26 Januar 2026

Die Stadt der toten Klingen - die göttlichen Städte Band 2 von Robert Jackson Bennett

Klappentext:
Als Saypur die Welt eroberte, tötete es die Götter der unterworfenen Völker. Alles Göttliche wurde verboten. Doch die Stadt Voortyashtan ist noch heute eine Brutstätte sektiererischer Ideen und blutiger Rebellion. Als dort eine Geheimagentin spurlos verschwindet, gibt es nur eine Person, der die Premierministerin von Saypur genug vertraut, um die Sache zu untersuchen: Generalin a. D. Turyin Mulagesh. Die kriegsmüde Soldatin zweifelt daran, dass sie noch das Zeug zur Heldin hat, doch ihr Mut und ihr Kampfgeist werden bald auf eine harte Probe gestellt. Denn in Vooryashtan stößt sie auf ein Geheimnis, das die Welt für immer zerstören könnte.
 
Kommentar:
Turyin Mulagesh spielt schon in dem ersten Band eine herausragende Rolle. Sie ist eine Generalin der alten Schule. Geradeheraus, ehrlich und sehr direkt. Ihre Untergebenen sind wie ihre Kinder. Jeder Soldat oder jede Soldatin, die sie verliert, ist für sie eine Niederlage.
Nach den Ereignissen aus die Stadt der Tausend Treppen nimmt sie ihren Abschied. Sie hat die Schnauze gestrichen voll von der Politik und dem ganzen Hickhack. Ihr Traum war es immer, in Javrati ihren Lebensabend zu verbringen. Das hat sich nun erfüllt aber die Geister der Vergangenheit lassen sie nicht in Ruhe. Die Taten, die sie während des saypurischen Krieges begehen musste, belasten ihr Herz und ihre Seele.
Als Shara Thivani sie bittet, noch einmal einen Auftrag zu übernehmen und nach einer verschwundenen Agentin zu suchen nimmt Turyin den Auftrag an. Alles ist besser, als einsam in einer Hütte zu hocken und jede Nacht die gleichen Alpträume zu durchleben.
Als sie in Vooryashtan ankommt trifft die Generalin A.D auf ihren alten Vorgesetzten General Biswal. Ein verdienter alter General, abgeschoben auf einen Außenposten. Verbittert, enntäuscht, in der Vergangenheit lebend und leicht größenwahnsinnig. 
Ihre ambivalente Beziehung macht eine Zusammenarbeit nicht leicht.
Allgemein gilt die verschollene junge Agentin als verrückt. Sumitra Choudry, wie die junge Agentin heißt, vernachlässigte ihren eigentlichen Auftrag, untersuchte die verrücktesten Dinge, sprach mit den seltsamsten Leuten und wanderte nachts auf den Klippen. Ihre Zimmerwände sind voller undefinierbarer Kritzeleien, in denen niemand einen Sinn erkennen kann. Turyin ist fast geneigt, sich der Meinung anzuschließen, bis sie seltsame Träume durchlebt und sie in den Kritzeleien der Verschollenen nach und nach einen Sinn erkennen kann.
Hilfe bekommt sie bei ihrer Untersuchung von Signe de Harkvaldsson , der Tochter von Sigrud. Ebenso willensstark und durchsetzungsfähig wie ihr Vater, hat sie in Vooryasthan das Projekt zum Ausbau eines Hafens übernommen. Ein Projekt, dass durch die Angriffe einheimischer Rebellen immer wieder unterbrochen wird.
Mir hat dieser Band nicht ganz so gut gefallen wie der erste Band. Das liegt daran, dass Shara Thivani eine außergewöhnliche Person ist, die hier leider nur noch am Rande erwähnt wird. Signe ist eine ebenso starke Persönlichkeit aber ihr fehlt etwas der Charme und die Leichtigkeit einer Shara. 
Aber sie hat auch kein leichtes Leben und keine leichte Aufgabe. Der Bau des Hafens ist ein Prestigeprojekt, an das sich niemand anderes gewagt hat- Es ist eine Herausforderung und eine Bewährungsprobe. Ein Scheitern  wäre katastrophal. Anfangs stehen sich die beiden Frauen misstrauisch gegenüber aber nach und nach finden sie heraus, dass das Verschwinden der jungen Agentin auch das Projekt des Hafenbaus berührt.
Robert Jackson Bennett hat ein Thema aufgegriffen, dass auch heute noch sehr aktuell ist. Darf man eine Nation derart unterdrücken und ihr die Freiheit und Selbstbestimmung nehmen? Shara möchte einen Wideraufbau des Festlandes und sie möchte den Menschen ihre Selbstbestimmung zurückgeben. Turyin ist etwas zwiegespalten, General Biswal ist absolut dagegen. Nachgeben, verhandeln oder zurückweichen ist für ihn gleichbedeutend  mit einer Niederlage. Diese unterschiedlichen Ansichten prallen aufeinander und zwingen den Lesenden dazu, sich selber eine Meinung zu bilden. Während Turyin aus ihrer Vergangenheit gelernt hat, ist der General ein Mann, der in der Vergangenheit lebt und von einem Großreich Saypur träumt, dass alle anderen Länder unterjocht. Gibt es nicht noch heute einige Politiker, die so agieren und denken?
Insgesamt fand ich die Geschichte aber teilweise etwas zu ..tja was? Unglaubhaft? Abstrus? Verworren? Vielleicht hat es einfach meine Vorstellungskraft gesprengt. Aber ich habe sie gerne gelesen und bin jetzt gespannt auf Band 3.   
 
Fazit:

Zwei sehr interessante Frauenfiguren, ein Jahrhunderte andauernde Konflikt und die Chance, diesen vielleicht zu überwinden. Macht, Gier, Arroganz gegen Vernunft und Verständnis. 


Titel: die Stadt der toten Klingen
Reihe: Die göttlichen Städte Band 2
Autor: Robert Jackson Bennett
Verlag: Bastei Lübbe, TB, 717 Seiten
ISBN: 9783404201715

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