In sechs Monaten zehn Highlights? Das ist schon eine Herausforderung. Aber ich habe in 2026 bisher wirklich wunderbare Bücher gelesen. Vor allem die non - fantasy haben es mir dabei angetan.
das Buch habe ich zwar letzte Woche schon genannt aber was solls.
Es ist Ende der 50er, Anfang
der 60er Jahre. Die kleine Kya lebt mit ihrer Familie in den Marschlanden, nahe
der Küstenstadt Barkley Cove. Ihr Vater ist ein gewalttätiger Alkoholiker, der
seiner Frau einmal den Himmel auf Erden versprochen hatte. Bekommen hat sie
eine Hölle.
Als Kya sechs Jahre alt ist,
verlässt die Mutter die Familie. Das
kleine Mädchen steht Monate lang jeden Abend an der Tür der verrotteten Hütte,
die sie ihr zuhause nennt, und wartet auf die Rückkehr der Mutter. Doch diese
bleibt fort.
Nach und nach verlassen auch
die Geschwister die Marschlanden. Als letztes ihr Lieblingsbruder Jodie, der
ihr noch Tipps gibt, wie sie die Anzeichen erkennen kann, dass der Vater zur
Gewalt greifen wird, und wie sie dem brutalen Vater aus dem Weg gehen kann.
Dann geht auch Jodie und das
kleine Mädchen bleibt alleine mit dem Vater zurück. Isoliert von der Welt, einsam,
lernt sie die Marschlanden und ihre tierischen Bewohner zu lieben. Sie kann
weder lesen noch schreiben, doch sie kennt alle Tier und Pflanzen beim Namen. Sie
führt dem Vater den Haushalt und lernt zu kochen, zu waschen und zu putzen.
Ihre ersten Versuche fordern den Zorn des Vaters heraus aber es gibt auch
rührenden Momente der Annäherung.
Sie muss mit dem
Veteranenscheck des Vaters auskommen, um ihn und sich selbst durch das Leben zu
bringen. Ihr erster Ausflug in die Stadt ist für sie ein Kampf, hat sie doch
nie gelernt, ihre Wünsche zu äußern oder sich mit fremden Menschen zu
unterhalten. Sie kennt den Wert der Münzen nicht und hat keine Ahnung, wieviel etwas
kostet. Die aufdringlichen Fragen der Verkäuferin verunsichern sie und die
Hänseleien der Einwohner kränken sie, so dass sie sich immer mehr zurückzieht.
auch dieses Buch habe ich letzte Woche schon genannt.
Sommer 1985. Sam ist fünfzehn.
Kein Kind mehr aber auch noch nicht erwachsen. Er ist ein Außenseiter, ist
unsicher, gehemmt und hat Angstzustände. Er ist zu klein, zu schmächtig, das
ideale Opfer für Hänseleien. Doch der Sommer 1985 ändert alles.
Um nicht nach Kansas geschickt
zu werden, zu seiner Tante Eileen und ihren nervigen, mobbenden Söhnen, nimmt
Sam einen Job im Kino an. Dort trifft er auf Kristie, Cameron und Hightower.
Die drei sind älter als er, ein eingeschworenes Team. Aber auch sie haben alle
ihre Macken und Geheimnisse, daher sehen sie in Sam keinen Freak oder
Außenseiter, sondern nehmen ihn ihre Mitte auf.
Für Sam werden sie sein Halt,
denn seine Mutter ist schwer krank und diese Krankheit hängt wie ein
Damoklesschwert über der Familie. Sein Vater spricht kaum mit ihm und seine
Schwester Jean geht schon seit langen ihre eigenen Wege und hat das Elternhaus
verlassen. So bleibt Sam alleine mit seinen Ängsten und Gefühlen, bis er das
Trio kennenlernt.
Natürlich klingt der
Klappentext besser als meine unbeholfene Zusammenfassung. Und er gibt
keineswegs wieder, welche Gefühle dieses Buch in mir geweckt hat. Es ist meine
Zeit, es sind meine Filme und Songs, die in diesem Buch erwähnt werden. Zwar
war ich 1985 schon etwas älter aber trotzdem habe ich vieles
wiedererkannt. Dominik Wells beschreibt
die 80er so, als wäre er dabei gewesen. Ich dachte: „ So etwas kann nur jemand
schreiben, der diese unglaubliche Zeit selber erlebt hat.“
S.E.N.S.E bedeutet „sofortige
Entnahme neuer Sterbender Einheiten. Der Tod muss pünktlich, genau und effektiv
sein. Rational, ohne sich über die Sterbenden Gedanken zu machen. Sein Job ist
es, die Sterbenden zu begleiten und zu führen. Nichts sonst. Als der Tod, der
Niklas Berger zugeteilt wird, aufgrund eines Bandenscheibenvorfalls ineffizient
wird und seinen Auftrag nicht, wie sonst, korrekt und zeitnah ausführen kann, wird er seines Amtes enthoben. Es muss
schnellstmöglich ein Ersatz her, denn die Entnahme duldet keinen Aufschub und
keine Verzögerung. Also was liegt näher, als Niklas Berger den Job zu
übertragen? Niklas liegt in Koma und ist
somit der ideale Kandidat für die vakante Stelle. Natürlich wird er nicht gefragt,
ob der den Job überhaupt annehmen möchte, eine Ablehnung führt zu einem
sofortigen Übergang.
Also bleibt Nicklas nichts
anderes übrig, als die Aufgabe zu übernehmen. Widerwillig, noch voller
Emotionen und mit der Hoffnung, dass er eines Tages aus seinem Koma erwachen
kann.
Kommentar:
Mir fällt es schwer, zu diesem
Buch etwas zu sagen. Während des Lesens hatte ich immer den Gedanken im Kopf:
Das ist wie bei den Borg. Kurze, knappe Sätze, die keinen Spielraum offen
lassen für Gefühle oder eigene Gedanken.
Hier ein Beispiel, das es
verdeutlicht:
Support: „Der Übergang ist
terminiert.“
NIklas: „Dann verschiebt den
Endpunkt.“
Support: „Endpunkte sind nicht
verhandelbar.“
Oder: "Emotionale Interferenzen
wurden festgestellt."
Das System redet kurz und
knapp. Eine Diskussion ist nicht möglich. Es agiert und reagiert völlig rational,
menschliche Gedanken und Gefühle kann es nicht nachvollziehen
leider habe ich dazu keine Rezension geschrieben.Momentan lese ich 10 bis 12 Bücher im Monat, die Zeit reicht nicht, um alle zu rezensieren.
Besonders gefallen hat mir an diesen beiden Bänden, dass beide Charaktere schon etwas älter sind. Mich nerven gerade die alles könnenden Jungspunde.
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer
befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um
das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden
Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan
und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.
Kommentar:
Die ist nun die zweite
Mondbogengeschichte aus der Feder von Joachim Sohn. Gefällt sie mir so gut wie
die erste Geschichte? Das ist schwierig zu beantworten, auf jeden Fall hat
sich mich wieder sehr berührt, teilweise
erschüttert und zum Nachdenken gebracht.
Es ist das Jahr 1974, die
Ereignisse finden in der kleinen Stadt Luneville statt. Irene Beaudoire ist es,
die Merleau rät, den Raben nicht zu ignorieren. Hat sie doch selber schon Erfahrungen
mit Jaques Schroeder gemacht, wie sie den Raben getauft hat. Der Dialog zwischen
ihr und Merleau auf Seite 69 macht klar, wie unterschiedlich die Menschen sind.
Die einen hadern mit ihrem Schicksal, suchen die Schuld bei anderen. Und
andere, wie Irene, machen das Beste aus dem, was ihnen gegeben ist. Ich habe
mich gefreut, dass sowohl Irene als auch Gustave hier ihre kleinen Auftritte
haben.
Aber das Hauptaugenmerk liegt
auf Benjamin und Veronique. Zwei Generationen, die unterschiedliche Ansätze und
Ideen haben und gemeinsam eine Lösung finden müssen.
das ist bisher mein Lieblingsband der Serie
Timyian lebt in dem kleinen
Dorf Callia, abseits der großen Städte. Seit Vater verachtet ihn, sein Bruder
hasst ihn. Timyian ist ein Tagträumer, der lieber auf seiner kleinen Hirtenflöte
spielt als ernsthafter Arbeit nachzugehen. Er taugt gerade mal dazu, die Schafe
zu hüten. Aber auch hier träumt er zu sehr vor sich hin, beobachtet den Flug
der Adler und folgt ihm mit seinen Melodien bis weit hinauf in den Himmel.
Als er die Schafherde vor
wilden Hunden schützt und dabei verletzt wird, ändert sich die Haltung des
Vaters ihm gegenüber und er verspricht, dass Timyian eines Tages den Hof erben
wird. Diese Zusage ist Timyians Untergang. Der Hass, den sein älterer Bruder
Grayn gegenüber Timyian empfindet, steigert sich ins Unermessliche und er verschachert
Timyian an die Gaukler, die die Kinder an ein Hurenhaus in Darin verkaufen.
Als die Gaukler in Darin
ankommen und ihre Beute dem brutalen Bruto präsentieren, kann Timyian fliehen.
Ein seltsamer, schwarz gekleideter Fremder kommt ihm zu Hilfe und nimmt ihn bei
sich auf. Niemand anders als Shevon al Yontar interessiert sich für den Jungen,
der somit eine weitere Figur auf dem Spielbrett des Mannes wird.
Die Festländer sind ein Volk,
dass stets in der Gunst der Götter stand. Herrliche Städte und großer Reichtum
waren das Resultat. Die Götter griffen mit ihren Mirakeln in das Leben der Menschen
ein und nahmen deren Verehrung mit große Gesten an.
Saypur ist ein Land ohne
Götter. Nie hat sich dort ein göttliches Wesen gezeigt und den Menschen
geholfen. Für die Festländer ein Beweis, dass die Saypuri keine vollwertigen
Menschen sind und nur als Sklaven taugen. Das Volk wird grausam unterdrückt,
die Strafen für Rebellion sind drakonisch und auch kleine Kinder werden von
einer Todesstrafe nicht verschont.
Das ändert sich, als ein
Saypuri eine Waffen entwickelt, mit der man die Götter töten kann. Und mit dem
Tod der Götter schwindet die Macht der Festländer.
Nach der Eroberung durch die
Saypuri folgt ein Säkularisierungsgesetz, das alles Göttliche verbietet. Die Statuen und Tempel werden vernichtet, die Namen
der Götter ausgemerzt und jedem, der den Namen eines Gottes in den Mund nimmt,
droht eine Strafe.
Die historischen Artefakte der
Festländer werden in einem geheimen Lagerort eingesperrt, Dokumente, Unterlagen,
verzauberte Gegenstände und das Wissen um ihren Zweck, einfach alles. Den
Festländern wird somit ihre Vergangenheit geraubt. Sie sollen in die Zukunft
schauen. Doch ein Volk ohne Vergangenheit hat keine Zukunft. Die Festländer
vegetieren dahin und im geheimen wächst der Widerstand gegen die Besatzer.
das Buch war für mich eine absolute Überraschung. Ich liebe Wüstensettings und das Outfit des Buches war mit ein Grund, es zu kaufen. Ich lese ja gerne SelfpublisherInnen und war neugierig, was sich hinter dieser schönen Fassade alles verbirgt.
Und es hat mich echt umgehauen. Ich hatte sogar ab und an Tränchen in den Augenwinkeln.
Und am 29.08.2026 erscheint schon ein weiterer Band um die Gilde der Gepardenführer.








Guten Morgen Petra,
AntwortenLöschenja, ich finde auch 10 Highlights in 6 Monaten schon sehr ambitioniert :D Aber bei dir sind ja doch einige zusammengekommen.
Und ich hab sogar mal eins davon gelesen. Der Gesang der Flusskrebse hat mir auch wirklich gut gefallen gehabt.
Wedora liegt noch auf dem SuB, so schnell werd ich das aber wohl nicht lesen.
Liebe Grüße und einen schönen Donnerstag,
Steffi vom Lesezauber
Hallo Steffi, bei mir lagen die beiden Wedora auch lange herum. Aber nachdem ich Markus Heitz dieses Jahr 2x live erlebt habe, hatte ich richtig Lust darauf. Und ich liebe Wüstensettings. Liebe Grüße Petra
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