Der Herr des Feuerlandes
Schwur der Schwerter
Ich mache bei der SUBventur
zwar nicht offiziell mit, aber dieses Jahr habe ich schon einige Reihen
gelesen, die seit den späten 90ern oder beginnenden 2000ern bei mir stehen.
Des Königs Klingen ist so eine
Reihe. Mittlerweile bin ich Band bei drei und ich bin absolut begeistert. Während
mir die Artus Reihe von Stephen Lawhead etwas zu versponnen und langatmig war,
kommt hier keinen Moment Langeweile auf.
Ich erkläre hier das Konzept der
Klingen. Es ist kein Spoiler, sondern Grundlage aller Bücher. Wie schon bei
Daniel Abraham, stellt sich mir hier die moralische Frage, ob eine Bindung
nicht eine Art Sklaverei ist, egal, ob ein Mensch oder ein Wesen gebunden wird.
Jeder Band erzählt von einer
anderen Klinge des Königs. In Band eins ist es Durendal, in Band zwei sind es
Räuber und Wespe und in Band drei werden so einige genannt, allen voran Hund.
Die Klingen dürfen sich nach dem Eintritt in den Orden einen neuen Namen
aussuchen, die meisten der Jungen wählen Namen von berühmten Klingen, die in
die „Litanei“ eingegangen sind. In dieser Litanei wird das Leben jeder einzelnen Klinge,
ihre Tapferkeit und ihr Ruhm festgehalten.
Eine Klinge zu sein bedeutet,
ein ganzes Leben lang an ein Mündel gebunden zu sein. Die Klingen werden in
Eisenburg ausgebildet. Die Jungen kommen aus dem ganzen Land. Es sind Kinder,
die nirgendwo einen Platz haben. Kinder, die unerwünscht, ungeliebt und
verachtet sind. Viele haben aus der Not heraus schon Verbrechen begangen. Das
alles ist vergessen, sobald sie in Eisenburg aufgenommen werden. Dort wird ein
neues Blatt für sie geschrieben, voller Ehre, Mut und Tapferkeit. Eine
angehende Klinge durchläuft verschiedene Stufen der Ausbildung. Jeder beginnt
als Balg, als Fußabtreter und Diener für die älteren Jungen. Nicht alle
überstehen diese Tortur, einige verlassen Eisenburg, doch die, die bleiben,
werden zu den besten Schwertkämpfern des Landes ausgebildet. Dazu kommen höfisches Benehmen, Politik, Geschichte. Konversation und Tanz, eben alles, was man am Königshof
benötigt.
Das Ritual, um eine Klinge zu
binden erscheint grausam. Nur wer den Eid wahrhaft und ernst spricht, überlebt
das Ritual. Zwar kommt es selten zu Todesfällen, da jeder Primus begierig
darauf ist, die Schule zu verlassen und zu dienen. Aber nicht alle Klingen
kommen in die Königsgarde. Der König vergibt diese Ehre auch seinen
Untergebenen und nicht jeder dieser Grafen und Barone ist ein redlicher Mann.
Das muss auch Durendal erfahren, als er gebunden wird. Statt dem König zu
dienen wird er dem Marquis von Nechts zugewiesen, einer fetten Kaulquappe, der
nur eine Klinge bekommt, weil er der Bruder der Mätresse des Königs ist.
So beginnt Durendals Schritt
in die Welt holperig, doch er versucht, das Beste daraus zu machen und sein Weg
nimmt erstaunliche Wendungen. Er macht seinem Vorgänger, dem ersten Durendal
alle Ehre, übertrumpft ihn sogar noch.
Bei Wespe und Räuber sind die
ersten Schritte genauso erstaunlich. Räuber verweigert dem König den Eid. Da
Räuber und Wespe die besten Freunde sind und Räuber den schmächtigen Jungen vom
ersten Tag als Balg an beschützt hat, verweigert Wespe den Eid ebenfalls. Ein
noch nie dagewesenes Ereignis in Eisenburg. Der zweite Band umfasst die
Vorgeschichte Räubers und seine Gründe für die Weigerung, den Eid zu leisten.
Beide Klingen erobern die Leser im Sturm. Der schüchterne und stille Wespe und
der charmante, und teils respektlose Räuber erleben Abenteuer, wir kaum eine
Klinge zuvor.
Der dritte Band dreht sich um
die Tochter des Königs, Malinda. Sie steht in der Thronfolge an zweiter Stelle.
Da ihr kleiner Bruder Amby, den sie über alles liebt, krank und schwächlich
ist, beginnt ein politisches Tauziehen
um die junge Frau. Um sich zu schützen, rät Durendal ihr, Klingen zu binden. Ohne
Erlaubnis des Königs ist dies eigentlich nicht gestattet aber sie schafft es,
vier Klingen an sich zu binden. Alle eigentlich noch zu jung und unreif, um die
politische Bühne zu betreten. Aber Ambrose IV hat alles an fertigen Klingen
abgeerntet um die Königsgarde aufzufüllen und Malinda muss mit den Vieren vorliebnehmen.
Mir hat das ganze Konzept der
Klingen wirklich gut gefallen. Der König der Baelen nennt sie Sklaven, da sie
durch den Eid an eine Person gebunden sind und diese ihr ganzes Leben lang
beschützen müssen, außer, sie werden aus dem Eid entlassen. Aber sie haben
durchaus eine eigene Meinung und eigene Ansichten, die denen des Königs oft
genug quer laufen. Gerade Durendal ist da ein hervorragendes Beispiel. Was mich
etwas entsetzt hat ist die Reaktion der Klingen auf den Tod eines Mündels. Aber
auch das wird klaglos akzeptiert.
Alle drei Bände haben als
Grundgerüst die gleichen Ereignisse. Die Regierungszeit Ambrose IV. Ein
gewaltiger König, sowohl an Macht als auch an Leibesumfang. Doch jede
Geschichte endet anders, was mich sehr verwirrt. Im Vorspann von Band drei wird
aber darauf hingewiesen, dass diese Ungereimtheiten sich am Ende auflösen und
das gelingt dem Autor perfekt.
Die Sprache wirkt etwas
altmodisch, passt aber durchaus zu dem ritterlichen Handlungsrahmen. Allerdings
enthalten die Bände sehr viele Rechtschreibfehler. Da es sich um Verlagsbücher
handelt, finde ich das schon etwas peinlich. Es kann aber natürlich in der
Neuauflage durchaus sein, dass Korrekturen vorgenommen wurden.
Fazit:
Spannende Abenteuer mit
unvergleichlichen Helden. Ich habe alle drei Bände innerhalb einer Woche
gelesen und freue mich auf die weiteren Bände.
Titel:
Die vergoldete Kette
Der Herr des Feuerlandes
Schwur der Schwerter
Reihe: Die Klingen des Königs
Band 1 bis 3
Autor Dave Duncan
Verlag: Bastei Lübbe, TB, alle
um die 600 Seiten