Garonada ist gefallen und die Gefährten sind auf der Flucht. Auch
das verweichlichte und dekadente Baldor wird den Horden der wilden
Krieger sicher nicht lange stand halten.
Hier leben Künstler,
Schmarotzer oder Händler aber keine Krieger. Und wenn Baldor tatsächlich
fällt, stehen die Kämpfer der Magierin Catolis bald vor Lasnics Heimat.
Sein Verstand gebietet ihm, zu den Stämmen der Wälder zurückzukehren
und dort seine Position als großer Waldfürst endlich einzunehmen.
Doch sein Herz
befiehlt ihm, bei Ayrin zu bleiben. Zumal es nicht sicher ist, ob die
Stämme ihn wieder aufnehmen werden, da er sie damals schmählich im Stich
gelassen hat. Seiner Angst und Verantwortungslosigkeit nachgegeben hat.
Wie kann Lasnic seinen ehemaligen Freunden beweisen, dass er gereift
ist und nun bereit ist, sich den Herausforderungen des Krieges zu
stellen?
Lauka verfolgt Ayrin mit einem unerbittlichen Hass und setzt
alles daran, ihre Schwester zu finden und sie zu töten. Da sie, wie Lasnic,
ebenfalls über einen der magischen Ringe verfügt, ist ihre Macht
gewachsen. Doch sie kann die Kräfte des Rings noch nicht vollständig
nutzen. Ihr Vater, der sie unterweisen könnte, ist verschollen und bald
befürchtet Lauka, dass er auch nicht wiederkehrt.
Während Lauka auf den Fersen ihrer Schwester ist, verfolgt
Catolis ihrerseits die junge Königin. Für Caolis hat Lauka keine
Existenzberechtigung. Lauka ist der Bastard eines Magiers und in Catolis
Augen somit ein Frevel. Doch durch die bisherigen leichten Siege
unterschätzt die "Großmeisterin der Zeit" ihre Gegenerin und muss sich der
Erkenntnis stellen, dass sie und ihre Horden nicht unbesiegbar sind.
Letztendlich führen die Wege aller Gruppierungen in die Heimat
Lasnics, wo der junge Mann feststellen muss, dass die Stämme schon
längst von den Feinden infiltriert wurden und Freund von Feind kaum noch
zu unterscheiden ist.
Kommentar:
Die Unterschiede der drei Reiche werden sehr ausführlich und teilweise amüsant geschildert.
Garonada, ein Königreich der Frauen, in dem Männer lediglich als
Samenspender dienen und keine Macht haben.
Daneben das friedliebende
Baldor, ein Land der Kunst und des Handels. Hier werden Frauen eher wie
Leibeigene behandelt, den Männer ist es erlaubt, mehrere Frauen zu
haben.
Das Aufeinandertreffen der Kämpferinnen Ayrins und der Truppen
Baldors führt zu einigen Konflikten, doch um sich dem Gegner gemeinsam
zu stellen, muss jeder seine Vorurteile überwinden. Dazwischen Lasnic,
ein wilder Krieger, der Ayrin aus tiefstem Herzen liebt und mit ihr als
Gefährtin leben möchte. Doch ihre herrische Art und ihre Forderungen an
ihn stellen die Geduld des Kriegers oft auf eine harte Probe. Eine sehr
schöne und ausführliche Karte der Welt ist dem Buch beigefügt, so dass
man den einzelnen Gruppen bei ihrer Flucht folgen kann. Auch das Cover
ist schön gestaltet, dezent und nicht zu aufdringlich, in zarten Farben
gehalten.
Obwohl mir der erste Band sehr gut gefallen hat, habe ich dieses
Buch nach ca. 2/3 abgebrochen. Die endlose Folge von Flucht, Verfolgung
und Kampf zermürbt die Geduld des Lesers.
Und einige Handlungsstränge
fand ich einfach zu unglaubhaft. Zwar hat Mauritz lange am Hof der
Königinnen von Garonada gelebt, doch es ist nicht erkennbar, dass er je
ein herzliches Verhältnis zu den beiden Schwestern Ayrin und Lauka
hatte. Er hat sich Lauka erst vor kurzem offenbart, und ihr den Ring
der Macht übergeben in dessen Gebrauch er sie unterweisen möchte. In
Band zwei wird immer wieder geschildet, wir sehr Lauka ihren Vater
vermisst und das auf eine kitschige, völlig unglaubhafte Art und Weise.
In einem Land, in dem Väter nichts zählen und der Mann keine Macht
ausübt. Lauka ist in diesem Ambiente aufgewachsen, dass sie nun einem
Mann, den sie erst seit kurzer Zeit als ihren Vater kennt, so hinterher
weint, irritiert den Leser ungemein.
Weiterhin sehr enttäuschend ist die Entwicklung Lord Frix. Er war
meine Lieblingsfigur in Band eins, ein amüsanter Kerl mit einem
merkwürdigen Dialekt, der irgendwie alle um den Finger wickeln konnte.
Hier verkümmert er zu einem Beglücker der Frauen und wir erfahren
eigentlich nur, mit wem er sich gerade im Bett oder auf dem Waldboden
tummelt.
Hinweg sein ganzer Charme und Humor, der einen zum lächeln
brachte. Die amourösen Entgleisungen des Lord
Frix und das Gejammer Laukas um ihren Vater. Es kann durchaus sein,
dass auf den letzten 200 Seiten noch etwas wahrhaft spannendes passiert
und die Handlung voran getrieben wird. Aber ich möchte das nicht mehr
wissen.
Fazit:
Nach einem wirklich gelungenen Auftakt nun ein enttäuschender Band zwei.
Schade, das Potenzial ist vorhanden. ich gebe trotzdem 3 Sterne, da ich
mittlerweile vielleicht zu hohe Ansprüche habe und diese Band bei der
Vielzahl an Fantasy noch im MIttelfeld steht. Für Leser, die sich für
das Genre Fantasy entscheiden, sicher ein guter Einstieg.
Titel_ Die Magierin der 1000 Inseln
Reihe: Kalypto Band 2
Autor: Tom Jacubi
Verlag: Lübbe, Sodtcover, 608 Seiten
ISBN:
978-3404208067

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