Jack Montfort ist ein Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Der Verlust seiner Frau Emma und des neugeborenen Kindes hat ihn zutiefst getroffen aber in der Pfarrerin Winifred Catesby hat er eine neue Liebe gefunden. Sehr zum Verdruss ihres Bruders, der sehr eifersüchtig ist und gegen diese Beziehung agiert. Das geht soweit, dass Andrew Catesby hinter dem Rücken der beiden Liebenden üble Gerüchte verbreitet. Vor allem, als Jack Montfort plötzlich seltsame Dinge auf Latein schreibt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dieses „automatische Schreiben“ enthüllt Dinge aus einer weit entfernten Vergangenheit, die niemandem, auch keinem Geschichtsforscher, bekannt sind. Der Erzähler scheint Edmond von Glastonbury, ein Mönch aus dem 12. Jahrhundert, zu sein. Durch die Details, die sie nach und nach erfahren, können sie diesen Zeitraum eingrenzen.
Es bildet sich ein Kreis aus Menschen um Jack Montfort, die sich alle mehr oder weniger mit dem Thema befassen. Gernot Todd ist eine Frau, die an die alten Götter und Religionen glaubt. Sie restauriert Bodenfliesen in alten Kirchen und lebt auf einem Bauernhof, ohne Strom oder fließendes Wasser. Sie ist ein Unikum und in der ganzen Gemeinde als streitsüchtige Frau bekannt.
Zu ihr zieht Faith Wills, ein siebzehnjähriges Mädchen, dass ungewollt schwanger geworden ist und aus ihrem Elternhaus fortgelaufen ist. Das Mädchen fühlt eine starke Verbindung zu Glastonbury und in Gernot findet sie eine gute Freundin.
Nick Carlisle ist der Mensch. dem sich Jack Montfort als erstes anvertraut. Nick ist ein junger Mann, der in Glastonbury hängen geblieben ist und sich dort mit einem Gelegenheitsjob über Wasser hält. Er bringt Jack auf die Idee, sich an Simon Fitzstephens zu wenden, einem anglikanischen Geistlichen und eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet der frühen Kirchengeschichte und Gralsmythologie.
Zu diesem Kreis gesellen sich noch Fiona und Bram Allen, ein Ehepaar, das mit Winifred Catesby befreundet ist. Fiona Allen ist eine bekannte Künstlerin, die für ihre ausdruckstarken Bilder bekannt ist. Niemand, außer Winifred und Bram wissen, dass diese Bilder Visionen sind, die Fiona überfallen. Seltsamerweise hat sie seit Wochen nur noch die Vision eines kleines Mädchens, ein Bild, welches das Ehepaar stark erschüttert.
Zwischen diesen neun sehr unterschiedlichen Menschen kommt es zu starken Spannungen, es gibt Geheimnisse zwischen ihnen, die nicht aufgedeckt werden sollen, es gibt Eifersucht, Zorn und sogar Hass. Für den Leser also nicht verwunderlich, dass es bald zu Mord und Totschlag kommt.
Zuerst wird Winifred Catesby von einem Auto überfahren, dessen Fahrer Fahrerflucht begeht, dann wird jemand ermordet.
Jack Montfort bittet seinen Cousin Duncan Kincaid um Hilfe. Duncan ist, wie auch Jack, in Glastonbury aufgewachsen und hat dort eine unbeschwerte Kindheit verbracht. Er möchte der örtlichen Polizei nicht ins Handwerk pfuschen, kann seinem Cousin die Hilfe aber auch nicht verweigern. So nimmt er Urlaub um mit Gemma zusammen, das Wochenende in Glastonbury zu verbringen.
In diesem Krimi erfährt der Leser sehr viel über die alte Abtei und deren Geschichte, aber auch vieles über die Mythen und Legenden der Gegend, über Avalon und auch den Heiligen Gral. Joseph von Arimathia soll dort seinen Fuß an Land gesetzt und dort eine Kapelle errichtet haben. Mir hat dieser historische Exkurs sehr gut gefallen, ich habe einiges sogar nachgelesen und der Krimi ist erstaunlich gut recherchiert. Wie immer, treten Duncan und Kincaid erst ab der Mitte des Romans in Erscheinung. Zuerst werden alle Figuren vorgestellt und platziert, bis es zum ersten Mord kommt. Ich mag diesen ruhigen und langsamen Aufbau, es passt hervorragend zu diesen beiden Ermittlern, die hier ihren siebten Fall zusammen lösen.
Fazit:
Die Kriminalromane um Gemma und Duncan sind keine gewöhnlichen Krimis. Es ist immer ein Schuß Außergwöhliches dabei. Aber die Fälle sind immer spannend und die Figuren sehr gut skizziert. Da die Autorin zuerst die Personen vorstellt, bevor Gemma und Duncan eingreifen, hat man einen Vorsprung vor den Ermittlern und fiebert mit, wie sie auf die Löung kommen.
Titel: Von fremder Hand
Reihe: Gemma und Kincaid Band 7
Autorin: Deborah Crombie
Verlag: Goldmann, TB, 418 Seiten
ISBN: 978-3442442003
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