. Er ist einsam, denn alle Menschen, die sich mit ihm einlassen, kommen alsbald zu Tode. Als er der talentierten Hexe Venea begegnet lehnt Rorn die junge Frau erst ab, da sie die Jademagie nutzt um ihre Zauber zu wirken. Durch den Sieg über die Jademeister hat Rorn allerdings das Gefüge der Macht gestört und uraltes Böses macht sich bereit, zurück in die Welt zu kommen. Also entschließt er sich zu einem Bündnis mit den Hexen und ihre Schattenmutter. Mit von der Partie sind wieder die beiden Iskander Alvin und Bornus, die mittlerweile Besitzer einer Schänke sind. Doch das träge Leben behagt den beiden nicht und nur zu gerne stürzen sie sich an der Seite von Rorn in den fast aussichtslosen Kampf.
Kommentar:
Auch wenn man den ersten Band um den Schattenkrieger Rorn nicht gelesen hat schmälert das keineswegs den Genuss. Der Autor katapultiert den Leser mitten in das Geschehen, ohne lange Vorrede und ohne langen Rückblick. Der Rest der Geschichte erschließt sich während des Lesens. Hinter dem Bannfluch steckt ein Plan, den Harta über Jahrhunderte ausgeheckt hat. Denn nur ein unbesiegbarer Kämpfer kann gegen das Böse antreten das die Welt bedroht. Rorn ist mittlerweile ein berühmter und erfahrener Kämpfer. Der Leser kann diese Entwicklung sehr gut nachvollziehen. Es wird nichts überstürzt, der Autor lässt seiner Figur viel Zeit zu reifen. Gerade das macht dieses Buch zu etwas besonderem.
Als Gegenpart zu Rorn haben wir den Leu Eonis. Er setzt alles daran, dass sein Volk zu einer führenden Nation aufsteigt. Doch unter der Fuchtel der Zyklopen haben sie keine Chance. So geht er für sein Volk erhebliche Wagnisse ein und schließt einen Pakt mit dem Magier Perc. Dessen Volk wurde vor Äonen von den grauen Riesen besiegt und er sinnt auf Rache. Sowohl Rorn als auch Eonis gewinnen die Sympathie des Lesers. Ihre Handlungen sind nie eigennützig sondern immer zum Besten der Freunde bzw. des Volkes.
Das Buch passt sich optisch dem Bannkrieger an was der Sammler guter Fantasybücher sehr zu schätzen weiß. Das kräftige Rot des Covers und die Zeichnungen der Karten im Inneren sind beide im gleichen Ton gehalten und gefallen dem Auge. Die Namen der Protagonisten sind kurz und prägnant und keine Zungenbrecher, wie in machen anderen Fantasyromanen. Daher prägen sie sich gut ein und die Geschichte lässt sich flüssig und leicht lesen.
Als kleines Schmankerl hat Bernd Frenz dem Buch noch eine Kurzgeschichte beigefügt, die ebenfalls in der Welt von Rorn spielt.
Fazit:
Nach der Trilogie um die Orks hat man große Erwartungen in Bernd Frenz gesetzt. Diese Erwartungen hat der Autor mit den Bänden um den Schattenkrieger Rorn noch übertroffen.
9 von 10 Sternen
Titel: Bannstreiter
Reihe: Bannkrieger Band 2
Autor: Bernd Frenz
Verlag: Blanvalet, TB, 416 Seiten
978-3442268085

28 Mai 2016

Bitterholz - Die Herrschaft der Drachen 1 von James Maxey



Die Menschheit hatte den Gipfel der Zivilisation erreicht. In ihrem Forschungsdrang überschritten sie alle Grenzen und erschufen Wesen, die sie nicht mehr kontrollieren konnten. Bis ihre Bestrebungen letztendlich zu ihrem Untergang führte. Das Wissen um die Technologie ging verloren. Einige Forscher überlebten und zogen sich zurück, sie schufen Atlantis, überließen die Menschheit ihrem Schicksal und behielten fortan ihr Wissen für sich.
Drachen übernahmen die Herrschaft über die Welt und versklavten die Menschen. Alles in allem war es ein Zeitalter des Friedens, da niemand den Kampf gegen die Drachen aufnahm und die Menschen ihr Schicksal zu akzeptieren lernten. Es gab vereinzelte Rebellionen, die jedoch sofort im Keim erstickt wurden.
Nur Bant Bitterholz, ein Mensch, dessen Familie von Drachen getötet wurde und der einst Anführer der Rebellion war, gibt den Kampf gegen die Drachen nicht auf. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht die Erde von den Drachen befreien. Nur ein toter Drache ist ein guter Drache ist sein Motto. Bant wird zu einer Legende. Er wird „der Geist, der tötet“ genannt, er ist ein Mythos, den die Menschen verehren und die Drachen hassen und fürchten. 

Jandra - Die Herrschaft der Drachen Band 2 von James Maxey



Bant Bitterholz hat sein Ziel erreicht doch er merkt das sein Leben nun schal und sinnlos geworden ist. Sein Hass und sein Zorn zehren ihn innerlich auf und er sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben. Er entscheidet sich, Zeekey auf ihrem Weg nach Hause zu begleiten und ihr zu helfen, ihre Eltern zu finden.
Jandra bleibt am Königshof zurück. Sie hat von Vendevorex dessen Kappe übernommen. Diese Kappe beinhaltet eine Technologie aus einem längst vergessenen Zeitalter. Durch Nanotechnologie verbindet sich die Kappe mit Jandras Gehirn und beeinflusst ihre Wahrnehmungsfähigkeit sowie ihren Umgang mit den Naniten. Sie sieht und hört besser, hat eine bessere körperliche Kondition und beherrscht fast alle Elemente. Die Drachen akzeptieren sie als Nachfolgerin des verstorbenen Zauberers und bitten sie um Hilfe bei der Umstrukturierung des Reiches.
Doch Jandra, die durch die Annäherungsversuche seitens Pet stark verunsichert ist, macht sich auf um Bant Bitterholz und Zeekey zu finden. Begleitet wird sie auf ihrem Weg von dem Drachen Hex, einem Bruder von Shandrazel, der aus der Verbannung an den Hof zurückgekehrt ist. Währenddessen bleibt Pet am Königshof und muss erkennen, dass Diplomatie nicht einfach ist.
Als Jandra und Hex die Heimat von Zeekey erreichen müssen sie feststellen, dass das Dorf völlig zerstört wurde. Jeremiah, ein Überlebender und Bruder von Zeekey erzählt den Freunden, dass fremdartige Wesen aus dem inneren der Erde kamen, das Dorf zerstörten und alle Menschen mitgenommen haben. Jandra und Hex finden Bant schwer verletzt in einer Höhle. Er wird von Jeremiah gepflegt. Zeekey ist den Wesen in den Berg gefolgt um ihre Familie zu finden. Jandra heilt Bitterholz und gemeinsam machen sich die Gefährten auf dem kleinen Mädchen zu folgen. Bant und Hex gehen für die Zeit der Suche einen Pakt ein und schieben ihre Feindschaft für das gemeinsame Ziel auf Seite. Im inneren des Berges muss sich Bant seiner Vergangenheit stellen und Jandra sich ihrer Zukunft.
Währendessen eskaliert die Situation am Königshof und die Friedensgespräche scheitern. Die weiblichen Drachen sind gegen jegliche Änderung der Weltordnung und lehnen alle Anträge und jeden Gesetzesentwürfe ab. Pet schließt sich den Rebellen an, die einen Maschinenbauer in ihre Reihen aufgenommen haben. Dieser verschafft den Rebellen einen kleinen Vorteil indem er Waffen erschafft, die erfolgreich gegen die Drachen eingesetzt werden können.
Kommentar:
Auch dieser Band ist eine Mixtur aus Fantasy und Science Fiction. Wir erfahren, woher die Technologie kommt über die Vendevorex verfügte und wir erfahren, wie es zum Untergang der Menschheit kommen konnte.
Es werden seltsame Bündnisse geschlossen und zwei neue Drachen betreten die Bühne, die bei der weiteren Entwicklung der Geschichte eine große Rolle spielen werden.
Hex, ein Sonnendrache und Bruder von Shandrazel. Hex begleitet Jandra auf ihrer Reise und wird ihr Freund. Er denkt nicht in den verknöcherten Strukturen seiner Rasse sondern ist ein Freigeist mit neuen Ideen. Allerdings glaubt er nicht, dass sein Bruder als neuer König eine Chance hat die Welt zu verändern.
Graxen der Graue ist ein Himmelsdrache. Er kam als Mutant der Welt und ist grau statt blau. Er wird von seiner Rasse als minderwertig angesehen und gehänselt und verstoßen. Da er jedoch Shandrazel in dessen Exil unterstützt hat bekommt er nun die Chance als Botschafter des neuen Königs durch die Länder zu Reisen. Dabei muss er auch eine Nachricht in das Nest überbringen. Das Nest ist der Hort der weiblichen Drachen und kein männlicher Drache darf es ohne Genehmigung der Matriarchin betreten. Durch seine Wendigkeit, Schnelligkeit und Klugheit schafft es Graxen, die Wächterinnen des Nestes auszutricksen und seine Botschaft an die Matriarchin zu überbringen. Dabei verliebt er sich in das Drachenweibchen Nadala. Doch Liebe ist bei den Drachen verboten, die Fortpflanzung unterliegt einem strengen Zuchtprogramm, das von der Matriarchin streng überwacht wird. Graxen und Nadala setzen sich über alle Regeln hinweg und hinterfragen öffentlich die alten Gesetze der Drachen.
Dies, die Entdeckungen in der Höhlenwelt und die neuen Ideen Shandrazels über ein gemeinsames Zusammenleben zwischen Menschen und Drachen führen zu einem massiven Umbruch auf der Welt.
Der zweite Band steht dem ersten Band in nichts nach. Meiner Meinung nach ist er sogar spannender. Während in Band eins Bant Bitterholz und seine Rache im Mittelpunkt standen spielen jetzt mehrere Figuren eine wichtige Rolle. Die Geschichte wird komplexer. Es ist nicht mehr nur eine Geschichte über Rache und Hass sondern wir erfahren viel über die Entwicklung der Drachen und ihre Vergangenheit. Wir erfahren, warum es Zusammenbruch der Menschheit kam und warum sie ein Jahrtausend keine Chance hatten sich neu zu entwickeln.
Alte Strukturen müssen aufgebrochen und jahrelanger Hass beiseitegeschoben werden. Das ist nicht einfach und immer wieder gibt es Rückschläge. Ich habe hier nur zwei der vielen Handlungsstränge angerissen ohne weiter auf Pet oder die Rebellen oder dem Mördergott Blasphet einzugehen. Doch auch diese Handlungsstränge werden weitergeführt und streben einem Höhepunkt zu. Das einzige Manko an dem Buch ist eine fehlende Karte um die Reisen der Gefährten besser verfolgen zu können.
Fazit:
Eine spannende Fortsetzung die sprachlich und stilistisch gefällt und Lust auf Band drei macht.

Titel: Jandra (Bitterwood 2, dragonforge)

Reihe: Die Herrschaft der Drachen 2

Übersetzer Susanne Gerold

Autor: James Maxey

Verlag: Blanvalet, Softcover 604 Seiten

ISBN: 978-3442266418

Blasphet-die Herrschaft der Drachen Band 3 von James Maxey



Tausend Jahre in der Zukunft. Die Welt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr. Drachen herrschen über die Erde und sind zur dominanten Spezies aufgestiegen. Die Menschen sind auf den Stand des Mittelalters zurück gefallen, das Wissen um Technologie und Fortschritt gingen verloren.
Doch nun ist eine Zeit des Umbruchs gekommen. Die Menschen fangen an gegen die Drachenherrschaft zu rebellieren. Prediger betreten die Bühne und berichten von einem göttlichen Auftrag und wiegeln die Bevölkerung auf. Der Drang nach Freiheit wird immer größer und tausende Menschen schließen sich der Rebellion an. Ihr erstes Ziel haben die Rebellen erreicht, sie haben Drachenschmiede erobert und besetzt und der Prophet Ragnar leitet von hier aus den Widerstand. Doch Ragnar ist ein verrückter Psychophat ohne Konzept und ohne Plan, der alleine durch seinen Irrglauben geleitet wird. Der Maschinenbauer Burke ist das wahre Herz und der wirkliche Verstand hinter der Rebellion. 

26 Mai 2016

Die Schlacht um das Labyrinth von Rick Riordan



Halbgötter haben es im realen Leben wirklich nicht leicht. Während Percy Jackson im Half-Blood-Camp so etwas wie ein Held ist, agiert er im normalen Leben eher wie ein Versager. Und wieder muss ihm Rachel, eine Sterbliche, das Leben retten. Wie Percys Mutter, kann auch Rachel durch den Nebel sehen, der die Geschöpfe aus der Sagenwelt vor dem menschlichen Auge verbirgt. Bisher wusste sie nicht, was es mit ihren Visionen auf sich hatte. Da sie nun aber Percy mehrmals geholfen hat, weiht der junge Halbgott das Mädchen in die Geheimnisse verborgenen Welt ein.Die anderen Halbgötter sind dagegen, dass Sterbliche in ihre Geheimnisse eingeweiht werden aber Rachel erweist sich noch als große Hilfe im Kampf gegen Kronos.
Luke hat es fast geschafft, den Titanen zum Leben zu erwecken. Mit seinen Mitstreitern ist der Verräter und auf der Suche nach dem Labyrinth des Dädalus. Aus dem Irrgarten führen Türen fast überall hin, auch in das Camp der jungen Halbgötter. Sollte Luke den Faden der Ariadne in seinen Besitz bringen und den Weg durch das Labyrinth finden, kann er das Camp von innen heraus angreifen und die Schutzmaßnahmen umgehen.
Annabeth, Tyson, Grover und Percy müssen nun an vielen Fronten kämpfen, um das Camp und den Olymp zu retten. Die Götter sind dabei keine wirkliche Hilfe, sind sie in ihrer Überheblichkeit doch davon überzeugt, dass sie nicht besiegt werden können.
Kommentar:
Ich habe schon in der Schule einen Faible für griechische Sagen entwickelt und dachte immer, ich kenne mich mit der Materie gut aus. Rick Riordan überzeugt mich immer wieder eines besseren. Neben den bekannten Sagengestalten wie den Minotaurus, Ikarus, Calypso, werden hier Geschöpfe in den Kampf verwickelt, die mir bisher gänzlich unbekannt waren. Allen voran die Empousai, in der Mythologie eine Tochter der Titanin Hekate
Obwohl hier viele Kämpfe stattfinden und viele Tote zu beklagen sind, ist das Buch nicht zu brutal für jugendliche Leser. Immer wieder streut der Autor humorvolle Szenen ein. Vor allem, wenn Percy zwischen zwei Stühlen sitzt und Annabeth eifersüchtig auf Rachel wird. Die Probleme der normalen Jugendlichen bleiben auch den jungen Halbgöttern nicht erspart.
Tyson und Grover sind wieder die treuen Freunde und Begleiter von Percy. Grover befindet sich noch immer auf der Suche nach Pan, die sich als sehr schwierig und zeitraubend erweist. Die alten Satyrn wollen Grover verstoßen doch überraschenderweise unterstützt Dyonisus den jungen Halbgott. Zu dem Trio gesellen sich Annbeth, Rachel und Nico, der Sohn des Gottes Hades. Er ist, wie sein Vater, ein Außenseiter, und hat am Anfang ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Percy. Percy entwickelt seine Fähigkeiten im Umgang mit dem Wasser und wird immer stärker. Diese Kraft braucht er im Kampf gegen Luke und seinen Schergen auch. Noch immer kennt er nicht die ganze Prophezeiung über den Kampf um den Olymp aber sein sechzehnter Geburtstag rückt immer näher und somit auch sein Schicksal.
Die Cover der Serie und auch die Cover der Kane Bücher, sowie die der Helden des Olymp Serie sind sehr bunt und schrill. Aber sie passen zu dem Stil der Bücher und vermitteln sofort einen richtigen Eindruck. Gabriele Haefs ist es sehr gut gelungen, die Stimmung der Bücher in unserer Sprache einzufangen und wiederzugeben. Zum Glück enden die Abenteuer nicht mit den Percy Jackson Bänden. Den Leser erwarten noch mehr Abenteuer der Halbgötter und wer dann noch nicht genug hat, kann sich den Geschwistern Kane zuwenden, die den Halbgöttern hier in nichts nachstehen.
Fazit:
Amüsante und leichte aber lehrreihe Unterhaltung für jung und alt. Ich hatte an diesen Büchern mehr Spaß als an Harry Potter,
7 von 10 Sternen
Titel:  Die Schlacht um das Labyrinth
Reihe: Percy Jackson Band  4
Autor:  Rick Riordan
Verlag:  Carlsen, HC, 432 Seiten
ISBN: 978-3551311566