31 Oktober 2021

Tharkarun von Chiara Strazulla

 

Überall in den acht Reichen tauchen schattenhafte, tödliche Wesen auf, denen mit den Waffen der Sterblichen nicht beizukommen ist. Lange wird im Rat der Völker darüber debattiert, wie dieser Bedrohung entgegen zu treten ist. Alte Feindschaften müssen begraben und ein gemeinsames Heer aufgestellt werden. Während sich die Mitglieder des Rates noch darüber streiten, wer dieses Heer anführen soll, erscheint »der Magus« ein Abgesandter der Götter, der ihnen eine alte Prophezeiung offenbart. 
Ein Wesen aus jedem der acht Völker muss sich finden und gemeinsam müssen sich diese zukünftigen Gefährten in das Zentrum der Gefahr begeben und sie eliminieren. Doch es dürfen keine strahlenden Helden sein, gesucht werden die übelsten und grausamsten Schurken der bekannten Welt.

Kommentar: 
Chiara Strazulla hat sich hier sehr von »Herr der Ringe« beeinflussen lassen, vieles erinnert einfach zu sehr an das monumentale Werk Tolkiens. Aber die Autorin hat durchaus auch eine eigenständige Geschichte geschaffen, die den Leser zu fesseln vermag, da verzeiht man ihr die Ähnlichkeiten durchaus. 
Acht Schurken müssen es sein, die sich gemeinsam auf den Weg machen, angeführt von dem Magus, was zusammen neun ergibt. Neun Gefährten also, bis auf den Magus, alles Abschaum der Gesellschaft.

Morosilvo Dan Na’Hay von den Menschen ein übler Betrüger und Sklavenhändler 

Thix Arnur Velinan aus dem Elbenreich dessen Taten schon legendär sind, auch über die Grenzen des Elbenreiches hinaus.

Shaka Alek, ein Dämon, der über Hexenkräfte verfügt

Pelcus Vynmar ein Dieb aus dem Zwergenreich mit einer Leidenschaft für Sprengstoff 

Lady Ametista aus dem Faunenreich, die praktisch in den Kopf eines jeden Menschen eindringen und dessen Gedanken manipulieren kann

Farik Rilkart aus dem Reich der Goblins, der mit Hilfe des Magus seine feuerspuckenden Talente entdeckt.

Andrachan Caleth ein Mörder aus dem Feenreich, der sogar von seinen Gefährten gefürchtet wird 

Arinth Naun aus dem Gnomenreich, über den man irgendwie wenig erfährt. Er gilt als Terrorist

Während also die Räte noch darüber debattieren, wer das geeinte Heer anführen soll und wo man dem Gegner am besten geeint entgegen tritt, machen sich die unfreiwilligen Antihelden auf den Weg, um den Hort des Unheils zu finden. Zu Beginn der Reise herrscht großes Misstrauen untereinander. Was daran liegen mag, dass jeder der acht Reisenden bisher ein Einzelgänger (und Einzelgängerin in Falle von Ametista) war und jeder weiterhin versucht sein »Ding« durchzuziehen. Es ist sehr amüsant zu lesen, wie Pelcus seinen Kameraden immer wieder Gegenstände entwendet oder Lady Ametista versucht, die männlichen Teilnehmer der Gruppe mit ihren mentalen und hypnotischen Fähigkeiten zu beeinflussen. Doch je länger die Reise dauert, desto enger wächst die Gemeinschaft zusammen, sie lernen voneinander und beginnen, sich gegenseitig zu Vertrauen. 
Währen also die Gefährten sich direkt in das Zentrum der Gefahr begeben, kommen die Räte zu dem Schluss, dass das vereinte Heer der acht Reiche nicht mächtig genug ist, um den Gremlins und ihrem geheimnisvollen Anführer zu trotzen. 
Allan Sirio, ein Druide, wird zusammen mit Elirion Fudrigus, dem Sohn des Menschenkönigs, ausgeschickt das geheimnisvolle Volk der Shadari zu finden und um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig begibt sich der Prinz der Elben, Dhannam Sulpicius, zusammen mit zwei Begleitern, zu den »Rittern der Finsternis«, einem geheimen Orden, der tapfere und unvergleichliche Krieger hervorbringt. 
Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den Ereignissen, was das Tempo und die Spannung sehr erhöht. Obwohl das Buch über 900 Seiten hat, wurde es kaum langweilig. Sicherlich gibt es ein paar Wiederholungen und kleinere Längen aber das verzeiht man gerne. Dafür gibt es sehr viele Stellen, die mir ein Schmunzeln entlockt haben: 
 
Seite 756: »ich bin kein Gotteslästerer, protestierte er lautstark. Ich war immer schon überzeugt, dass die zwölf Götter Humor haben…und außerdem, hier funkelten seine dunklen Augen auf, während er vertraulich zwinkerte, haben sie so etwas wie die Gnome erschaffen.

Oder auch Seite 757: »Pelcus«, rief er empört auf. »Gibst du den nie auf? Ich habe doch nichts mehr, was du mir stehlen könntest. Du hast mir alles geraubt außer meiner Würde, und das auch nur, weil ich noch nie welche besessen habe.«

Die Frotzeleien der Gefährten sind das Salz in der Suppe dieses Romans und es ist schön zu lesen, wie sie nach und nach zusammen wachsen. Dabei ist der Weg keinesfalls einfach, viele Gefahren lauern auf ihrem Weg und oft sind sie sich selbst eine Gefahr. 
Die Figuren sind sehr gut geschildert und man bekommt als Leser einen guten Einblick in ihre Gedankenwelt. Alles in allem bieten die Völker allerdings keine Überraschungen sondern hier bedient sich die Autorin gängiger Klischees. Die Elben sind arrogant und selbstischer, die Menschen meinen, alles besser zu können und die Zwerge lieben es, neue Maschinen zu erfinden, die man mit jeder Menge Sprengstoff befüllen kann. Während sich die ältere Generation immer noch oft in den Haaren liegt, erkennen die Prinzen recht schnell, dass sie zusammen mehr erreichen können als getrennt. Auch wenn sie sich nicht mögen, respektieren sie einander und vertrauen auf die Kraft des jeweils anderen. 
Wie schon in Herr der Ringe, zieht sich die Reise etwas zu lange hin. Aber durch den ständigen Wechsel fällt das wirklich nicht so ins Gewicht. 
Vorne im Buch findet sich ein Personenregister, ich fand es sehr nützlich, da einen zu Beginn die vielen Namen etwas verwirren. Doch je weiter die Ereignisse voranschreiten, desto weniger braucht man diese Stütze, man beginnt, die eigenwilligen Charaktere zu mögen. Das Cover zeigt Tharkarun, den Krieger der Nacht, der durchaus Grund hat, auf alle sauer zu sein. 
Ein schöner Roman über Treue und Freundschaft und darüber, dass es nicht immer Helden braucht, um die Welt zu retten. Manchmal können nur Schurken einen Schurken besiegen. Es ist nichts für Leser, die auf Action und schnelle Handlungen stehen, die Geschichte entwickelt sich langsam, jede Figur bekommt Raum sich zu entfalten und oft man erstaunt, wie sich die Wesen wandeln. 
 
Fazit: 
Ein ruhiger, sehr schöner Fantasyroman, der in meinen Augen alles bietet, was das Herz eines Fantasyfans begehrt.

Titel: Tharkarun –Krieger der Nacht 
Autorin: Chiara Strazulla 
Verlag: cbj, HC, 911 Seiten 
ISBN: 9783570139660

3 Kommentare:

  1. Ich mag das Cover! Gefällt mir!

    Hab einen schönen Feiertag liebe Petra!

    Viele Grüße
    Kerstin

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  2. Huhu Petra :)

    Freut mich, dass die Geschichte dir so gut gefallen hat :) ich hab sie ja auch schon gelesen und mochte sie total gerne. Und wenn ich ehrlich bin, dann freut es mich gerade, dass ich mich an kaum noch was erinnern kann, dann kann ich sie nochmal lesen^^

    Viele Grüße
    Andrea

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