08 August 2016

Die Eule von Askir von Richard Schwartz



Desina ist erst drei Jahre alt, als ihre Eltern ermordet werden und der Mörder sie in den Fluss Ask schmeißt, damit sie ertrinkt. Doch das kleine Mädchen hat Glück im Unglück. der Junge Wiesel hört das aufplatschen des Wassers und rettet das schreiende Bündel aus den tödlichen Fluten.
Die beiden Kinder werden unzertrennlich und sind bald das berüchtigtste und erfolgreichste Diebesduo von Askir. Eines Tages betritt Desina einen Turm, der unbewacht scheint und dessen Türen offen stehen. Ein Turm, der in Askir berühmt und berüchtigt ist. Aus Neugier und Langeweile geht Desina in den Turm, sie findet jedoch außer ein paar Würsten nichts bemerkenswertes. Allerdings wird sie beim Verlassen des Gebäudes von Soldaten umzingelt, die sie zu Stabsobrist Orikes bringen. In der Gewissheit, nun eine Hand zu verlieren und für ihre Taten bestraft zu werden, folgt die Desina den Soldaten. Doch es kommt anders als erwartet. Seit 700 Jahren hat sich der Turm der Eulen für keinen Menschen mehr geöffnet, das junge Mädchen ist die erste Person, die das Gebäude seit dem Verschwinden der Eulen wieder betreten konnte. Die Eulen waren einst ein mächtiger Bund von Magiern, die sich dem Schutz von Askir und seinen Bewohner verschrieben hatten. Doch durch Verrat in ihren eigenen Reihen wurden sie vernichtet, der Strom der Magie versiegte. Irgendetwas seltsames ist an Desina, dass der Turm sie als neue Eule anerkennt. Nun liegen Jahre des Lernens und schwieriger Prüfungen vor ihr, bevor sie eine vollwertige Eule werden kann. Aber je mehr sie lernt und je mehr Prüfungen sie ablegt, desto mehr Türen im Inneren öffnen sich für sie und unendliches Wissen wird ihr offenbart.
Wiesel bleibt weiterhin der beste Freund und Vertraute der jungen Eule und sie hält auch weiterhin Kontakt zu ihrem Ziehvater und ihren Gefährten aus der Kinderzeit. Obwohl sie jetzt ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und eine Respektsperson ist, vergisst sie nicht ihre Herkunft. Wiesel ist auch der Anlass, dass Desina als Eule ihre erste Ermittlung durchführt. Der junge Dieb wird Zeuge, wie ein Mann auf merkwürdige Wiese Selbstmord verübt. Wiesel war mit diesem Mann verabredet, der ihn beauftragen wollte, einen Diebstahl auszuführen und das Diebesgut Desina zu übergeben. Die Art des Todes und weitere Leichenfunde im Hafen rufen Stabsobrist Orikes und die Maestra auf den Plan, die nun gemeinsam in den Todesfällen ermitteln. Bald wird ersichtlich, dass sich Nekromanten und Seelenreiter in der Stadt befinden und der Feind die Stadt schon infiltriert hat. Gegen diese schwarze Magie kann nur Desina helfen, doch ist sie schon bereit für eine so schwere Aufgabe?
Kommentar:
Die Eule von Askir ist die Brücke zwischen den Zyklen: Die Geheimnisse von Askir und den Götterkriegen. Man sollte dieses Buch lesen, sobald man die Feuerinseln beendet hat, denn hier werden Ereignisse erläutert, die sich einige Tage vor dem Kronrat ereignen. Wir erfahren etwas über die Vergangenheit Wiesels und Desinas, zwei Figuren, die uns schon im letzten Band ans Herz gewachsen sind. Desina weiß nichts über ihre Herkunft, sie ist ein Findelkind und sie schenkt all ihre Liebe ihrem Freund und Retter Wiesel und ihrem Ziehvater Istvan. Sie bleiben ihre engsten Freunde und Berater, auch als sie eine Eule wird. Snobismus ist ihr fremd, sie hat eine offene, natürliche und herzliche Art, die bald auch Santer bezaubert, der ihr Adjutant und Vertrauter wird.
Auch das Schicksal von Feltor, Alsea und Balthasar wird hier näher beleuchtet und wie es zum Verrat der Eulen kam. Obwohl der Fokus hier eindeutig auf Santer, Wiesel und Desina liegt, hat Richard Schwartz auch die Nebenfiguren sehr liebevoll skizziert, sie wirken erfrischend lebendig und humorvoll, allen voran Fefre und die Bardin Taride, denen wir auch in zukünftigen Bänden immer mal wieder begegnen werden. Ich muss gestehen, dass ich durch die ganzen Liebesirrungen um Havald zum Schluss des ersten Zyklus etwas genervt war, daher finde ich persönlich sehr erholsam, dass hier andere Figuren eine Hauptrolle spielen und Leandra und Havald eine Pause einlegen. Sie fehlen nicht wirklich, Desina, Santer und Wiesel schaffen es durchaus, sich gegen diese zwei starken Persönlichkeiten zu behaupten

Die Eule von Askir kann man als eigenständiges Buch lesen, Vorkenntnisse aus dem ersten Zyklus werden nicht unbedingt benötigt, sind aber hilfreich um die Geschichte der Eulen besser zu verstehen und sich der politischen Lage Askirs bewusst zu werden. Leider wurde in diesem Band wieder auf eine Karte verzichtet, obwohl detaillierte Karten zu Askir existieren. Hier hätte man die Chance gehabt, sich ganz auf Askir und Umgebung zu konzentrieren, ohne die Nordlande mit einzubinden.
Ein Minuspunkt bei dieser Geschichte gibt es allerdings: Mir geht alles etwas zu schnell. Immer wieder betont Desina, dass sie erst am Anfang ihrer Ausbildung steht. und die Magie kaum beherrscht. Sie hat erst die dritte Prüfung abgelegt und viele Geheimnisse sind noch vor ihr verborgen. Trotzdem kann sie gegen Zauberer bestehen, die seit 700 Jahren existieren und sowohl die Magie der Eulen als auch die Blutmagie beherrschen. Und aus allem kommt sie ungeschoren davon. So symphytisch die junge Frau auf uns wirkt, ist das alles doch etwas unglaubhaft. Ihr fehlen das Wissen und die Erfahrung um gegen Asela und Feltor zu bestehen, trotzdem scheint der Sieg am Ende zu leicht.
Fazit:
Eine leichte Lektüre ohne große Überraschungen aber nichtsdestotrotz lesens-und empfehlenswert als Ergänzung der Askir Saga.
7 von 10 Sternen
Titel: Die Eule von Askir
Reihe: Askir Saga Ergänzungsband
Autor: Richard Schwartz
Verlag: Piper, TB, 431 Seiten
ISBN: 978-3492266741

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