03 Februar 2018

Dunkellicht von Martin Ulmer



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Einst gab es das Dunkellicht. Doch vor vielen Jahrhunderten trennten sich das Licht und das Dunkel und waren von nun an Feinde. Der Orden des Lichts und der Orden der Dunkelheit bekämpfen einander, seit ein paar Jahren herrscht allerdings ein brüchiger Friede.  Nun ist jedoch jemand dabei, die Mitglieder beider Orden auf der ganzen Welt zu eliminieren.
Als Johannes Sturm, ein Krieger des Lichts und Antoine Chevallier, ein Krieger des Dunkel, aufeinandertreffen, merken sie, dass ihre Orden gegeneinander aufgehetzt werden. Eine unbekannte dritte Macht spielt ein grausames Spiel. Wer ist diese ominöse Büro 13 und in wessen Auftrag handeln die Söldner des Büros?
Zusammen mit dem Magikus Martus und der geheimnisvollen Ella versuchen die beiden Ordensbrüder, den wahren Drahtzieher hinter den Morden zu finden.
Haben die Behüter, auch Engel genannt, etwas mit der Ermordung der Ritter zu schaffen? Lauert hinter ihrer hilfsbereiten und freundlichen Fassade das Böse?
Die Suche nach den Gründen für die Zerstörung der Orden führt Johannes, Antoine, Martus und Ella über Berlin, München, Bochum bis nach Dortmund.

Kommentar:
Die Zusammenfassung auf der Coverrückseite und das Cover haben mich neugierig auf das Buch gemacht. Da ich aus NRW stamme, regt ein Buch, dass in Dortmund und Bochum spielt, natürlich ebenfalls das Interesse an.
Leider war ich letztendlich jedoch enttäuscht. Die Erzählung beginnt sehr spannend mit einer Flucht und Verfolgungsjagd. Johannes Sturm entkommt nur knapp einem Anschlag auf sein Leben. Als er seine Ordensbrüder erreichen will, bekommt er keine Antwort, der Notfallkontakt in der Zentrale der Bruderschaft speist ihn kurzangebunden ab und rät ihm, unterzutauchen. Damit gibt sich Johannes nicht zufrieden, er ist ein ausgebildeter Krieger und Kämpfer, er möchte wissen, wer ihm ans Leder will. Außerdem ist der Feind ihm immer wieder auf den Fersen, jedes Versteck wird entdeckt und er wird unerbittlich gejagt. Die junge Ella rettet ihn aus einer ausweglosen Situation und bringt ihn in ein abgelegenes Haus mitten im Wald. Dort stolpert Antoine Chevallier buchstäblich über die beiden Flüchtenden. Zuerst sind ich die beiden Ordensmitglieder, die gegensätzlichen Fraktionen angehören, spinnefeind. Aber sie erkennen nach und nach, dass sie am gleichen Strang ziehen müssen, wenn sie ihren Feind aufspüren wollen. Das Misstrauen schwindet nur langsam. Erst als Martus zu ihnen stößt und eine Verbindung zur Vergangenheit der Orden hergestellt wird, erkennen alle Beteiligten, dass damals die Weichen für die heutigen Ereignisse gestellt wurden.
Für die Söldner des Büro 13, ist es zu Beginn lediglich ein einfacher Auftrag. Doch je länger sich Johannes und Antoine den Söldnern entziehen, desto größer wird das Fiasko für das Büro 13, als immer mehr Söldner bei diesem scheinbar einfachen Auftrag ihr Leben verlieren.
Leider verliert sich ab Mitte des Buches die Spannung. Eine Szene wird mehrmals aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und diese Redundanz ermüdet den Leser. Ein Beispiel ist der Kampf in der Autowerkstatt. Die Szene wird jeweils aus der Sicht Steiners, Sturms und Dorns erzählt. Das bedeutet für den Leser, er bekommt über mehrere Seiten hinweg drei Mal die gleiche Situation geschildert. Dass die Protagonisten dabei unterschiedlich empfinden ist dem Leser auch so klar, dazu bedarf es keiner Wiederholung der Szene aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven. Man bekommt das Gefühl, Martin Ulmer traut uns nicht zu, die Handlungsweise und Charaktere der Protagonisten zu verstehen. Das Ende zieht sich durch den häufigen Perspektivenwechsel leider sehr . Ich habe zum Schluss viele Seiten überblättert, da ich das Szenario schon kannte und nicht extra wissen wollte, was nun noch Steiner, Sturm, Dorn oder Antoine in der jeweiligen Szene gefühlt haben.
Einige Schilderungen des Autors sind sehr brutal und drastisch aber die Brutalität gehört zur Entwicklung der Geschichte und ist kein Heischen um Aufmerksamkeit. Alles wirkt wie ein Guss und baut logisch aufeinander auf.
Mir fehlt ebenfalls etwas Tiefe bei den Charakteren. Alles wirkt etwas eindimensional, es gibt wenig Überraschungen.  Johannes und Antoine sind treue Mitglieder ihres Ordens, sie hinterfragen nichts und folgen den Befehlen ihrer Vorgesetzten. Einer als Kämpfer, der andere als Historiker. Ella ist undurchschaubar, mit ihr wurde ich nie warm und ohne sie hätte die Geschichte sicherlich auch funktioniert. Sie trägt nichts spannendes bei. Sie taucht auf und ist da. Punkt. Bei Martus sieht es schon anders aus aber er wirkt stets blass und oberflächlich. Mit haben hier wirklich tiefe und glaubhafte Emotionen gefehlt wie Angst, Selbstzweifel, Verzweiflung, Grauen. Sie werden zwar erwähnt, es hat mich aber nicht berührt, es wirkte nicht überzeugend.
Das Cover des Buches, gestaltet von Joachim Sohn,  ist genial gemacht. Das Dortmunder U ist zu erkennen, ein direkter Hinweis auf einen der Handlungsorte. Im Vordergrund sehen wir einen Krieger, der zur Hälfte aus Licht und zur Hälfte aus Schatten besteht. Die helle Seite ist phosphorzierend und leuchtet im Dunkeln, ein gelungener Kniff des Verlags.
Abschließend sage ich: Wer Action, geheimnisvolle Bruderschaften vermischt mit leichten Grusel mag, der wird hier seinen Spaß haben. Es ist unterhaltsam.Für Leser, die gerne hinter die Geschichte schauen, wird nicht sonderlich viel geboten. Es ist eine sehr gut strukturierte aber geradlinige Geschichte ohne sonderlich viele Höhen und Tiefen, nichtsdestotrotz ist sie spannend, sieht man von den vielen textlichen Wiederholungen ab.
Als ich die Rezension einstellen wollte, musste ich mit feststellen, dass es ein neues Cover zu dem Buch gibt, dass nicht halb so gut wirkt, wie der erste Entwurf. Mit diesem neuen Cover wäre ich niemals neugierig auf das Buch geworden.
Titel: Dunkellicht
Autor: Martin Ulmer
Cover: Joachim Sohn
Verlag: Papierverzierer Verlag, TB, 425 Seiten
ISBN: 9783944544618

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