22 September 2026

Der Weg nach Kinvale - die Pandemia Saga Band 1 - von Dave Duncan


Prinzessin Inosolan wächst in Krasnegar auf, einem kleinen, kargen Königreich im Norden Pandemias. Das Leben dort ist hart. Der Sommer ist  kurz und der Winter lang, so dass die Menschen in den kurzen Momenten des Lichts und der Wärme hart arbeiten müssen. Inosolan hat keine Freunde ihres Standes, ihre Freunde sind die Kinder der Dienstboten, mit denen sie ohne Zwang herumtollen kann. 
Doch je älter sie wird, umso deutlicher wird es, dass sie nicht so ist wie die Kinder der Bäcker, Köchinnen oder Stallburschen. Ihre Tante Kade, die ihr Mutterersatz und Gouvernante ist, schickt das junge, unbändige Mädchen nach Kinvale, damit sie lernt sich wie eine Prinzessin zu benehmen. Das bedeutet Abschied von der Kindheit und allen damit verbundenen Freiheiten.
Am stärksten vermisst sie Rap, dem sie ihr kleines Herz geschenkt hat. Er ist ihr Freund, ihr Ritter und Beschützer. Auch Rap vermisst Inosolan, aber der Junge weiß, wo sein Platz ist. er kennt seine Zukunft. Stallmeister bei der zukünftigen Königin ist der höchste seiner Träume.
Doch bald entwickelt Rap Fähigkeiten, die den Menschen in seiner Umgebung Angst machen und die ihn isolieren. Nichtsdestotrotz bitten ihn genau diese Menschen oft, seine Fähigkeiten einzusetzen. Tiere zu beruhigen, oder zu rufen und Wege zu finden, die sonst niemand sehen kann.
Als Inosolans Vater im sterben liegt, ist es alleine Rap, der den weiten Weg nach Kinvale mitten im Winter finden kann. Zusammen mit Andor, einem Gast des Königs, begibt sich Rap auf den gefahrvollen und weiten Weg und läuft direkt in eine Falle. 
 
Kommentar:
Dies ist die zweite Reihe, die ich von Dave Duncan lese und ich gebe zu das mir die Klingen des Königs besser gefallen haben. 
Ich bin mittlerweile beim dritten Band der Pandemia Saga und für mich baut sie immer mehr ab. Band eins ist noch spannend und gut lesbar. Wir lernen ein unwirtliches, karges  kaltes Land und dessen Menschen kennen. Krasnegar gilt als Puffer zwischen Jotnar und den Imperium. Ein Königreich, in dem Menschen aller Spezies und Rassen friedlich zusammenleben, von gelegentlichen Raufereien abgesehen. 
Jahrhundertelang wurde es von einem König regiert, doch nun gibt es keinen männlichen Nachfolger. Schon bevor der König stirbt, beginnt ein Tauziehen um das kleine Königreich. Inosolan muss beweisen, dass sie als Königin taugt und sie muss aus politischem Kalkül heiraten. Ihr zukünftiger Gatte darf weder ein Imp noch ein Jotnar sein, damit die Neutralität des Königsreichs und seine Stellung als Puffer gewahrt bleiben.
Bevor die junge Frau ihr Erbe antreten oder eine Entscheidung treffen kann, wird sie entführt. Nicht auf herkömmliche Art und Weise, sondern durch Zauberei. Und auch Rap hat es nicht leicht. Er wird verraten und an die Kobolde übergeben, denen es Freude macht, Gefangene zu foltern. 
Trotz all seiner Leiden hat er nur ein Ziel. Inosolan zu finden, sie zur Königin zu machen und ihr treu zu dienen. Kein leichtes Unterfangen für einen Stallburschen.
Hier, in Band eins,  werden die Weichen für die weiteren Bände gelegt. Aber im Gegensatz zu den Klingenbänden, erreicht keiner der Charaktere mein Herz. Während ich mit den Klingen Sir Durendal oder Sir Beaumont mitgelitten habe, bleibe ich sowohl von dem Schicksal von Insoloan als auch von dem Raps unberührt. Beide Charaktere besitzen wenig Tiefe und sind mir zu eindimensional. Rap mag ich zwar, aber er ist ein unrealistischer Träumer, der eher aus Zufall überlebt, denn durch Können.
Insolan ist zu Beginn ein wildes, ungestümes Kind. Sie lernt zwar in KInvale höfisches Benehmen aber das übertüncht nur ihre Wildheit. Ihr Benehmen in Zhark ist völlig daneben. Und Kade? Dass die alternde Tante alle Strapazen mit Humor übersteht und allem etwas Gutes abgewinnen kann ist für mich völlig unglaubwürdig. Drei Monate Kamelritt durch eine heiße Wüste? Eine alte Frau, die am königlichen Hof aufgewachsen ist mit einer Heerschar von Dienern? Das fand ich dann doch etwas übertrieben.
Aber wenn man darüber hinwegsehen kann, ist „der Weg nach Kinvale“ ein spannender Auftaktband zu einer Serie, die unsere Charaktere in unermesslich Gefahr bringt und sie vor schwere Entscheidungen stellt. Gnome, Elfen, Zwerge, Kobolde, Trolle, raue Nordmänner und grausame Wüstenprinzen, der Autor hat an nichts gespart.  Dazu kommen Magier und Zauberer, die ordentlich mitmischen. Allianzen schmieden und integrieren, wo es nur geht. 
Dem Buch ist eine Karte beigefügt, die aber leider nicht alle Länder und Städte zeigt.
In Band drei ist eine wesentliche besser und detaillierte Karte, auf der man einen besseren Überblick über die Länder, ihre Entfernungen und ihr Verhältnis zueinander bekommt. 
Fazit:
Mir waren die Entwicklungen von Inosolan und Rap zu schnell und daher zu unglaubwürdig. Für mich wollte der Autor zu vieles. Weniger wäre hier mehr gewesen. Aber ich lese die Serie trotzdem zu Ende. Denn, auch wenn es keine 5 Sterne Serie ist, ist sie doch um vieles besser, abwechslungsreicher und spannender als das, was man heute in der high fantasy findet. 
 
Titel: Der Weg nach Kinvale
Serie: Die Pandemia Saga Band 1
Autor: Dave Duncan
Verlag: Bastei Lübbe, TB, 442 Seiten
ISBN: 9783404202635

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