05 April 2021

Die Diebin des Teufels von Lisa Maxwell

 

Eine Welt, in der Magier gefürchtet, verachtet, verfolgt und getötet werden. Die Stadt New York ist ein Asyl für diese Menschen, doch die Stadt wird zu ihrem Gefängnis. Einmal dort, kann man nicht mehr fort. Eine »Schwelle« verhindert, dass ein Magier diese Stadt jemals wieder verlassen kann. Einem Magier, der mit dieser Schwelle in Berührung kommt, wird seine Kraft entzogen. Und ohne seine magischen Fähigkeiten ist ein Magier nichts, er siecht dahin und stirbt. Ziel mehrerer Gruppen und Menschen ist es, diese Schwelle zu zerstören. Einige mit guten Absichten, um den Magiern die Freiheit zu geben, einige mit ehrgeizigen Absichten, um endlich über die "niederen" Menschen herrschen zu können. 
Der Orden, der einst diese »Schwelle« errichtet hat um die Menschen vor den Magiern zu schützen, nutzt nun selbst pervertierte Magie, um seine Machtstellung zu erhalten. Die Mitglieder dieses Ordens bestechen Politiker und die Polizei, nehmen Einfluss auf Gerichtsurteile und lassen unliebsame Mitmenschen auch gerne eliminieren.  Estas Ziel und das Ziel aller Magier ist es, den Orden zu stürzen und die Schwelle zu vernichten.
 
Kommentar: 
Normalerweise beginne ich eine Rezension, in dem ich kurz den Inhalt zusammenfasse und dann auf Details, Schreib- und Ausdrucksweise eingehe. Hier wird das etwas schwierig, denn Band zwei schließt nahtlos an den ersten Band an und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Daher finde ich sogar, dass der Klappentext zu vieles verrät und ich werde versuchen, lediglich auf die Dinge einzugehen, die auch im Klappentext schon erwähnt werden. 
Schweren Herzens kehrt Esta in ihre eigene Zeit zurück. Persönliche Belange und Gefühle stellt sie hinten an, denn sie weiß, die Gegenwart ist ihre Heimat und dort leben ihre Freunde, denen sie helfen will. 
Doch Verstand und Gefühl sind oftmals nicht einer Meinung und nach ein paar schockierenden Offenbarungen ihres Mentors kehrt Esta in das Jahr 1902 zurück um dem Magier Harte zu helfen. Diese Hilfe beinhaltet, die magische Schwelle, die New York umgibt, zu durchbrechen und die fünf Elementarsteine zu finden, die Harte in alle Welt verstreut hat. 
Esta merkt schnell, dass ihre Fähigkeiten in der Nähe von Harte nicht mehr so zuverlässig sind wie früher und dass seine Anwesenheit sich negativ auf sie auswirkt. Daher missglückt ihr auch ein Sprung und statt an einem anderem Ort, landet sie mit dem Magier zusammen in einer anderen Zeit. Sie starten 1902 und nach dem Ende des Sprungs befinden sie sich im Jahr 1904.
 
Ab dort wechselt die Geschichte immer wieder zwischen den beiden Jahren, bis sich letztendlich alte Freunde und alte Feinde alle im Jahre 1904 in St.Louis aufeinander treffen. 
Harte und Esta begeben sich nach St. Louis, weil der Magier Julien, dem Harte 1902 eines der Artefakte überlassen hat, dort ein festes Engagement hat. Harte konnte damals nicht ahnen, dass er die Menschen, denen er die Elementarsteine übergeben hatte, in Lebensgefahr gebracht hat. Und sein Erzfeind Jack Grew setzt alles daran, diese Steine vor Esta und Harte zu finden und ihre Macht zu nutzen. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. 
Mir hat auch der zweite Band um Esta und Harte sehr gut gefallen. Während ich bei einigen Zeitreise-Romanen oft das Gefühl habe, dass einiges unlogisch ist und die Autoren zu Gunsten der Geschichte »Kniffe« entwickeln, die unglaubhaft wirken, hat mich diese Geschichte voll und ganz überzeugt. Vor allem der Wechsel zwischen den Jahren 1902 und 1904 erhöht die Spannung ungemein. So erfahren wir Leser, im Gegensatz zu Esta und Harte, was aus Vivian und Jianyu geworden ist. Und neue Figuren betreten 1902 die Bühne, von denen das Duo nicht weiß. Das ist ein toller Kniff, denn so weiß der Leser mehr als die Charaktere und kann mit verfolgen, wie alle Fäden zusammen laufen. 
Was man während des Lesens vergisst und einem nicht bewusst wird ist, wie jung die Charaktere noch sind. Harte, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, bricht aus, lässt seine Vergangenheit hinter sich und lebt ein bescheideneres Leben abseits der Gangs, die New York und die Slums kontrollieren. Aber niemand kann seiner Vergangenheit endgültig entfliehen. Er und Esta sind noch keine 20 Jahre alt aber das Leben hat sie gezeichnet, sie haben so vieles erlebt und erlitten, dass man glaubt, altere und reifere Charaktere vor sich zu haben. Das gleiche gilt auf für Jianyu, Vivian, Cela oder ihrem verhassten Gegner Jack Grew. 
Es sind keine unreifen Teenager, die zu Helden mutieren, um die Welt zu retten, sondern glaubhafte Charaktere, die durch das Schicksal geprägt wurden und Verantwortung übernehmen. Gerade das ist es, was mich als Leser absolut überzeugt hat. Auch die neuen Personen, die hier die Bühne betreten, wie Ruby und Theo, überzeugen auf ganzer Linie. 
Das Buch packt einen von der ersten Seite, sprachlich ist es ebenfalls ein Highlight, wer es in die Hand nimmt, kann es kaum noch weglegen. Normalerweise hat ein Mittelteil ja so seine Schwierigkeiten aber hier wird die Geschichte einfach in hohem Tempo weiter erzählt, ohne zu vielen Wiederholungen und ohne Bruch.
 
Fazit: 
Eine spannende und glaubhafte Fortsetzung einer fesselnden Geschichte mit überzeugenden Charakteren. Ich bin bespannt, wie es weiter geht. 
 
Titel:  Die Diebin des Teufels 
Reihe: Der letzte Magier von Manhattan Band 2 
Autor: Lisa Maxwell 
Verlag: Knaur, Softcover, 718 Seiten 
ISBN: 9783426523698

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