29 Januar 2017

Dunkelmond von Susanne Picard



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Die Götter verteilten die Herrschaft über die Welt zu gleichen Teilen zwischen den Menschen und den Elben. Auch die Magie wurde aufgeteilt. Während die Menschen über das Feuer und die Erde geboten und die Herrschaft über den Tod zugesprochen bekamen, wurde den Elben die Macht über Wasser und Luft gegeben sowie die Kraft des Heilens.

Doch die Elben vertreten die Ansicht, dass sie das Recht auf die Herrschaft über die Welt haben. Sie sind die Erstgeborenen, sie wurden als erste von ihrem Schöpfer geschaffen und mit dem Recht der Älteren beanspruchen sie den Thron der Welt. Aber die Menschen dulden keinen König über sich. Sie sind frei und ungebunden, sie werden nur von Fürsten regiert, die im Namen des Volkes herrschen, nicht von Königen, wie die Elben.

Siwanon Amadian ist der Fürst von Guzar, ein mächtiger Feuermagier und Seelenherr. Doch er wird des Mordes am Elbenkönig Dajaram bezichtigt. Sein Volk wird vernichtet und versklavt, er selbst wird von den Zwillingssöhnen des Königs gefangen genommen, gefoltert und getötet. Seine beiden Kinder, ein Sohn und eine Tochter, entkommen dem Gemetzel, leben seitdem jedoch Armut und Schande.

Sinan, der Sohn, versteht nicht, dass sein mächtiger Vater die Elbenkrieger bei ihrem Angriff nicht vernichtet hat. Er fühlt sich vom Vater feige verraten und im Stich gelassen. Während seine Tochter, Sanara, sich sicher ist, dass die Macht des Vaters gegen die Elben nicht ausgereicht hat und er gegen die vereinten Kräfte der  Zwillinge keine Chance hatte.

Auch sie muss bald am eigenen Leib erfahren, wie mächtig Tarind und Telarion Norandar sind, als sie in deren Gefangenschaft gerät. Als der Elbenkönig Sanara gefangen nimmt, scheint der ultimative Sieg nahe. Die junge Frau ist eine mächtige Feuermagierein und Seelenbegleiterin. Wenn es dem König gelingt, der Tochter des Hauses Amadian ihre Magie zu entreißen und sie sich Untertan zu machen, wird er stark genug, um den König von Salife zu besiegen. Er beauftragt seinen Zwillingsbruder damit, Sanara  ihrer Kräfte zu berauben, doch der Heerführer stößt auf erbitterten Widerstand.  Statt sie zu besiegen, verwebt sich ihrer beider Magie. Eine Reise in das Jenseits zeigt ihnen, dass es auch noch eine andere Möglichkeit gibt als ewige Feindschaft. Doch beide leugnen die Begebenheit, der Hass zwischen Elben und Menschen existiert schon zu lange, als das man ihn überwinden könnte. Doch von nun an sind die junge Frau und der Fürst der Elben miteinander verbunden. Ihr Schicksal ist es, der Welt den Frieden zu bringen und zu beweisen, dass die eine Rasse nicht ohne die andere nicht existieren kann. Sie sind zwei Seiten einer Medaille und die Welt braucht beides: Licht und Dunkel

Kommentar:

Das Cover des Buches stellt Serena dar, leider entspricht das Motiv überhaupt nicht dem Bild, das man sich als Leser von der jungen Frau macht. Im inneren des Covers findet der Leser sehr ausführliche Karten über die Welt, welche die Autorin sehr detailliert entworfen hat und man kann den Ereignissen somit sehr gut folgen.

Elben und Menschen werden hier als zwei sehr unterschiedliche Völker dargestellt, die nichts gemeinsam haben. Wasser gegen Feuer, Dunkelheit gegen Licht, Kälte gegen Wärme. Diese Aufteilung erfolgte durch die Götter. Doch während sowohl Elben als auch Menschen, den jeweils Anderen als Feind ansehen, wollten die Götter, dass beide Rassen gemeinsam über die Welt herrschen und sich ergänzen. Erst nachdem der Gott des Chaos aus der Welt verbannt wurde, kam es zum Bruch der Völker. Die Elben, welche die Harmonie anbeten, wollen, dass auch die Geschöpfe des Chaos und der Dunkelheit aus der Welt verschwinden und starten einen Vernichtungsfeldzug. Sie erkennen nicht, dass eine Welt ohne Gegensätze in Starre und  Stagnation verfällt und sich am Ende selbst vernichtet. Nur ein ausgeglichenes Maß an Harmonie und Chaos sorgt dafür, dass  die Welt sich weiter entwickelt. Ohne Dunkelheit weiß man das Licht nicht zu schätzen. In der Hitze des Tages erfrischt eine kühle Brise und im eisigen Winter wärmt einen ein behagliches Feuer. Sanara und Talerion sind wie Ying und Yang, alleine sind sie nichts, gemeinsam können sie die Welt erschüttern. Beide müssen ihre tief verwurzelten Vorurteile überwinden, sie müssen lernen sich zu verzeihen, zu achten und zu vertrauen. Somit hat diese Geschichte durchaus einen Bezug zur Gegenwart. Immer wieder werden Menschen auf Grund ihrer Andersartigkeit diffamiert und verletzt. Auch heute noch müssen wir lernen, Respekt vor Anderen zu haben und sie trotz ihrer Gegensätze zu achten. Eine allgemein gültige Regel des menschlichen zusammen Lebens.

Sowohl Talerion als auch Sanara brauchen Zeit, ihren alten Hass und ihr Misstrauen zu überwinden. Das geht nicht auf heute auf morgen, die Autorin überstürzt die Ereignisse nicht sondern lässt der Geschichte viel Raum und verleiht ihr damit eine Glaubwürdigkeit, die den Leser beeindruckt.

Fazit:

Eine spannende Geschichte über den Unterschied zweier Kulturen, die lernen müssen, was Toleranz und Respekt bedeuten. Ein jederzeit aktuelles Thema, spannend erzählt, mit ausgefeilten Charakteren.

8 von 10 Sternen

Titel: Dunkelmond

Autorin: SusannePicard

Verlag: Bastei Lübbe, Softcover, 491 Seiten, Ausgabe Februar 2013

ISBN: 978-3-404-20689-6

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