Rom im Jahr 190 nach Christi
Geburt. Das Weltreich ist gezeichnet von religiösen und gesellschaftlichen
Gegensätzen, die sich unter Kaiser Commodus weiter zuspitzen. Im fernen
Dalmatien verliebt sich der Sklave Lucius in die Tochter eines alten
Adelsgeschlechts. Als das unwahrscheinliche Paar ein Kind erwartet, gerät ihre
Romanze unter den Einfluss einer uralten Macht aus dem Orient. Zwei Jahrtausende
später macht die deutsche Nachwuchsarchäologin Nora während einer Ausgrabung
auf dem Balkan eine sensationelle Entdeckung. Sie stößt auf ein verborgenes
Mithras-Heiligtum und erweckt dadurch das tödliche Grauen aufs Neue, das
Lucius' und ihr Schicksal miteinander verbindet.
Kommentar:
Die Geschichte wechselt
zwischen 190 n. Chr. und 2018 hin und her.
Lucius ist ein frei gelassener
Sklave. Schon, als er noch ein Sklave war, liebte er die schöne Livia, Tochter
aus reichem Haus. Eine verbotene Liebe aber die junge Frau erwidert die
Gefühle des jungen Mannes. Als er die Freiheit erhält, heiraten sie und ziehen
zusammen. Und als Livia schwanger wird kennt ihr Glück keine Grenzen,
Es gibt nur einen kleinen
Konflikt in ihrer Beziehung. Livia hängt dem christlichen Glauben an und die
Heirat wurde durch ein christliches Ritual vollzogen. Da die Christen in Rom
nicht gerne gesehen sind, treffen sie sich heimlich, um ihren Glauben zu
zelebrieren.
Lucius glaubt nicht unbedingt an die Götter, weder an die römischen,
noch an andere Götter. Doch als er eines Tages von seinem Freund Varras zu
einem Gelage mitgenommen wird, macht Lucius das erste Mal Bekanntschaft mit dem
Mithras Kult und er ist irgendwie fasziniert von deren mystischen Ritualen.
Im Jahre 2018 finden in
Bosnien und Herzegowina archäologische Ausgrabungen statt. Durch einen Zufall entdeckt
die Archäologin Nora Gentz ein alten, verborgenen und sehr gut erhaltenen Mithras-Tempel. Mosaike, Nischen mit Abbildungen, Feuerschalen alles fast intakt und in beeindruckenden
Farben.
Es scheint, als wäre das Heiligtum gerade erst verlassen worden.
Als
der Fund bekannt wird, stoppt die örtliche Behörde die Ausgrabung und die
Forscher müssen zusehen, wie ihre Entdeckung völlig unsachgemäß untersucht
wird. Erst, als der reiche
Antiquitätenhändler Jacobs interveniert, wird die Ausgrabungsstätte wieder
freigegeben. Doch je mehr Nora entdeckt, desto mehr wünscht sie sich, diesen
Tempel nie entdeckt zu haben.
Je mehr wir von Lucius und
Nora erfahren, desto enger schließt sich der Kreis. Mir persönlich hat der Mithraskult nichts gesagt und eigentlich geht es auch nicht unbedingt um diesen Kult,
sondern um seine Pervertierung. Ich pers önlichhalte nichts von Religion und daher bin ich
dann vielleicht nicht die richtige Zielgruppe. Ich habe nur immer wieder den
Kopf geschüttelt, auf was für Initiationsrituale sich Menschen einlassen.
Der Mithraskult hatte seinen
Höhepunkt im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus, vor allem im römischen Reich.
Ursprünglich war es ein positiver Gott der Rechtschaffenheit und Wahrheit und
noch weiterer guter Eigenschaften. Mithras galt als
Vermittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, er galt als Hüter des Eides und der Ordnung.
Aber wie alles, pervertiert auch hier der Mensch den Ursprungsglauben. Und nur
Menschen, die bereit sind, verschiedene Stufen bzw. Prüfungen durchlaufen, werden in die Geheimnisse
des Kultes eingeweiht.
Und hier habe ich ein Problem
mit dem Buch. Ich habe das Gefühl, dass sich der Autor nicht zwischen Fakten
und Fiktion entscheiden kann und die Fakten zu Gunsten der Fiktion aus den Augen
verliert. Ich hätte gerne mehr über die echten Mithraskult erfahren und wie es
zu dessen Pervertierung kam. Laut den wenigen Daten, war der Kult sehr
verbreitet. Ich kannte bisher nur die alltäglichen römischen Gottheiten und es
wäre interessant zu erfahren, ob Mithras sie abgelöst hat oder ob er neben
ihnen existiert hat. Interessant ist auch, dass wohl einige Rituale aus dem
Christentum eine Ähnlichkeit, fast schon Gemeinsamkeit, mit dem Mithraskult haben.
Ich persönlich finde, dass dieser Aspekt hier viel zu kurz kommt und wir
Lesenden insgesamt zu wenig über Mithras und seine Religion erfahren. Fast scheint es eher, als würde der Autor in
den Bereich Horror und Übersinnliches abdriften, was ich sehr schade finde.
Lucius lässt sich durch das Versprechen auf
eine bessere Zukunft verführen. Als ehemaliger Sklave braucht er Freunde und
Fürsprecher und die Anhänger des Mithras versprechen ihm beides.
Es handelt sich um einen
ersten Band, denn die Geschichte von Nora ist noch nicht zu Ende. Das Nachwort
des Autors ist sehr interessant und ich fand es fast informativer als die verstreuten
Einzelheiten in der Geschichte.
Ich bedanke mich für das Rezensionsexemlar. Dies ist keine Gefälligkeitsrezension sondern meine sunbjetive Meinung.
Fazit:
Die Geschichte breitet sich
langsam vor dem Lesenden aus und der Wechsel zwischen den Jahrtausenden erhöht
die Spannung. Die Geschichte macht neugierig auf den fast unbekannten Kult und
man ist möchte wissen, wie sich die Ereignisse von damals und heute verbinden.
Meinungen sind subjektiv. Dass mich die Geschichte nicht so gepackt hat sollte
niemanden davon abhalten, das Buch zur Hand zu nehmen. Eine Mix aus Thriller, Mythen, Mystik und Fakten.
Titel: Die Gesichter des
Mithras
Autor: Sami Eriksson
Verlag: BoD, Taschenbuch, 322
Seiten
ISBN: 9783695120345

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