01 Januar 2019

Rächerin der Engel (Bree Winston Band 3) von Mary Stanton



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Bree Winston-Beaufort fügt sich immer mehr in ihren Job als Anwältin der Engel ein. Zwei Mordfälle hat sie schon gelöst. Nun möchte sie erst etwas zur Ruhe kommen und endlich die Kanzlei für ihre menschlichen Klienten einrichten. Zusammen mit ihrer Schwester Antonia besucht sie eine Versteigerung, um für die Räume der Kanzlei ein paar passende Möbelstücke und Kleinigkeiten  zu ergattern. Ein besonders prachtvoller Schreibtisch hat es  ihr angetan. Als sie dieses Schmuckstück näher betrachtet, nimmt der ehemalige Besitzer des Schreibtisches Kontakt zu ihr auf und bittet sie um Hilfe. Russell O’Rourke soll angeblich nach der Pleite seiner Firma und einem Milliardenverlust Selbstmord begangen haben. Tausende Kleinaktionäre hat er ebenfalls in den Bankrott getrieben und viele Familien stehen vor den Scherben ihrer Existenz.   

Fragmente eines Abschiedsbriefes bestätigen die Theorie eines Selbstmordes und es gibt sogar mehrere Augenzeugen zu diesem Vorfall. Nichtsdestotrotz ist Inspektor  Chin von der New Yorker Polizei davon überzeugt, dass der Bankier ermordet wurde und verbeißt sich wie eine Bulldogge in den Fall. In Bree Winston hat er nun eine Verbündete und bald ist auch Sam Hunter, der ortsansässige Leutnant der Polizei und ein guter Freund Brees, davon überzeugt, dass am Tod Russel O’Rourkes etwas nicht stimmt.
Kommentar:
Dies ist nun der dritte Roman um die Anwältin der Engel, Bree Winston. Mir gefällt die Reihe sehr gut. Der Schreibstil der Autor ist flüssig. Sie fängt den Charme der Südstaaten hervorragend ein und weckt in den Lesern den Wunsch, einmal nach Savannah zu reisen. Diese Mal ist dem Roman ein Personenregister voran gestellt und erleichtert es dem Leser, einen Überblick über die Personen zu behalten. Das ist manchmal nicht so einfach, denn im Haus von Tully O’Rourke geht es zu wie in einem Taubenschlag. Die Witwe unterstützt Bree bei ihren Ermittlungen. Auch wenn die junge Anwältin die herrische und egozentrische Tully nicht besonders mag, nimmt sie eine Tätigkeit bei ihr an, um den Verdächtigen näher zu sein. Und an denen mangelt es natürlich nicht.
Für Bree ist es schwer, mit ihren toten Klienten Kontakt aufzunehmen. Sie erscheinen ihr jeweils nur am Ort ihres Todes. Dieser ist nicht unbedingt immer bekannt, da die Leichen von den Tätern oft versteckt oder anderweitig platziert werden. Auch hier ist es eher Zufall, dass sich Bree für den Schreibtisch interessiert.  Als die beiden Hunde Miles und Bellum erneut erscheinen, weiß Bree, dass ihr Gefahr droht. Nur ihr menschlicher Leibwächter ist nicht zur Stelle. Warum greift Gabriel Striker nicht ein, als Bree in ihrer Kanzlei bedroht wird?
Antonia, die mittlerweile mit Bree zusammen lebt, bemerkt einige gravierende Veränderungen an ihrer Schwester. Und die junge Anwältin fragt sich mittlerweile selber, was der Kontakt mit den Toten sie kostet.  Dass es manchmal so scheint, als rede sie mit einem Unsichtbaren, verstärkt Antonias Sorge noch. Sie kennt Ron zwar mittlerweile und liebt Sascha von ganzem Herzen. Aber sie weiß nicht, dass es sich um Engel handelt, die je nach Bedarf, in den Engelmodus umschalten und so für Menschen nicht zu sehen sind.
Zitat Seite 86:
„Kannst du dich noch an den Töpferkurs erinnern, in den uns Mom geschleppt hat, als du bei den Pfadfinderinnen warst? Es ist, als seist Du in einen Brennofen geschoben worden und als völlig anderer Mensch herausgekommen. Härter, robuster, gelackter.“ Antonia beugte sich vor uns sagte mit einer Eindringlichkeit, bei der eine Gänsehaut bekam: „Es ist. Als würdest du dich in jemanden verwandeln.
Oder Seite  88:
Antonia legte ihr Sandwich zurück auf den Teller. „Du jagst mir Angst ein.“ Dann fügte sie hinzu: "Irgendwie erinnerst Du mich an die Körperfresser in diesem Film.“ Und schließlich sagte sie: „Ich weiß nicht mehr, wer du bist".
Antonia bringt sie zum Lachen  oder treibt sie in den Wahnsinn aber sie kennt ihre Schwester ganz genau und macht sich Sorgen um sie. Dass Bree jetzt zwei Kanzleien betreiben möchte, erscheint ihr zu anstrengend. Aber Bree hat kaum eine Wahl. Die lebenden Klienten finden das Haus in der Angelus Street  66 nicht. Und die Toten zahlen ihr kein Honorar. Und irgendwie muss Geld in die Kasse kommen um die Kosten zu decken. Als Bree gegenüber ihren Mitarbeitern andeutet, dass sie als Engel doch eigentlich kein Gehalt brauchen, erntet sie stürmischen Protest.  Es macht ihr bewusst, dass sie nicht weiß, wie Lavinia, Ron oder Petru ihre Freizeit verbringen. Der Leser ist genauso neugierig, mehr über die drei zu erfahren.
Die Geschichten wirken leicht und unbeschwert. Sie sind spannend und humorvoll und verfügen über eine Vielzahl liebevoll beschriebener Romanfiguren.  Man merkt, in den Südstaaten schlagen die Uhren noch anders. Es wird Wert auf Etikette und Tradition gelegt und Höflichkeit ist eine sehr geschätzte Tugend. Sam Hunter merkt immer, dass Bree sauer ist wenn sie ihren Südstaatencharme spielen lässt und ihr Akzent sich verstärkt.   
Die schönen und passenden Zitate vor jedem Kapitel bereichern das Buch ungemein.
Leider wirkt auch dieses Cover so, als würde das Buch in die Sparte Romancy gehören. Auf mich wirkte das abschreckend aber die Beschreibung auf dem Buchcover war zum Glück so interessant, dass ich mich an die Reihe getraut habe.  Romantik gibt es nur in minimalen Dosen und ist absolut nicht störend. Amüsant ist es immer wieder, wie Bree ihren Ex, Payton „die Ratte“ abserviert. 
Alles in allem eine Serie mit Charme und Herz die sehr viel Spaß macht.
Titel: Rächerin der Engel
Reihe: Die überirdischen Fälle der Bree Winston Band 3
Autor: Mary Stanton
Verlag: Piper, TB, 361 Seiten
ISBN: 9783492267625

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