Doch je älter sie wird, umso deutlicher wird es, dass sie nicht so ist
wie die Kinder der Bäcker, Köchinnen oder Stallburschen. Ihre Tante Kade, die
ihr Mutterersatz und Gouvernante ist, schickt das junge, unbändige Mädchen nach
Kinvale, damit sie lernt sich wie eine Prinzessin zu benehmen. Das bedeutet
Abschied von der Kindheit und allen damit verbundenen Freiheiten.
Am stärksten vermisst sie Rap,
dem sie ihr kleines Herz geschenkt hat. Er ist ihr Freund, ihr Ritter und
Beschützer. Auch Rap vermisst Inosolan, aber der Junge weiß, wo sein Platz ist. er
kennt seine Zukunft. Stallmeister bei der zukünftigen Königin ist der höchste
seiner Träume.
Doch bald entwickelt Rap
Fähigkeiten, die den Menschen in seiner Umgebung Angst machen und die ihn isolieren.
Nichtsdestotrotz bitten ihn genau diese Menschen oft, seine Fähigkeiten einzusetzen.
Tiere zu beruhigen, oder zu rufen und Wege zu finden, die sonst niemand sehen
kann.
Als Inosolans Vater im sterben
liegt, ist es alleine Rap, der den weiten Weg nach Kinvale mitten im Winter
finden kann. Zusammen mit Andor, einem Gast des Königs, begibt sich Rap auf den
gefahrvollen und weiten Weg und läuft direkt in eine Falle.
Kommentar:
Dies ist die zweite Reihe, die
ich von Dave Duncan lese und ich gebe zu das mir die Klingen des Königs
besser gefallen haben.
Ich bin mittlerweile beim dritten Band der Pandemia Saga
und für mich baut sie immer mehr ab. Band eins ist noch spannend und gut
lesbar. Wir lernen ein unwirtliches, karges kaltes Land und dessen Menschen kennen. Krasnegar
gilt als Puffer zwischen Jotnar und den Imperium. Ein Königreich, in dem Menschen
aller Spezies und Rassen friedlich zusammenleben, von gelegentlichen Raufereien
abgesehen.
Jahrhundertelang wurde es von einem König regiert, doch nun gibt es
keinen männlichen Nachfolger. Schon bevor der König stirbt, beginnt ein
Tauziehen um das kleine Königreich. Inosolan muss beweisen, dass sie als Königin
taugt und sie muss aus politischem Kalkül heiraten. Ihr zukünftiger Gatte darf
weder ein Imp noch ein Jotnar sein, damit die Neutralität des Königsreichs und
seine Stellung als Puffer gewahrt bleiben.
Bevor die junge Frau ihr Erbe
antreten oder eine Entscheidung treffen kann, wird sie entführt. Nicht auf
herkömmliche Art und Weise, sondern durch Zauberei. Und auch Rap hat es nicht
leicht. Er wird verraten und an die Kobolde übergeben, denen es Freude macht,
Gefangene zu foltern.
Trotz all seiner Leiden hat er nur ein Ziel. Inosolan zu
finden, sie zur Königin zu machen und ihr treu zu dienen. Kein leichtes Unterfangen
für einen Stallburschen.
Hier, in Band eins, werden die Weichen für die weiteren Bände
gelegt. Aber im Gegensatz zu den Klingenbänden, erreicht keiner der Charaktere
mein Herz. Während ich mit den Klingen Sir Durendal oder Sir Beaumont
mitgelitten habe, bleibe ich sowohl von dem Schicksal von Insoloan als auch von dem Raps unberührt. Beide Charaktere besitzen wenig Tiefe und sind mir zu
eindimensional. Rap mag ich zwar, aber er ist ein unrealistischer Träumer, der
eher aus Zufall überlebt, denn durch Können.
Insolan ist zu Beginn ein
wildes, ungestümes Kind. Sie lernt zwar in KInvale höfisches Benehmen aber das
übertüncht nur ihre Wildheit. Ihr Benehmen in Zhark ist völlig daneben. Und
Kade? Dass die alternde Tante alle Strapazen mit Humor übersteht und allem
etwas Gutes abgewinnen kann ist für mich völlig unglaubwürdig. Drei Monate Kamelritt
durch eine heiße Wüste? Eine alte Frau, die am königlichen Hof aufgewachsen ist
mit einer Heerschar von Dienern? Das fand ich dann doch etwas übertrieben.
Aber wenn man darüber hinwegsehen
kann, ist „der Weg nach Kinvale“ ein spannender Auftaktband zu einer Serie, die
unsere Charaktere in unermesslich Gefahr bringt und sie vor schwere
Entscheidungen stellt. Gnome, Elfen, Zwerge, Kobolde, Trolle, raue Nordmänner
und grausame Wüstenprinzen, der Autor hat an nichts gespart. Dazu kommen Magier und Zauberer, die ordentlich
mitmischen. Allianzen schmieden und integrieren, wo es nur geht.
Dem Buch ist eine Karte beigefügt, die aber leider nicht alle Länder und Städte zeigt.
In Band drei ist eine wesentliche besser und detaillierte Karte, auf der man einen besseren Überblick über die Länder, ihre Entfernungen und ihr Verhältnis zueinander bekommt.
Fazit:
Mir waren die Entwicklungen
von Inosolan und Rap zu schnell und daher zu unglaubwürdig. Für mich wollte der
Autor zu vieles. Weniger wäre hier mehr gewesen. Aber ich lese die Serie
trotzdem zu Ende. Denn, auch wenn es keine 5 Sterne Serie ist, ist sie doch um
vieles besser, abwechslungsreicher und spannender als das, was man heute in der
high fantasy findet.
Titel: Der Weg nach Kinvale
Serie: Die Pandemia Saga Band
1
Autor: Dave Duncan
Verlag: Bastei Lübbe, TB, 442
Seiten
ISBN: 9783404202635

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