23 Oktober 2026

Die tausend Namen von Django Wexler

Die Vordanai und die Khandari sind seit jeher verfeindet. Durch ihre militärische und taktische Überlegenheit haben die Vordanai an der Küste von Khandar Fuß gefasst und die Stadt Ashe-Katarion besetzt. Dort herrscht jetzt einer des Prinzen des Reiches Vordan. Und wie verzogene Prinzen nun einmal so sind, beutet er das einheimische Volk aus und bereichert sich. Kein Wunder, dass die Khandari aufbegehren. Eine fantastische religiöse neue Gruppierung bildet sich, die soviel Rückhalt im Volk bekommt, so dass sie die Vordanai aus der Stadt jagen können.
Diese verschanzen sich in der alten, halb verfallenen Küstenfestung Fort Valor und warten auf Verstärkung, die über das Meer kommen soll. Sie hoffen abgelöst und  nach zwei Jahren endlich in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen.
Was letztendlich kommt, sind 2000 Mann. Jünglinge, die gerade mal der Brust der Mutter entwöhnt sind, unreif, unausgebildet und verängstigt. Sowie ein Offizier, der alle vor ein großes Rätsel stellt. Hauptmann Marcus d’Ivoire, linientreu und auf Gehorsam getrimmt, nimmt die Befehle des neuen Obersten widerspruchslos hin. Bis sogar er merkt, dass die Pläne des Obersten weit über die Rückeroberung Asha-Katarions hinausgehen und eine Rückkehr in die Heimat in weiter Ferne liegt.
 
Kommentar:
Nachdem ich die beiden etwas durchgeknallten „Dark Lord“ Romane des Autors gelesen habe, fiel mir auf dem Flohmarkt dieses high fantasy Epos in die Hände. Die Inhaltsangabe ist etwas schwierig in Worte zu fassen, denn das Buch hat fast 900 Seiten. Aber es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Es ist ein Band eins von fünf und leider, wie es bei Serien so oft der Fall ist, wurden die anderen Bände nicht übersetzt. Das macht aber nichts, denn dieser Band ist in sich abgeschlossen. Natürlich möchte man mehr lesen aber auch so erhält man ein gewaltiges Abenteuer, mit Charakteren, die sehr beeindrucken.
Allen voran Winter. Er wird von seinem Sergeanten Davies schikaniert, weil er die üblichen soldatischen Aktivitäten nicht mitmacht. Er säuft, er hurt nicht und er prügelt sich nicht. Als Hauptmann d‘Ivoire Leute für einen Sonderauftrag braucht, hofft Sergeant Davies, Winter endlich loszuwerden und meldet ihn für diesen Sonderauftrag an. Was Davies nicht weiß -  diese Soldaten werden zu Sergeanten ernannt, da sie schon zwei Jahre in Khandar weilen, die Sprache sprechen und sich mit den Gepflogenheiten auskennen.
So befehligt Winter plötzlich eine eigene Kompanie. Er erhält ihren Respekt und ihre Treue, als er in einem schier ausweglosen Gefecht die Ordnung aufrechterhält und die Khandari in die Flucht schlägt, während der Hauptmann feige die Flucht ergreift und niedergemetzelt  wird. Kurzerhand wird Winter zum Hauptmann der Kompanie ernannt.
Es bildet sich eine eingeschworene Truppe mit den Sergeanten Bobby, Folsom und Graff und ihre Abenteuer sind gewaltig.
Meuterei, Verrat, aber auch Kameradschaft und Freundschaft sind Teile dieses Abenteuers.
Winter rettet das Mädchen Feor. Sie ist eine khandarische Neethem. Niemand weiß so genau, was eine Neethem ist, die Vordanai glauben nicht an Magie aber als Winter sieht, wie Feor Bobby das Leben rettet, beginnt sie an die Macht dieser Khandari zu glauben.
Obwohl es hauptsächlich um gewaltige Schlachten, eine verheerenden Krieg und Tod und Leid geht, findet sich auch sehr viel Humor in dieser Geschichte. Das ist auch notwendig, damit sie den Lesenden nicht erdrückt. Hier blitzt schon der Humor durch, der in den „Dark Lord“ Romanen des Autors zur Vollendung gereift ist.
Sprachlich ist das Buch perfekt. Alles baut logisch aufeinander auf, bis zum fulminanten Finale.
Die Geschichte wird aus Sicht verschiedener Charaktere erzählt. So bekommt man als Lesender sowohl die Sichtweise des einfachen Soldaten mit, als auch die Sichtweise der Vorgesetzten.
Schon bald stellt sich heraus, dass die Rückeroberung von Ashe Katarion nicht der einzige Auftrag des Obersten ist. Als er die Armee, auf der Suche nach den „Tausend Namen“ in die Wüste führt, beginnen sogar die ihm treu ergebenen Männer an seinem Verstand zu zweifeln.
Vorne im Buch gibt es eine Karte von Khandar, denn dieser erste Band spielt ausschließlich dort. Man ahnt am Ende, dass sich die Geschichte nach Vordan verlagern wird. Aber, wie gesagt, diese Geschichte ist abgeschlossen und hat keinen Cliffhanger.
Wer also die Nase voll von Schmusifantasy hat und endlich wieder ein gewaltiges Abenteuer erleben möchte, der sollte hier zugreifen. Es hat mich an die powder mage Chroniken von Brian McCullen erinnert, falls jemand einen Vergleich braucht, aber es geht hier doch wesentlich brutaler und kriegerischer zu. Und im Krieg tritt entweder das Beste oder das Schlechteste im Menschen hervor.
Titel: Die tausend Namen
Reihe: the shadow campaign saga
Autor: Django Wexler
Verlag: Heyne TB 877 Seiten
ISBN: 9783453314610

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Achtung Datenschutz! Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten von Blogspot gespeichert und weiterverarbeitet werden!