Lena Bürkle ist bei ihrer Großmutter
aufgewachsen. Ihre Mutter Julia starb vor über zwanzig Jahren in einer
Feuersbrunst, als Lena noch ein Kleinkind war. Ihre Großmutter, Gertrud Bürkle, ist
jedoch bis heute davon überzeugt, dass ihre Tochter Julia keinen Selbstmord
begangen hat, wie damals gemunkelt und gemutmaßt wurde.. Der Fall wurde als ungelöst zu den
Akten gelegt. Gertrud zieht ihre Enkelin mit viel Liebe auf und versucht, die
Lücke zu füllen, die Julia hinterlassen hat.
Als
Lena im Pflegestift „Villa Goldene Sonne“ eine Stelle als Pflegerin antritt,
fühlt sie sich dort sofort wohl. Nur der Stationsleiter, Stefan Weiß, scheint
eine regelrechte Abneigung gegen sie zu hegen. Nichts, was sie tut, kann ihn
zufriedenstellen.
Da Stefan Weiß aber insgesamt
ein unfreundliches Gemüt hat, macht sich Lena nicht allzu viele Gedanken über
den Stoffel.
Sie gibt ihr Bestes, alles andere wird sich klären, denkt sie. Außerdem
hat sie andere Sorgen. Sie hat sich vor kurzem erst von ihrem Freund Max
getrennt und dieser verkraftet die Trennung nur schwer. Lena hat das Gefühl,
dass Max sie stalkt. Und eines Tages erscheint er sogar im Pflegeheim.
Kommentar:
Wenn zwei Meisterinnen ihres
Fachs sich zusammentun, muss man als Krimifan sofort zugreifen. Marina Heidrich lebt
schon lange in Backnang und hat als erste Hardrock Sängerin die dortige
Musikszene mitgeprägt. Und auch Tanja Kummer lebt seit ihrer Schulzeit im
Rems-Murr Kreis. Er war also nur eine Frage der Zeit, bis sich beide Koryphäen
zusammenschließen und einen Regionalkrimi veröffentlichen würden.
An der Geschichte gibt es
nichts zu meckern, außer, dass sie mit 156 Seiten zu kurz ist. Als Lesende
möchte man noch mehr „Suchtstoff“ und ich hoffe, Nachschub ist bald in Sicht.
Lena ist eine symphytische
junge Frau. Sie hat es zwei Jahre mit Max ausgehalten, einem Mann, der sie zunehmend
kontrollieren und dominieren wollte. Nach und nach verliert sie ihren
Freundeskreis und macht sich immer abhängiger von ihm. Bis sie zur Besinnung
kommt ihn verlässt.
Max ist niemand,
der eine Trennung so leicht akzeptiert. Und schon bald bekommt Lena das Gefühl,
dass sie gestalkt wird.
Die Autorinnen nennen es
„amoklaufende Fantasie“. Welche Frau kennt diese Gefühl nicht? Wenn man sich
nachts alleine auf dem Heimweg befindet wird jedes Geräusch zu einer
Schreckensvision und jeder zu hörende Schritt zu einem Verfolger.
Zum Glück hat Lena ihre
Arbeit, die sie ganz ausfüllt. Und mit der Bewohnerin Frau Marieche Schmitz
haben die Autorinnen eine sehr liebenswerte Person geschaffen, die für einen
Funken Humor sorgt. In ihrer gemeinsamen Abneigung gegenüber Stefan Weiß schließen sich die beiden sehr unterschiedlichen Frauen zusammen. Hier habe ich
oft laut lachen müssen. Das Leben hat Marieche nicht untergekriegt.
Es handelt sich um einen
Regionalkrimi, daher sind die örtlichen Schauplätze sehr detailliert beschrieben.
Da ich schon mehrfach in Backnang war, konnte ich einige Wege der Protagonistin
gut nachvollziehen. Ein kleiner Stadtplan als Ergänzung wäre das Tüpfelchen auf
dem I gewesen.
Dafür finden sich im
Innencover zwei wunderbare Illustrationen des Backnanger Marktplatzes mit dem
Rathaus, die den regionalen Flair des Buches unterstreichen.
Zum Abschluss findet der
Lesende noch eine Kurzbiografie zu den beiden Autorinnen und als Schmankerl ein
paar Kommata, die man nach Wunsch selber in den Text einfügen kann.
Fazit:
Mörderresidenz ist ein
regionaler Krimi, der auf 156 Seiten eine unglaubliche Spannung entwickelt und der die Lesenden bis zum Schluss fesselt.
Wer
regionale Schauplätze, sympathische Figuren und eine packende
Kriminalgeschichte schätzt, wird hier bestens unterhalten.
Titel: Mörderresidenz
Autorinnen: Tanja Kummer und Marina Heidrich
Verlag: Leseratten Verlag, TB, 156 Seiten
ISBN: 9783945230909

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