22 Dezember 2018

Im Namen der Engel (die überirdischen Fälle der Bree Winston 1) von Mary Stanton



http://www.marystanton.com/books
Die junge Anwältin Bree Winston-Beaufort erbt von ihrem Onkel eine Anwaltskanzlei in Savannah.
Eine ideale Gelegenheit, um etwas Abstand zwischen sich und ihre Eltern zu legen, die nicht akzeptieren können, dass ihre Tochter mittlerweile erwachsen ist und ihr Leben durchaus alleine meistern kann.
Da die Kanzlei jedoch abgebrannt ist und die Renovierung och andauert, begibt sich Bree auf die Suche nach vorübergehenden Ersatzräumen sowie Personal.
Lavinia Mathers, eine alte Südstaaten Lady hat sehr schöne Räume zu vermieten, allerdings liegen diese neben dem alten Mörderfriedhof Savannahs.  Bree befürchtet, dass es ihre neuen Klienten abschrecken könnte. Doch Dame Lavinia ist sehr überzeugend und so mietet die junge Anwältin die Räume.
Auf ihre Annonce hin melden sich auch zwei Bewerber für eine Stelle als Sekretär und Assistent.  Wider besseren Wissens lässt sich Bree auch hier überreden und stellt beide Bewerber ein. Den Russen Petru, der in Russland als Anwalt tätig war und den jungen Ronald Parchese, der sich beruflich verändern möchte.
Schon bald merkt Bree, dass dieses Zusammentreffen einem größeren Plan folgt. Sie hat nicht nur die Kanzlei ihres Onkels geerbt sondern auch dessen Klienten. Und die sind seltsamer als sie es sich hätte träumen lassen. Es sind die Toten, die ihre Unterstützung brauchen. Tote, die sich ungerecht behandelt fühlen und gegen die ewige Verdammnis Einspruch erheben. 


Kommentar:
Eine Freundin hat mich gefragt  ob ich vier Bände der Reihe "Die seltsamen Fälle der Bree Winston" haben möchte. Der Titel klang gut und die Beschreibung  interessant, warum also nicht?  Bücher kann man nie genug haben. Als sie mir Wochen später die Bücher mitbrachte sagte ich spontan:" Die sind sicher nicht für mich!" Die Cover wirkten total abschreckend, ich ordnete die Bücher optisch sofort der Sparte Romancy zu. Und hier liegt der große Fehler des Verlags. denn die Bücher  sind wirklich unterhaltsam und spannend und auch für Leser geeignet, die Romancy negativ gegen überstehen. So wie ich.  
Die Geschichten spielen in Savannah. Die Altstadt von Savannah mit ihren restaurierten Häusern ist eine der schönsten Städte der USA. Der Charme dieser Stadt mit ihren Grünanalgen und dem großen Hafen spielt in diesen Romanen eine große Rolle. Wenn Bree verärgert oder wütend ist, kommt ihr Südstaatenakzent richtig zur Geltung. Und sie ist oft wütend.  Zu Beginn läuft nichts so wie geplant, die Büroräume sind nicht bezugsfertig und ihr Budget reicht kaum aus, um neue Räume zu mieten und Angestellte zu finanzieren. Und dann lässt sie sich auch noch überreden, zwei davon einzustellen.
Im ersten Band geht die Autorin es langsam an. Wir erfahren vieles über die junge Frau und ihre Familie. Bree fühlt sich von ihren Eltern bevormundet und ist froh, über den räumlichen Abstand. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Anwalt und mischt sich zu sehr in die Belange der Tochter ein und ihre Mutter ist eine Glucke. Zu ihrer Schwester Antonia hat sie ein herzliches Verhältnis, auch wenn diese das Gegenteil von Bree ist.
Mit Lavinia, Petru und Ronald bildet sich ein starkes Team. Dazu gesellt sich der Hund Sascha, den Bree aus einer Falle rettet. Zusätzliche Unterstützung erhält sie von ihrem alten Professor Cianquino und seinem Graupapagei Archie. Der alte Lehrer wusste um die Berufung der jungen Frau und hat schon während des Studiums insistiert, auch wenn Bree nichts davon gemerkt hat.
In ihrem ersten Fall soll die junge Frau den Tod von Benjamin Skinner untersuchen. Der Verstorbene nimmt Kontakt zu ihr auf und bittet sie, den Mord an ihm zu untersuchen. Denn allgemein  gilt, dass Mr. Skinner bei einem Unfall gestorben ist, vielleicht sogar Selbstmord begangen hat.
Bei ihren Ermittlungen trifft sie auf Inspektor Sam Hunter, der auch in den weiteren Bänden ihr  Ansprechpartner bei den örtlichen Behörden sein wird.
Sicherlich hat die Geschichte keinen großen Tiefgang.  Aber sie bietet viel Humor, skurrile Personen und eine unterhaltsame Geschichte. Fast möchte man glauben, dass es eine Anwältin gibt, die für die Toten eintritt und ihnen Gerechtigkeit widerfahren lässt. Der Schreibstil ist salopp und locker, alles strahlt eine gewisse Leichtigkeit aus. Was durchaus an dem Schauplatz Savannah liegen mag. In den Südstaaten glaubt man noch an Gespenster und bindet sie in das alltägliche Leben mit ein.
Natürlich spielen auch Männer im Leben der Anwältin eine Rolle. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Freund Payton getrennt, der sie hintergangen hat. Zu ihrem Bedauern nimmt  Payton McAllister , der ebenfalls Anwalt ist, einen Job bei einer der renommiertesten Kanzleien Savannahs an und kreuzt daher zu oft ihre Wege. Ihr Frust auf ihn entlädt sich oft in unbändigem Zorn, der sehr amüsante Auswirkungen hat.
Band zwei der Reihe habe ich schon gelesen und ich kann sagen, es geht so amüsant und unterhaltsam weiter wie in Band eins.  Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass Bree Winston ein weiblicher Harry Dresden oder Bobby Dollar ist, da reichen die Bücher nicht ganz heran. Aber wer sonderbare Fälle, Engel und Geister mag wird hier gut unterhalten.
Titel:  Im Namen der Engel
Autor: Mary Stanton
Verlag: Piper, TB, 395 Seiten
ISBN: 978-3492267236

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