Hauptkommissar Peters und sein
Untergebener Schillinger haben einen Tipp zu einer Schmugglerbande bekommen. Ohne
seine Vorgesetzten in Kenntnis zu setzten, startet Peters mit Schillinger einen
Alleingang. Er möchte endlich Werner Schomer hinter Gitter sehen, der ihm schon
lange ein Dorn im Auge ist. Auch wenn Werner der beste Freund von Karl Bermes
ist und Peters Karl sehr schätzt, kann und will er vor den Aktivitäten Werners
nicht die Augen verschließen. Leider erweist sich der Tipp als faule Ente und
die Verfolgung des „Schmugglers“ endet in einem Fiasko. Peters muss sich vor seinem
Vorgesetzten, Friedrich-Wilhelm Lutz, und den Franzosen verantworten. Seinen
Eigenmächtigkeiten wird nun ein Riegel vorgeschoben.
Als sich in dem kleinen,
abgeschiedenen Ort Disselbach in der Eifel ein Mord ereignet, übernimmt Peters
zwar die Ermittlungen, aber er wird von seinem Vorgesetzten mit Argusaugen
überwacht. Dass ausgerechnet dieser Vorgesetzte, kurz FriWi genannt, bei den
Ermittlungen ein Auge auf Pauline wirft,
stößt sowohl Peters als auch Karl Bermes gewaltig auf.
Schon bald stellt sich heraus,
dass der Ortsbürgermeister mal wieder die Finger tief im Dreck stecken hat. Wird dieser Fall ihm endlich das Genick brechen?
Kommentar:
Bei diesem vierten Band ist es
mir schwergefallen, einen vernünftige, kurze Inhaltsangabe zu verfassen.
Es gibt mehr Handlungsstränge
als sonst und die Szenerie wechselt ständig hin und her.
Da sind die Franzosen, die es
nicht gerne sehen, wenn die deutsche Polizei ihre Kompetenzen überschreitet und
es deren Ermittlungen zu tödlichen Verwicklungen kommt.
Es mischen noch die Luxemburger in Person des
Jean Dorflinger mit und am Rande ebenfalls die Briten in der Person des Isaac
Rosenzweig. Dieser ist zwar nur privat in die Angelegenheit verstrickt, sein Posten
bei den Briten öffnet ihm aber einige Türen, die ihm ansonsten verschlossen geblieben wären.
Der Schmuggel tritt in den
Hintergrund, als sich in Disselbach ein grauenhafter Mord ereignet. Die etwas
skurrilen Einwohner des kleine Örtchens haben nach dem Krieg schon vieles
durchgemacht. Auch wenn sich die Bewohner nicht alle grün sind, ist der
Zusammenhalt doch stark und fest. Dieses Mal richtet sich der Verdacht aber auch
gegen die Dorfbewohner, denn das Opfer ist eine der Bewohnerinnen des
Flüchtlingslagers.
Und die Vorurteile - man kann es teilweise schon Hass nennen
- gegen die Fremden ist groß in Disselbach. Allen voran Karls Vater, der dieses
Mal seine Vorbehalte lauthals äußert.
Mich hat es erschreckt, wie
sehr die Ausbrüche an Fremdenhass denen in der heutigen Zeit ähneln. Ralf Lano
hat hier sehr geschickt, die aktuelle Stimmung in diesen Roman eingearbeitet
und so aufgezeigt, dass sich in all den Jahren nicht sehr viel geändert hat.
Wir haben aus der Geschichte leider nichts gelernt. Damals waren es die
Protestanten, die man in einem katholischen Dorf nicht wollte, heute sind es
die Fremden, die wegen Verfolgung aus ihrer Heimat fliehen müssen.
Mich hat es gefreut, dass das
Fräulein Schneebach (Zitat: ich muss auf das Fräulein bestehen) hier wieder
einen größeren Part bekommt. Erstaunlicherweise wird sie, als Protestantin, zur
Hilfe gerufen, um dem katholischen Pfarrer beizustehen. Bei einem solchen Unglück
werden die Streitigkeiten schnell vergessen, man hilft einander. Trotz der
Grausamkeit der Szene schwingt hier ein leichter, feiner und subtiler Humor
mit, wie schon in den Bänden zuvor.
Und nachdem man drei Bände
lang den Weisheiten des Ausbilders Karb lauschen durfte ( ok, lesen durfte)
lernen wir diesen Mann endlich kennen. Er ist ein ambivalenter Mensch, was man
an Karls Reaktion auf sein Auftauchen ablesen kann.
Eine Meinung ist ja immer
subjektiv. Für mich war dieser vierte Band der bisher grausamste. Der Mord an
der jungen Frau ist sehr brutal, allerdings war mir von Anfang an klar, wer der
Mörder ist. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch denn bis zur Aufklärung
nimmt das Tempo von Seite zu Seite zu und man fliegt förmlich durch die
Geschichte.
Wie immer, sind die Personen
sehr gut dargestellt. Die wiederkehrenden Figuren wachsen einem ans Herz aber
auch die neu auftretenden Personen wie Karb oder Isaac Rosenzweig sind sehr gut
ausgearbeitet.
Fazit:
Ein langsamer Beginn, der sich
zum Ende hin rasant steigert. Mit diesem vierten Band hat Ralf Lano noch eine
Schippe draufgelegt, mein Lieblingsband bleibt aber Band drei.
Titel: Tauschgeschäfte mit dem
Teufel
Reihe: Disselbach Band 4
Autor Ralf Lano
Verlag: KBV, TB, 372 Seiten
ISBN: 9783954417612

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