05 Februar 2019

Driftworld von Werner Karl


https://www.amazon.de/Driftworld-Werner-Karl/dp/1730733840/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1549360695&sr=8-1
Driftworld ist eine raue und brutale Welt. Auf den schwimmenden Inseln leben einzelne Clans, Kontakt gibt es wenig untereinander. Daher fällt es König Rhazor auch nicht schwer, die einzelnen Inseln zu überfallen, deren Bewohner zu töten oder zu versklaven und die Insel seinem Reich einzugliedern. Er ist der festen Überzeugung das er als Herrscher über das einzig stabile Landstück, das Recht  auf die Herrschaft über die ganzen Welt hat. Er ist ein Tyrann und Blutsauger und niemand wagt es, sich seiner Armee aus Knochenkriegern entgegen zu stellen.
Doch unerwartet bildet sich eine kleine Gruppe Widerständler, die sich scheinbar zufällig findet. Der junge Zauberer Ceanag sucht nach einer Waffe, die schon einmal in einem Krieg zum Sieg geführt hat, die aber verschollen ist. Das Wissen um diese Waffe ging im letzten Krieg verloren, ebenso wie das Wissen der Magier und anderer Zauberwesen. Ceanag verfügt nur noch über den Schatten der einstigen Macht der Zauberer. Wir dies ausreichen, den Tyrannen zu vernichten? 

Kommentar:
Zu Beginn teilt sich die Geschichte in mehrere Abschnitte auf und die Hauptcharaktere werden jeweils vorgestellt. Die Zauberin Aurelia lebt, als Hofdame getarnt, in Quorr und sucht dort nach einer Möglichkeit, den König zu stürzen. Hier begegnet sie dem Iruti Surrio, der wie sie, zu den alten Völkern gehört. Im letzten Krieg wurden beide Völker fast vernichtet und die Menschen glauben, dass sie gänzlich ausgestorben seien. Obwohl Iruti und Zauberer in der Vergangenheit Feinde waren, beschließen Surrio und Aurelia, gemeinsam gegen den König vorzugehen.
Kapitän Chisso ist stolzer Kapitän der Seekönigin und Oberhaupt seines Clans. Er und seine Algenmänner sind Seefahrer und Händler und haben somit Kontakt zu vielen der driftenden Inseln. Als der Kapitän einen heimatlosen und armen Knaben an Bord nimmt, ahnt er nicht, dass sich hinter dessen kindlichen Äußeren ein Wesen des alten Volkes verbirgt. Wie auch Surio, ist Talli ein Wandelwesen.  Durch dessen Anwesenheit an Bord wird die Seekönigin in die Ereignisse mit hinein gezogen. Zu diesen Charakteren gesellen sich noch Halldirian, der letzte Überlende seines Clans sowie Kämpfer des Eismannvolkes.
Die Welt, die der Autor hier entworfen hat ist absolut faszinierend und im Detail überzeugend. Sie wird bewohnt von verschiedenen Völkern und Lebewesen. Der tägliche Überlebenskampf ist hart, es wird einem nichts geschenkt. Während die Clans auf den Insel relativ zufrieden sind und jeder halbwegs über die Runden kommt, herrschen im Königreich Quorr Sklaverei,  Armut und Angst.  König Rhazor und seine Knochenkrieger führen ein hartes Regiment, Widerstand wird im Keim erstickt, Ungehorsam mit dem Tod bestraft. Es ist verständlich, dass die Inselbewohner ihre Freiheit und Unabhängigkeit bewahren möchten.  Man fragt sich, warum sie sich nicht solidarisieren aber da die Inseln ja immer driften ist es sicherlich schwierig, Bündnisse zu bilden.
Erst als sich Aurelia, Ceanag, Tulli, Surio, Haldirian, Chisso und der Eisman Clan sich treffen, keimt so etwas wie Hoffnung auf. Auch wenn Aurelia und Ceanag nicht mehr über die Macht der Zauberer von einst verfügen, können sie doch zusammen einiges bewirken. Auch die Iruti verfügen noch über ein Quäntchen ihrer alten Macht und unterstützen die beiden Zauberer. Und diese haben auch alle Hilfe nötig.
Ich bin ein Fan der epochalen Fantasy und mag es, wenn es etwas langsam und ruhig zugeht. Dies hier ist eine schnelle Geschichte. Es handelt sich um einen Einzelroman über 469 Seiten und Werner Karl hat vieles hineingepackt. Da bleiben leider manchmal Kleinigkeiten auf der Strecke, die ich gerne näher erläutert bekommen hätte. Für Leser, die es lieben, wenn sich die Ereignisse schier überschlagen und man nicht zum Atem holen kommt, ist Driftworld der ideale Roman.  Was mir hier sehr gut gefallen hat sind die Fußnoten am Ende der Seite. Dort werden sofort die fremdartigen Begriffe erklärt und der Leser braucht nicht immer nach hinten zu einem Glossar blättern. Was mich gestört hat sind die Anmerkungen des Erzählers wie "wenn er gewusst hätte, das"....oder "er ahnte ja nicht, wie recht er damit hatte"... das ist meines Erachtens ein unnötiger Vorgriff auf zukünftige  Ereignisse und völlig überflüssig. Die Geschichte ist auch so sehr spannend, kein Leser wird das Buch aus der Hand legen können, also warum noch so ein dramaturgischer Kniff?.
Sprachlich bewegt sich der Autor auf sehr hohem Niveau und weiß sich eloquent auszudrücken. Der Spannungsbogen wird von der ersten bis zu letzten Seite gehalten. Wie man es schon aus der Spiegelkrieger Trilogie kennt, schildert er die Brutalitäten sehr unverblümt und ungeschönt, als Leser hat man an einigen Stellen schwer zu schlucken. Da ist man froh, dass auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Teilweise ist seine Sprache sehr deftig aber sie passt zur jeweiligen Situation.
Ich lese normalerweise keine Ebooks, daher fällt es mir schwer, hier über die Qualität des Buches etwas zu sagen. Das Cover passt zu dem Buch und im Laufe der Geschichte wird klar, wen es darstellen soll. Die Farben sind kühl, grün und graublau, ebenfalls sehr passend. Nur der Titel und der Name des Autors bilden dazu einen farbigen Kontrast.
Am Ende des Buches findet sich noch ein Personenregister, das nochmals alle Charaktere und ihre Zugehörigkeit zu den Völkern aufführt.
Alles in allem hat mir das Buch sehr viel Spaß bereitet, die Geschichte  ist kurzweilig und vermag den Lesern zu fesseln. Mir persönlich war es teilweise zu rasant, das ist aber rein subjektiv.
Vielen Dank an den Autor, der mir eine Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat. Wieder ein Selfpublisher, der sich nicht hinter den großen Verlagen verstecken muss.
Titel: Driftworld
Autor: Werner Karl
Verlag: Selfpublihing, Ebook, 469 Seiten
ISBN: 978-1730733840

Kommentare:

  1. Hallo Petra,
    das hört sich sehr interessant an - und mich hat am Ende verblüfft, dass es ein Selfpublisher ist. Oder auch nicht verblüffend, denn ich traue Selfpublishern einiges zu; aber dieser Weltenaufbau hat sich schon so "routiniert" angehört, als gäbe es schon x Romane aus dieser Welt. Das werd ich mir definitiv mal anschauen ... (SUB, ich hör dir wachsen...)
    LG
    Daniela

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  2. Werner hat mittlerweile 9 Bücher verfasst. Ich habe eine Trilogie von ihm gelesen: Spiegelkrieger. Wenn Du nach seinem Namen suchst oder über die Rezensionseite gehst, findest Du die schnell. Ich habe noch einen Selfpublisher gelesen, die Rezension kommt auch am Wochenende, das Buch war sogar besser. Ich habe da schon einige Perlen entdeckt.

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