31 Januar 2020

Die Lucifer Chroniken von Catherine Webb


Sam Linnfer, Luc Satise oder auch Sebastian Teufel, das sind die Namen, die der Fürst der Hölle benutzt, wenn er auf Erden wandelt.
Abgelehnt von seinem Vater und verachtet von seinen Brüdern, aus Elysium verbannt, wandelt der Verstoßene über die Welt und lernt, die Menschen zu lieben. Er hat Freunde unter den uralten Elfen, wie Wisperwind oder Adamarus und in Anette, einer Widerstandskämpferin im 2. Weltkrieg, findet er eine Geliebte. Sie alle akzeptieren ihn so wie er ist und als das, was er ist. Ein verschmitzter, spitzbübischer,  charmanter,  manchmal ernster junge Mann, der mehr gesehen und erlebt hat, als es je ein Mensch zu ertragen vermag.

Er hält sich fern von seinen Verwandten, doch als Freya ihn besucht, lernt er, sie zu lieben. Freya ist die Tochter der Göttin Liebe, sie ist warmherzig und offen und durchbricht die Mauern der Isolation Lucifers. Wenn auch nur für kurze Zeit, denn Freya ist ein Wesen, welches  alles und jeden liebt und so zieht sie weiter. Lucifer vergisst ihre Gabe der Liebe nie und als Freya ermordet wird, setzt er alles daran, ihren Mörder zu finden. Da in ihrem Haus ein Brief an ihn gefunden wird, wird er von der Polizei verhört und als Verdächtiger behandelt. Doch dieser Brief ist für Lucifer die erste Spur, die ihm einen Hinweis auf die Täter gibt. Seine Suche führt ihn über Tibet und Russland, direkt in die Hölle und ins Elysium und das wahre Ausmaß dessen, was die Mörder beabsichtigten, kommt erst nach und nach ans Licht.
Kommentar:
Ich habe da Buch vor einigen Jahren schon einmal gelesen und hatte es als spannend in Erinnerung. Nachdem ich die Serie Lucifer im TV gesehen hatte, wollte ich einen direkten Vergleich zwischen Buch und TV Serie ziehen. Beides hat ihren Reiz, auch wenn ich Lucifer Morningstar gelungener finde als Sebastian Teufel bzw. Sam Linnfer.  In beiden Medien ist der Teufel den Menschen verbunden und ihnen Nahe, er verbringt viel Zeit auf der Erde und verliebt sich. Auch wenn Freya eine Tochter der Göttin ist, gibt es doch auch Anette, die er in den Wirren des zweiten Weltkrieges kennenlernt und der er bis an ihr Lebensende verbunden bleibt.
Catherine Webb vermischt hier so ziemlich alle Religionen, Sagen und Legenden miteinander und heraus kommt ein bunter und unterhaltsamer Mix, der allerdings gegen Ende etwas schrill wird.
Chronos, Vater der Zeit, ist der oberste Gott. Mit seinen acht Königinnen zeugt er viele Nachkommen. Mit  Königin Glaube zeugte er Jehova, mit Dame Krieg zeugte er Odin mit seiner auserwählten  Nacht zeugte er Seth und aus seiner Liebe zu Königin Weisheit entstammt Buddha. Träger des Lichts war Baldur, doch dieser wurde von Loki ermordet und mit Baldur schwand die Hoffnung. Baldur war zu vertrauensselig, zu liebevoll, zu naiv  und gutmütig, er hatte den Listen von Loki nichts entgegen zu setzen. Also musste ein neuer Träger des Lichts her. Jemand, mit dem man nicht rechnet, jemand, der es schafft zu überleben und hinterhältige Angriffe, Tücke, Lüge und Verrat zu durchschauen. Also zeugte Chronos mit seiner Göttin Namens Magie einen Sohn: Lucifer. Magie wurde nie zur Königin des Himmels ernannt, man fürchtete sie, denn sie war die pure Macht, diejenige, die allen Voraussagen trotzen und unerwartete Ereignisse herbeiführen konnte. Auch gegen den Plan des Allvaters, des Allwissenden. Lucifer war somit zwar Träger des Lichts, aber ein illegitimer Sohn von Chronos, ein Bastard, der Zeit seines Lebens um seinen Platz im Himmelsgefüge kämpfen musste, letztendlich sogar daraus verbannt wurde. Doch jede Abneigung, jedes Quäntchen Hass, jeder Anschlag auf ihn machte ihn stärker. Auf der Erde focht er in jedem Krieg mit, er lernte alle Arten des Kampfes und des Überlebens kennen und das machte ihn  stärker.
Wie Lucifer zu Jehova sagt: „Ihr habt das wahre Ausmaß meiner Macht nie gekannt.“ Als Freya ermordet wird, lernen die Brüder Lucifers seine wahre Macht kennen. Er ist, wie sie, ein Weltenwandler und durch seine Jahrhunderte währenden Aufenthalte auf der Erde ha er viele Kontakte, auch in der Unterwelt. Er verfügt über ein eigenes Netzwerk an Helfern und Spionen. Auch wenn er von göttlicher Seite kaum Beistand erfährt außer von Gabriel und Buddha, so hat er doch mehr unerwartete Helfer, als zunächst vermutet. Es gibt Pläne innerhalb von Plänen, doppelten und dreifachen Verrat, nichts ist einfach oder klar strukturiert. Die Kinder rebellieren gegen ihren Vater, Chronos ist zu abwesend und unnahbar, scheinbar zu unbeteiligt und uninteressiert an dem, was im Himmel passiert. Die Kinder rebellieren. Doch wie alle Kinder, die mit dem Feuer spielen, verbrennen sie sich die Finger und packen etwas an, was sie  nicht bewältige können. Als Lucifer erfährt, welche Pläne seine Brüder schmieden, stellt er sich gegen sie, nur, um festzustellen, dass er selber Teil eines Plans ist. Wie bei einer Matroschka Puppe, entfaltet sich nach die ganze Komplexität hinter dem Angriff auf Freya und Sam/Luc/Sebastian weiß  nicht mehr, wem er noch trauen kann.
Es mag sich etwas konfus anhören aber die Geschichte ist wirklich unterhaltsam. Dass ausgerechnet Buddha sich mit dem Teufel verbindet, ist schon amüsant. Die Autorin hat sehr viele Ideen, teilweise wäre weniger vielleicht mehr gewesen, so überschlagen sich manche Ereignisse.
Das Cover passt zu diesem Roman, es ist schlicht, weckt aber gleichzeitig Erwartungen.
Titel: Die Lucifer Chroniken ( Zwei Romane in einem Band)
Waywalkers/Timekeepers
Autor: Catherine Webb
Verlag: Bastei Lübbe, TB, 654 Seiten
978-3404206285

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