19 Januar 2020

Wild Cards - die Hexe von Jokertown ( Jokertown Band 3) Herausgeber GRRM


In der Decke des Polizeireviers von Jokertown öffnet sich ein Loch und heraus purzeln die seit langem vermissten und entführten Joker. Franny Black. Pater Squid und Marcus haben es geschafft, der Spur der Opfer zu folgen, sie zu finden und zu befreien. Mollie Steunenberg, die den Übergang in das Polizeirevier geöffnet hat, verschließt ihn aber wieder, bevor Franny sich ebenfalls aus der Hölle Namens Talas retten  kann. So schließt er sich gezwungenermaßen Baba Yaga an, der Frau, die für all das Unglück der Joker verantwortlich ist. Er hält sie für das personifizierte Böse, als er jedoch die Hintergründe für ihre grausamen Taten erfährt, muss er seine Meinung über die alte Frau revidieren.

Infamous Black Tongue bleibt ebenfalls in Kasachstan, er liebt Olena, ein junges Mädchen, dass als Prostituierte für Baba Yaga gearbeitet hat. Er möchte sie mit in die USA nehmen und dort ein neues Leben mit ihr beginnen.  Allerdings findet er keine Möglichkeit, das Land zu verlassen. Die Grenzen werden geschlossen und die Armee sperrt alle Straßen rund um die Stadt Talas, in der sich das Casino befunden hat. Etwas Böses strömt aus der Stadt heraus und verbreitet sich immer mehr. Steht eine zweite Seuche bevor, wie damals, als das Wild Card Virus sich verbreitete?
Das Komitee macht sich bereit, nach Kasachstan aufzubrechen, um die Lage vor Ort zu sondieren und ggf. einzugreifen.
Kommentar:
Ich habe alle bisherigen Bände der Asse Reihe gelesen. Gerade die letzten beiden Bücher » die Cops von Jokertown« und » die Gladiatoren von Jokertown« haben mir am besten gefallen. Dies hier ist der dritte und abschließende Band der Jokertown Reihe und ich war absolut enttäuscht. Ich habe das Buch tatsächlich abgebrochen, denn es besteht nur aus Gewaltexzessen und auch die etwas ruhigeren Szenen konnten mich nicht fesseln.
Hier treffen wir viele alte Bekannte aus den vorherigen Bänden, vor allem die ersten American Heroes. Das Komitee greift ein, da die Situation in Talas eskaliert. Wir treffen berühmte Asse wie Bubbles oder Earthquake wieder, ebenso Ink, die mittlerweile für das Komitee arbeitet oder auch Joey, die sich Sorgen um ihre große Liebe Bubbles macht. Es ist also genug Potenzial vorhanden, um daraus ein besonderes Buch zu machen. Das Beste, was Jokertown zu bieten hat, die stärksten und bekanntesten Asse des Komitees und ein Bösewicht in Gestalt einer alten Frau. Merkwürdigerweise habe ich am ehesten mit Baba Yaga sympathisiert. MTB mutiert zu einem liebeskranken Idioten. Die Querelen und Eifersüchteleien des Komitees untereinander nerven einfach nur und der sehr häufige und sprunghafte Wechsel zwischen den einzelnen Erzählsträngen hat mich teilweise überfordert. Dabei mag ich diese Art der Erzählung eigentlich gerne. Wenn mehrere Handlungsstränge am Ende der Geschichte logisch zusammengeführt werden und ein rundes, spannendes Ganzes ergeben. Hier bin ich leider nicht bis zum Ende gekommen. Man sollte sicher als Leser nicht bei einem Band neun einer Serie aufgeben und durchhalten. Aber die brutale Gewalt und das verstörende Verhalten der Menschen haben mich zutiefst abgeschreckt.
Dabei kann und mag ich nicht sagen, dass die Geschichte nicht gut ist oder spannend erzählt wird. Aber ich schaue auch keine Zombieserien oder Horrorfilme und dieses Buch ist die Steigerung von allem. Was sich die AutorInnen haben einfallen lassen, hat mich entsetzt. Ich bin aber hier sicherlich kein Maßstab, denn Horror oder Splatterfans werden die Story lieben. Auch in den vorherigen Bänden gab es immer wieder grausame Szenen voller Gewalt aber nie so eindringlich und detailverliebt wie in dieser Geschichte. Gerade in den Jokertown Bänden stand die Menschlichkeit oft im Vordergrund. Es wurde auf das Leiden und die Andersartigkeit der Joker eingegangen, auf ihr Leben und ihre Gefühle.
In diesem Band wird zwar ebenfalls auf die Gefühle der verschiedenen Charaktere eingegangen aber das geht in der Masse an Blut und Gewalt einfach unter und sie berühren mich als Leser nicht, da diese Sequenzen für mich zu kurz waren, um mich von den Schrecken zu erholen, die geschildert werden.  Keine der Figuren erweckt meine Sympathie, außer vielleicht die Bewohner des kleinen Dorfes, in dem MTB und Olena kurzfristig Unterschlupf finden. Während in den westlichen Ländern die Joker teilweise akzeptiert werden und ein Teil des Lebens sind, werden sie in den Ländern des Ostens, wie in Kasachstan, ausgegrenzt und abgeschoben. Sie werden bespuckt, verjagt, im schlimmsten Fall angegriffen und straflos verstümmelt oder ermordet. Sie werden nicht als Menschen angesehen sondern als Blasphemie.
Fazit:
Ich kann also weder eine Empfehlung aussprechen noch das Buch negativ bewerten. Es ist einfach nicht meins, sehr schade, da ich die vorherigen Geschichten sehr gerne gelesen habe. Vielleicht werde ich das Buch noch zu Ende lesen und meine Rezension dann anpassen. Momentan mag ich aber nicht mehr von dieser brutalen Geschichte lesen.
Titel: Die Hexe von Jokertown
Reihe: Wild Cards
Herausgeber: GRRM
Verlag: Penhaligon, Softcover, 812 Seiten
ISBN: 9783764532222

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