Als Saypur die Welt eroberte,
tötete es die Götter der unterworfenen Völker. Alles Göttliche wurde verboten.
Doch die Stadt Voortyashtan ist noch heute eine Brutstätte sektiererischer
Ideen und blutiger Rebellion. Als dort eine Geheimagentin spurlos verschwindet,
gibt es nur eine Person, der die Premierministerin von Saypur genug vertraut,
um die Sache zu untersuchen: Generalin a. D. Turyin Mulagesh. Die kriegsmüde
Soldatin zweifelt daran, dass sie noch das Zeug zur Heldin hat, doch ihr Mut
und ihr Kampfgeist werden bald auf eine harte Probe gestellt. Denn in Vooryashtan
stößt sie auf ein Geheimnis, das die Welt für immer zerstören könnte.
Kommentar:
Turyin Mulagesh spielt schon
in dem ersten Band eine herausragende Rolle. Sie ist eine Generalin der alten
Schule. Geradeheraus, ehrlich und sehr direkt. Ihre Untergebenen sind wie ihre
Kinder. Jeder Soldat oder jede Soldatin, die sie verliert, ist für sie eine
Niederlage.
Nach den Ereignissen aus die
Stadt der Tausend Treppen nimmt sie ihren Abschied. Sie hat die Schnauze
gestrichen voll von der Politik und dem ganzen Hickhack. Ihr Traum war es
immer, in Javrati ihren Lebensabend zu verbringen. Das hat sich nun erfüllt
aber die Geister der Vergangenheit lassen sie nicht in Ruhe. Die Taten, die sie
während des saypurischen Krieges begehen musste, belasten ihr Herz und ihre
Seele.
Als Shara Thivani sie bittet, noch
einmal einen Auftrag zu übernehmen und nach einer verschwundenen Agentin zu suchen
nimmt Turyin den Auftrag an. Alles ist besser, als einsam in einer Hütte zu hocken
und jede Nacht die gleichen Alpträume zu durchleben.
Als sie in Vooryashtan ankommt
trifft die Generalin A.D auf ihren alten Vorgesetzten General Biswal. Ein
verdienter alter General, abgeschoben auf einen Außenposten. Verbittert, enntäuscht, in der
Vergangenheit lebend und leicht größenwahnsinnig.
Ihre ambivalente Beziehung
macht eine Zusammenarbeit nicht leicht.
Allgemein gilt die
verschollene junge Agentin als verrückt. Sumitra Choudry, wie die junge Agentin
heißt, vernachlässigte ihren eigentlichen Auftrag, untersuchte die verrücktesten
Dinge, sprach mit den seltsamsten Leuten und wanderte nachts auf den Klippen.
Ihre Zimmerwände sind voller undefinierbarer Kritzeleien, in denen niemand
einen Sinn erkennen kann. Turyin ist fast geneigt, sich der Meinung anzuschließen,
bis sie seltsame Träume durchlebt und sie in den Kritzeleien der Verschollenen
nach und nach einen Sinn erkennen kann.
Hilfe bekommt sie bei ihrer
Untersuchung von Signe de Harkvaldsson , der Tochter von Sigrud. Ebenso willensstark
und durchsetzungsfähig wie ihr Vater, hat sie in Vooryasthan das Projekt zum
Ausbau eines Hafens übernommen. Ein Projekt, dass durch die Angriffe
einheimischer Rebellen immer wieder unterbrochen wird.
Mir hat dieser Band nicht ganz
so gut gefallen wie der erste Band. Das liegt daran, dass Shara Thivani eine
außergewöhnliche Person ist, die hier leider nur noch am Rande erwähnt wird. Signe
ist eine ebenso starke Persönlichkeit aber ihr fehlt etwas der Charme und die
Leichtigkeit einer Shara.
Aber sie hat auch kein leichtes Leben und keine
leichte Aufgabe. Der Bau des Hafens ist ein Prestigeprojekt, an das sich
niemand anderes gewagt hat- Es ist eine Herausforderung und eine
Bewährungsprobe. Ein Scheitern wäre
katastrophal. Anfangs stehen sich die beiden Frauen misstrauisch gegenüber aber nach
und nach finden sie heraus, dass das Verschwinden der jungen Agentin auch das
Projekt des Hafenbaus berührt.
Robert Jackson Bennett hat ein
Thema aufgegriffen, dass auch heute noch sehr aktuell ist. Darf man eine Nation
derart unterdrücken und ihr die Freiheit und Selbstbestimmung nehmen? Shara
möchte einen Wideraufbau des Festlandes und sie möchte den Menschen ihre
Selbstbestimmung zurückgeben. Turyin ist etwas zwiegespalten, General Biswal
ist absolut dagegen. Nachgeben, verhandeln oder zurückweichen ist für ihn
gleichbedeutend mit einer Niederlage.
Diese unterschiedlichen Ansichten prallen aufeinander und zwingen den Lesenden
dazu, sich selber eine Meinung zu bilden. Während Turyin aus ihrer
Vergangenheit gelernt hat, ist der General ein Mann, der in der Vergangenheit
lebt und von einem Großreich Saypur träumt, dass alle anderen Länder
unterjocht. Gibt es nicht noch heute einige Politiker, die so agieren und
denken?
Insgesamt fand ich die
Geschichte aber teilweise etwas zu ..tja was? Unglaubhaft? Abstrus? Verworren?
Vielleicht hat es einfach meine Vorstellungskraft gesprengt. Aber ich habe sie
gerne gelesen und bin jetzt gespannt auf Band 3.
Fazit:
Zwei sehr interessante Frauenfiguren, ein Jahrhunderte andauernde Konflikt und die Chance, diesen vielleicht zu überwinden. Macht, Gier, Arroganz gegen Vernunft und Verständnis.
Titel: die Stadt der toten
Klingen
Reihe: Die göttlichen Städte
Band 2
Autor: Robert Jackson Bennett
Verlag: Bastei Lübbe, TB, 717
Seiten
ISBN: 9783404201715

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