09 Juli 2026

Top Ten Thursday 09.07.2026 - Zeige uns deine 10 buchigen Highlights aus dem 1. Halbjahr

In sechs Monaten zehn Highlights? Das ist schon eine Herausforderung. Aber ich habe in 2026 bisher wirklich wunderbare Bücher gelesen. Vor allem die non - fantasy haben es mir dabei angetan.

das Buch habe ich zwar letzte Woche schon genannt aber was solls.
Es ist Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Die kleine Kya lebt mit ihrer Familie in den Marschlanden, nahe der Küstenstadt Barkley Cove. Ihr Vater ist ein gewalttätiger Alkoholiker, der seiner Frau einmal den Himmel auf Erden versprochen hatte. Bekommen hat sie eine Hölle.
Als Kya sechs Jahre alt ist, verlässt die Mutter die Familie.  Das kleine Mädchen steht Monate lang jeden Abend an der Tür der verrotteten Hütte, die sie ihr zuhause nennt, und wartet auf die Rückkehr der Mutter. Doch diese bleibt fort.
Nach und nach verlassen auch die Geschwister die Marschlanden. Als letztes ihr Lieblingsbruder Jodie, der ihr noch Tipps gibt, wie sie die Anzeichen erkennen kann, dass der Vater zur Gewalt greifen wird, und wie sie dem brutalen Vater aus dem Weg gehen kann.
Dann geht auch Jodie und das kleine Mädchen bleibt alleine mit dem Vater zurück. Isoliert von der Welt, einsam, lernt sie die Marschlanden und ihre tierischen Bewohner zu lieben. Sie kann weder lesen noch schreiben, doch sie kennt alle Tier und Pflanzen beim Namen. Sie führt dem Vater den Haushalt und lernt zu kochen, zu waschen und zu putzen. Ihre ersten Versuche fordern den Zorn des Vaters heraus aber es gibt auch rührenden Momente der Annäherung.
Sie muss mit dem Veteranenscheck des Vaters auskommen, um ihn und sich selbst durch das Leben zu bringen. Ihr erster Ausflug in die Stadt ist für sie ein Kampf, hat sie doch nie gelernt, ihre Wünsche zu äußern oder sich mit fremden Menschen zu unterhalten. Sie kennt den Wert der Münzen nicht und hat keine Ahnung, wieviel etwas kostet. Die aufdringlichen Fragen der Verkäuferin verunsichern sie und die Hänseleien der Einwohner kränken sie, so dass sie sich immer mehr zurückzieht.
 
auch dieses Buch habe ich letzte Woche schon genannt.
Sommer 1985. Sam ist fünfzehn. Kein Kind mehr aber auch noch nicht erwachsen. Er ist ein Außenseiter, ist unsicher, gehemmt und hat Angstzustände. Er ist zu klein, zu schmächtig, das ideale Opfer für Hänseleien. Doch der Sommer 1985 ändert alles.
Um nicht nach Kansas geschickt zu werden, zu seiner Tante Eileen und ihren nervigen, mobbenden Söhnen, nimmt Sam einen Job im Kino an. Dort trifft er auf Kristie, Cameron und Hightower. Die drei sind älter als er, ein eingeschworenes Team. Aber auch sie haben alle ihre Macken und Geheimnisse, daher sehen sie in Sam keinen Freak oder Außenseiter, sondern nehmen ihn ihre Mitte auf.
Für Sam werden sie sein Halt, denn seine Mutter ist schwer krank und diese Krankheit hängt wie ein Damoklesschwert über der Familie. Sein Vater spricht kaum mit ihm und seine Schwester Jean geht schon seit langen ihre eigenen Wege und hat das Elternhaus verlassen. So bleibt Sam alleine mit seinen Ängsten und Gefühlen, bis er das Trio kennenlernt.
Natürlich klingt der Klappentext besser als meine unbeholfene Zusammenfassung. Und er gibt keineswegs wieder, welche Gefühle dieses Buch in mir geweckt hat. Es ist meine Zeit, es sind meine Filme und Songs, die in diesem Buch erwähnt werden. Zwar war ich 1985 schon etwas älter aber trotzdem habe ich vieles wiedererkannt.  Dominik Wells beschreibt die 80er so, als wäre er dabei gewesen. Ich dachte: „ So etwas kann nur jemand schreiben, der diese unglaubliche Zeit selber erlebt hat.“
 
S.E.N.S.E bedeutet „sofortige Entnahme neuer Sterbender Einheiten. Der Tod muss pünktlich, genau und effektiv sein. Rational, ohne sich über die Sterbenden Gedanken zu machen. Sein Job ist es, die Sterbenden zu begleiten und zu führen. Nichts sonst. Als der Tod, der Niklas Berger zugeteilt wird, aufgrund eines Bandenscheibenvorfalls ineffizient wird und seinen Auftrag nicht, wie sonst, korrekt und zeitnah ausführen kann,  wird er seines Amtes enthoben. Es muss schnellstmöglich ein Ersatz her, denn die Entnahme duldet keinen Aufschub und keine Verzögerung. Also was liegt näher, als Niklas Berger den Job zu übertragen?  Niklas liegt in Koma und ist somit der ideale Kandidat für die vakante Stelle. Natürlich wird er nicht gefragt, ob der den Job überhaupt annehmen möchte, eine Ablehnung führt zu einem sofortigen Übergang.
Also bleibt Nicklas nichts anderes übrig, als die Aufgabe zu übernehmen. Widerwillig, noch voller Emotionen und mit der Hoffnung, dass er eines Tages aus seinem Koma erwachen kann. 
Kommentar:
Mir fällt es schwer, zu diesem Buch etwas zu sagen. Während des Lesens hatte ich immer den Gedanken im Kopf: Das ist wie bei den Borg. Kurze, knappe Sätze, die keinen Spielraum offen lassen für Gefühle oder eigene Gedanken.  
Hier ein Beispiel, das es verdeutlicht:
Support: „Der Übergang ist terminiert.“
NIklas: „Dann verschiebt den Endpunkt.“
Support: „Endpunkte sind nicht verhandelbar.“
Oder: "Emotionale Interferenzen wurden festgestellt."
Das System redet kurz und knapp. Eine Diskussion ist nicht möglich. Es agiert und reagiert völlig rational, menschliche Gedanken und Gefühle kann es nicht nachvollziehen
 
Wedora Band 1 und 2 von Markus Heitz
leider habe ich dazu keine Rezension geschrieben.Momentan lese ich 10 bis 12 Bücher im Monat, die Zeit reicht nicht, um alle zu rezensieren.
Besonders gefallen hat mir an diesen beiden Bänden, dass beide Charaktere schon etwas älter sind. Mich nerven gerade die alles könnenden Jungspunde.
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.
 
 
Kommentar:
Die ist nun die zweite Mondbogengeschichte aus der Feder von Joachim Sohn. Gefällt sie mir so gut wie die erste Geschichte? Das ist schwierig zu beantworten, auf jeden Fall hat sich  mich wieder sehr berührt, teilweise erschüttert und zum Nachdenken gebracht.
Es ist das Jahr 1974, die Ereignisse finden in der kleinen Stadt Luneville statt. Irene Beaudoire ist es, die Merleau rät, den Raben nicht zu ignorieren. Hat sie doch selber schon Erfahrungen mit Jaques Schroeder gemacht, wie sie den Raben getauft hat. Der Dialog zwischen ihr und Merleau auf Seite 69 macht klar, wie unterschiedlich die Menschen sind. Die einen hadern mit ihrem Schicksal, suchen die Schuld bei anderen. Und andere, wie Irene, machen das Beste aus dem, was ihnen gegeben ist. Ich habe mich gefreut, dass sowohl Irene als auch Gustave hier ihre kleinen Auftritte haben.
Aber das Hauptaugenmerk liegt auf Benjamin und Veronique. Zwei Generationen, die unterschiedliche Ansätze und Ideen haben und gemeinsam eine Lösung finden müssen. 
 
das ist bisher mein Lieblingsband der Serie
Timyian lebt in dem kleinen Dorf Callia, abseits der großen Städte. Seit Vater verachtet ihn, sein Bruder hasst ihn. Timyian ist ein Tagträumer, der lieber auf seiner kleinen Hirtenflöte spielt als ernsthafter Arbeit nachzugehen. Er taugt gerade mal dazu, die Schafe zu hüten. Aber auch hier träumt er zu sehr vor sich hin, beobachtet den Flug der Adler und folgt ihm mit seinen Melodien bis weit hinauf in den Himmel.
Als er die Schafherde vor wilden Hunden schützt und dabei verletzt wird, ändert sich die Haltung des Vaters ihm gegenüber und er verspricht, dass Timyian eines Tages den Hof erben wird. Diese Zusage ist Timyians Untergang. Der Hass, den sein älterer Bruder Grayn gegenüber Timyian empfindet, steigert sich ins Unermessliche und er verschachert Timyian an die Gaukler, die die Kinder an ein Hurenhaus in Darin verkaufen.
Als die Gaukler in Darin ankommen und ihre Beute dem brutalen Bruto präsentieren, kann Timyian fliehen. Ein seltsamer, schwarz gekleideter Fremder kommt ihm zu Hilfe und nimmt ihn bei sich auf. Niemand anders als Shevon al Yontar interessiert sich für den Jungen, der somit eine weitere Figur auf dem Spielbrett des Mannes wird.
 
Die Festländer sind ein Volk, dass stets in der Gunst der Götter stand. Herrliche Städte und großer Reichtum waren das Resultat. Die Götter griffen mit ihren Mirakeln in das Leben der Menschen ein und nahmen deren Verehrung mit große Gesten an.
Saypur ist ein Land ohne Götter. Nie hat sich dort ein göttliches Wesen gezeigt und den Menschen geholfen. Für die Festländer ein Beweis, dass die Saypuri keine vollwertigen Menschen sind und nur als Sklaven taugen. Das Volk wird grausam unterdrückt, die Strafen für Rebellion sind drakonisch und auch kleine Kinder werden von einer Todesstrafe nicht verschont.
Das ändert sich, als ein Saypuri eine Waffen entwickelt, mit der man die Götter töten kann. Und mit dem Tod der Götter schwindet die Macht der Festländer.
Nach der Eroberung durch die Saypuri folgt ein Säkularisierungsgesetz, das alles Göttliche verbietet. Die  Statuen und Tempel werden vernichtet, die Namen der Götter ausgemerzt und jedem, der den Namen eines Gottes in den Mund nimmt, droht eine Strafe.
Die historischen Artefakte der Festländer werden in einem geheimen Lagerort eingesperrt, Dokumente, Unterlagen, verzauberte Gegenstände und das Wissen um ihren Zweck, einfach alles. Den Festländern wird somit ihre Vergangenheit geraubt. Sie sollen in die Zukunft schauen. Doch ein Volk ohne Vergangenheit hat keine Zukunft. Die Festländer vegetieren dahin und im geheimen wächst der Widerstand gegen die Besatzer.
 
das Buch war für mich eine absolute Überraschung. Ich liebe Wüstensettings und das Outfit des Buches war mit ein Grund, es zu kaufen. Ich lese ja gerne SelfpublisherInnen und war neugierig, was sich hinter dieser schönen Fassade alles verbirgt.
Und es hat mich echt umgehauen. Ich hatte sogar ab und an Tränchen in den Augenwinkeln.  
Und am 29.08.2026 erscheint schon ein weiterer Band um die Gilde der Gepardenführer.
 
 
 
 
 
 

 

3 Kommentare:

  1. Guten Morgen Petra,

    ja, ich finde auch 10 Highlights in 6 Monaten schon sehr ambitioniert :D Aber bei dir sind ja doch einige zusammengekommen.

    Und ich hab sogar mal eins davon gelesen. Der Gesang der Flusskrebse hat mir auch wirklich gut gefallen gehabt.
    Wedora liegt noch auf dem SuB, so schnell werd ich das aber wohl nicht lesen.

    Liebe Grüße und einen schönen Donnerstag,
    Steffi vom Lesezauber

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    1. Hallo Steffi, bei mir lagen die beiden Wedora auch lange herum. Aber nachdem ich Markus Heitz dieses Jahr 2x live erlebt habe, hatte ich richtig Lust darauf. Und ich liebe Wüstensettings. Liebe Grüße Petra

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  2. Guten Morgen Petra,
    deine Auswahl gefällt mir und ich kenne sogar mal einen Titel: Die Flusskrebse zählen inzwischen zu meinen All-Time-Highlights und ich weiß gar nicht, wie oft ich das Buch schon empfohlen habe.
    Hard Land steht noch auf meiner Wunschliste.

    Liebe Grüße
    Barbara

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