10 März 2026

Die Gesichter des Mithras von Sami Eriksson

K
lappentext:
Rom im Jahr 190 nach Christi Geburt. Das Weltreich ist gezeichnet von religiösen und gesellschaftlichen Gegensätzen, die sich unter Kaiser Commodus weiter zuspitzen. Im fernen Dalmatien verliebt sich der Sklave Lucius in die Tochter eines alten Adelsgeschlechts. Als das unwahrscheinliche Paar ein Kind erwartet, gerät ihre Romanze unter den Einfluss einer uralten Macht aus dem Orient. Zwei Jahrtausende später macht die deutsche Nachwuchsarchäologin Nora während einer Ausgrabung auf dem Balkan eine sensationelle Entdeckung. Sie stößt auf ein verborgenes Mithras-Heiligtum und erweckt dadurch das tödliche Grauen aufs Neue, das Lucius' und ihr Schicksal miteinander verbindet.
 
Kommentar:
Die Geschichte wechselt zwischen 190 n. Chr. und 2018 hin und her. 
Lucius ist ein frei gelassener Sklave. Schon, als er noch ein Sklave war, liebte er die schöne Livia, Tochter aus reichem Haus. Eine verbotene Liebe aber die junge Frau erwidert die Gefühle des jungen Mannes. Als er die Freiheit erhält, heiraten sie und ziehen zusammen. Und als Livia schwanger wird kennt ihr Glück keine Grenzen,
Es gibt nur einen kleinen Konflikt in ihrer Beziehung. Livia hängt dem christlichen Glauben an und die Heirat wurde durch ein christliches Ritual vollzogen. Da die Christen in Rom nicht gerne gesehen sind, treffen sie sich heimlich, um ihren Glauben zu zelebrieren. 
Lucius glaubt nicht unbedingt an die Götter, weder an die römischen, noch an andere Götter. Doch als er eines Tages von seinem Freund Varras zu einem Gelage mitgenommen wird, macht Lucius das erste Mal Bekanntschaft mit dem Mithras Kult und er ist irgendwie fasziniert von deren mystischen Ritualen.
 
Im Jahre 2018 finden in Bosnien und Herzegowina archäologische Ausgrabungen statt. Durch einen Zufall entdeckt die Archäologin Nora Gentz ein alten, verborgenen und sehr gut erhaltenen Mithras-Tempel. Mosaike, Nischen mit Abbildungen, Feuerschalen alles fast intakt und in beeindruckenden Farben. 
Es scheint, als wäre das Heiligtum gerade erst verlassen worden. 
Als der Fund bekannt wird, stoppt die örtliche Behörde die Ausgrabung und die Forscher müssen zusehen, wie ihre Entdeckung völlig unsachgemäß untersucht wird. Erst, als der reiche Antiquitätenhändler Jacobs interveniert, wird die Ausgrabungsstätte wieder freigegeben. Doch je mehr Nora entdeckt, desto mehr wünscht sie sich, diesen Tempel nie entdeckt zu haben.
Je mehr wir von Lucius und Nora erfahren, desto enger schließt sich der Kreis. Mir persönlich hat der Mithraskult nichts gesagt und eigentlich geht es auch nicht unbedingt um diesen Kult, sondern um seine Pervertierung. Ich pers önlichhalte nichts von Religion und daher bin ich dann vielleicht nicht die richtige Zielgruppe. Ich habe nur immer wieder den Kopf geschüttelt, auf was für Initiationsrituale sich Menschen einlassen.
Der Mithraskult hatte seinen Höhepunkt im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus, vor allem im römischen Reich. Ursprünglich war es ein positiver Gott der Rechtschaffenheit und Wahrheit und noch weiterer guter Eigenschaften. Mithras galt als Vermittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, er galt als Hüter des Eides und der Ordnung. Aber wie alles, pervertiert auch hier der Mensch den Ursprungsglauben. Und nur Menschen, die bereit sind, verschiedene Stufen bzw. Prüfungen durchlaufen, werden in die Geheimnisse des Kultes eingeweiht.
Und hier habe ich ein Problem mit dem Buch. Ich habe das Gefühl, dass sich der Autor nicht zwischen Fakten und Fiktion entscheiden kann und die Fakten zu Gunsten der Fiktion aus den Augen verliert. Ich hätte gerne mehr über die echten Mithraskult erfahren und wie es zu dessen Pervertierung kam. Laut den wenigen Daten, war der Kult sehr verbreitet. Ich kannte bisher nur die alltäglichen römischen Gottheiten und es wäre interessant zu erfahren, ob Mithras sie abgelöst hat oder ob er neben ihnen existiert hat. Interessant ist auch, dass wohl einige Rituale aus dem Christentum eine Ähnlichkeit, fast schon Gemeinsamkeit, mit dem Mithraskult haben. Ich persönlich finde, dass dieser Aspekt hier viel zu kurz kommt und wir Lesenden insgesamt zu wenig über Mithras und seine Religion erfahren. Fast scheint es eher, als würde der Autor in den Bereich Horror und Übersinnliches abdriften, was ich sehr schade finde.
Lucius lässt sich durch das Versprechen auf eine bessere Zukunft verführen. Als ehemaliger Sklave braucht er Freunde und Fürsprecher und die Anhänger des Mithras versprechen ihm beides. 
Es handelt sich um einen ersten Band, denn die Geschichte von Nora ist noch nicht zu Ende. Das Nachwort des Autors ist sehr interessant und ich  fand es fast informativer als die verstreuten Einzelheiten in der Geschichte.
Ich bedanke mich für das Rezensionsexemlar. Dies ist keine Gefälligkeitsrezension sondern meine sunbjetive Meinung.  
 
Fazit:
Die Geschichte breitet sich langsam vor dem Lesenden aus und der Wechsel zwischen den Jahrtausenden erhöht die Spannung. Die Geschichte macht neugierig auf den fast unbekannten Kult und man ist möchte wissen, wie sich die Ereignisse von damals und heute verbinden. Meinungen sind subjektiv. Dass mich die Geschichte nicht so gepackt hat sollte niemanden davon abhalten, das Buch zur Hand zu nehmen. Eine Mix aus Thriller, Mythen, Mystik und Fakten. 
 
Titel: Die Gesichter des Mithras
Verlag: BoD, Taschenbuch, 322 Seiten
ISBN: 9783695120345

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