Hoher Besuch in Disselbach.
Der päpstliche Ehrenprälat kommt auf seinem Weg nach Trier in dem kleinen,
beschaulichen Ort in der Eifel vorbei. Natürlich ist de Aufregung groß und alle
Dorfbewohner bereiten sich auf das Großereignis vor.
Leider weckt der Besuch nicht
nur die Aufmerksamkeit der gottesfürchtigen Eifeler, sondern auch die einiger
Verbrecher. Und diese Verbrecher sind nicht nur hinter dem angeblichen Schatz
her, den der Ehrenprälat mit sich führen soll. Sie sollen dem Dorfschmied
Karl Bermes eine Lektion erteilen, da dieser sich, nach Ansicht ihre Chefs, in
Dinge eingemischt hat, die ihn nichts angehen.
Karl ahnt nichts von der Gefahr,
in der er schwebt. Erst nach und nach offenbart sich, dass in Disselbach
einiges nicht mit rechten Dingen zugeht und gemeinsam mit ein paar Freunden und
Helfershelfern versucht Karl, sein Dorf zu schützen.
Kommentar:
Ich weiß nicht so recht, wie
ich dieses Buch bewerten soll. Die zwei vorherigen Bände habe ich schon mit fünf Sternen bewertet. Dieser dritte Band ist aber nochmals so viel besser, witziger
und spannender, da wären sicher sieben Sterne angebracht.
Der Aufbau der Geschichte ist
dieses Mal etwas anders. Zwar gibt es wieder einen kurzen Prolog, aber man
erfährt erst im Laufe der Geschichte, was es damit auf sich hat.
Alles beginnt ganz harmlos.
Die Disselbacher bereiten sich auf den hohen Besuch vor. Und wie es in einer
kleinen Gemeinde eben so ist, gibt es Reibereien
und Eifersüchteleien. Valentin Neuerburg möchte natürlich brillieren und drängt
sich überall in den Vordergrund, sehr zum Verdruss einiger anderer Parteien. Er
ist und bleibt ein Speichellecker und
Wendehals und auch in Band drei benimmt er sich nicht anders und hat aus seinen
vorherigen Fehlern nichts gelernt.
Während der Feierlichkeiten
hören Karl Bermes und das Fräulein Schneebach den Ruf des Signalhorns von Martin
Bohr und machen sich auf den Weg um herauszufinden, warum Martin Signal gegeben
hat.
Und ab hier beginnt eine so
herrliche Slapstickkomödie in Kriminalform, dass ich aus dem lachen kaum noch
herausgekommen bin. Obwohl es durchaus auch Momente des Schreckens gibt und der
Kriminalfall sich vor unsere Augen aufrollt, sind es diese Momente mit Martin,
die dem Buch das Herz geben. Dazu kommt das Fräulein Schneebach in Bestform und
auch Werner Schomer darf nicht fehlen.
Die ständig wechselnden Szenarien
sorgen für ein flottes Tempo. Während die Lesenden von Beginn an durch den raschen Szenenwechsel stets auf dem Laufenden sind, agieren die unterschiedlichen
Parteien hier ohne zu wissen, was an welchem Ort gerade passiert. Kirche,
Schmiede, Bermeshaus, Post, Schomerhof, Feuerwehrhaus - alle Ereignisse laufen am Ende zu
einem wirklich gelungenen Finale zusammen und das auf oft skurrile und überraschende
Art und Weise.
Sprachlich ist das Buch
einfach perfekt. Ich liebe es, wenn die Autoren und Autorinnen noch den Genitiv
benutzen. Dabei wechselt der Autor zwischen Eifeler Sprachgebrauch, wenn sich die
Figuren unterhalten und Hochdeutsch in den Zwischenpassagen, was die ganzen Figuren so glaubwürdig und die Geschichte authentisch macht.
Dieser dritte Band lässt sich
auch wieder als Einzelband lesen, aber für das Verständnis und den Spaß wäre es
sinnvoll, zumindest den zweiten Band zu kennen. denn dort wird der Grundstein für die Ereignisse gelegt, die hier ihren Höhepunkt erreichen.
Neben den menschlichen Helden
kommen hier auch drei tierische Helden zum Einsatz- Die „Schwarze“, derentwegen
Martin überhaupt erst unterwegs ist. Wilhelm zwo, der Kater der Bermes, der über
eine gute Menschenkenntnis verfügt und zeigt, dass mit ihm nicht gut Kirschen
essen ist. Und Rolfie, der sein Herz an Kriminalkommissar Peters verloren hat
und es nicht mag, wenn man seinem neuen Freund nicht mit dem nötigen Respekt begegnet.
Die 408 Seiten dieses
Kriminalromans beschreiben nur einige Stunden im Leben der Disselbacher aber
das passiert auf eine fesselnde Art und Weise und der Lokalkolorit kommt wieder nicht zu
kurz. Die Nachkriegszeit war keine einfache Zeit. Der Autor hat hier sehr
akribisch recherchiert und das merkt man der Geschichte auch an. Bauernschläue
gegen Obrigkeit. Zusammenhalt gegen die Tücken des Alltags und gegenseitige
Hilfe in Zeiten der Not. Das macht die Eifeler aus.
Fazit:
Humorvoll, spannend, ein
regelrechter „Page Turner“. Die Figuren wachsen den Lesenden von Band zu Band
mehr ans Herz und ich freue mich auf Band vier.
Titel: Ein Schwur aus kaltem
Zorn
Reihe: Bermes und Peters
Autor: Ralf Lano
Verlag: KBV Verlag, TB, 408
Seiten
ISBN:9783954417360

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