Musikalische Fluchten

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15 Oktober 2026

Top Ten Thursday - 15.10.2026 Stelle uns 10 Bücher vor, deren Setting in einer kleinen Stadt angesiedelt ist

Eigentlich kann man diesen Beitrag komplett mit Stephen King füllen, denn viele seiner Geschichten spielen in Derry - Maine. Da kommt man locker auf zehn Titel. Ich hätte einiges in  Berlin, London, Barcelona, New York  und Köln anzubieten aber der Begriff Kleinstadt passt da wohl eher nicht. 


Ich liebe die Krimis von Tony Hillerman mit dem Navajo Polizisten John Leaphorn und ich habe lange gesucht, bis ich etwas adäquates gefunden habe. Walter Longmire ist Sheriff in dem kleinen Ort Absaroka County in Wyoming. Sein bester Freund, Henry Standing Bear, ist ein Cheyenne. Das Zusammenleben zwischen den amerikanischen Ureinwohnern und den Weißen gestaltet sich oft als schwierig, es kommt immer wieder zu Übergriffen, Schlägereien und Vergewaltigungen. In den Augen der Cheyenne und Crow sind die Gerichtsurteile oft ungerecht und den Taten nicht angemessen. So auch im Fall der Vergewaltigung von Melissa. Obwohl Longmire alles versucht, um ein faires und gerechtes Urteil zu erreichen, kommen die vier jungen Männer mit einer leichten Strafe davon, ein Schlag ins Gesicht der indigenen Bevölkerung.
Ich habe Longmire zuerst als TV Serie gesehen. Die Geschichte dort hat aber nicht viel gemein mit den Büchern. 
 
Das finstere Tal von Thomas Willmann - ein Tal in den Bergen-
Ein einsames, völlig isoliertes Tal in den Bergen. Erreichbar nur durch einen Spalt im Gebirge. Die Einwohner leben völlig für sich, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Wissen um neue Errungenschaften und neue Technik. Was man zu Leben braucht, wird dem Boden abgetrotzt. Nur ein Mal im Jahr reist der Krämer in die Außenwelt, um Sachen zu besorgen, die man im Tal nicht selbst herstellen kann. 
Die Bewohner dieses Tals mögen keine Fremden und so wird »der Greider«, als er im Tal ankommt, argwöhnisch betrachtet und man gibt ihm klar zu verstehen, dass er wieder abreisen soll. Doch der ruhige junge Mann gibt nicht nach. Er ersucht um ein Quartier und als Begründung für seine Ankunft gibt er an, dass er die Landschaft malen möchte. Als er einen Beutel Gold zückt, genug, um ein Quartier für ein ganzes Jahr zu bezahlen, bekommt er ein Zimmer bei der Witwe Gader und ihrer Tochter Luzie. 
Zuerst misstrauisch beäugt verhält er  sich so ruhig und unauffällig, dass man seine Anwesenheit nach und nach vergisst.
 
Die Nacht des Mondbogen von Joachim Sohn - ein Ort irgendwo in Frankreich
Ende der 60er Jahre. Die Witwe Irene Beaudoire verbringt ihren Lebensabend damit, heimatlosen und verwahrlosten Tieren eine Heimat zu geben. Ihr Mann Frederic ist im ersten Weltkrieg gefallen, ihre Tochter ist fortgezogen, so bleiben ihr nur ihre Katze Bavette und ihre Erinnerungen.
Als ihr Mann nicht aus dem Krieg zurück kam wollte Irenes Vater sie zwingen, erneut zu heiraten. Doch Irene weigerte sich, studierte Lehramt und unterrichtete bis zu ihrer Rente Geschichte am örtlichen Lyzeum. 
Irene ist eine rationale Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Nur wenn der Vollmond am Himmel strahlt und es leicht regnet, geht sie hinaus um die Mondscheinbrücke zu betrachten. Es geht die Legende, wenn das Licht des Mondes sich in den Regentropfen spiegelt bildet sich ein Mondbogen und es kommen Tiere aus einer anderen Welt zu uns.  Irene weiß natürlich das dies nur eine Legende ist, bis eines Tages ein Rabe neben ihr Platz nimmt, der ein Medaillon um den Hals trägt. Irene öffnet neugierig das Schmuckstück und damit ändert sich ihr Leben.
 
Edwina Teufel, genannt die Zornnatter, ist eine Chefinspektorin aus Wien. Ein Zusammenbruch veranlasst ihren Chef dazu, ihre eine Auszeit anzubieten, damit sie etwas zur Ruhe kommt. Mit ihrem Lebensgefährten, Antonio Russo, mietet sich Edwina eine Wohnung am Gardasee und hofft, dort Entspannung und Erholung zu finden. Aber schnell packt Edwina die Langeweile. Sie, die ständig unter Strom steht und nie stillstehen kann, hat nicht gelernt, die Ruhe und Muße zu genießen. Also hilft sie unentgeltlich im örtlichen Fundbüro aus. Mit der Betreiberin, der alten Rosa und ihrem Enkel Bruno, schließt sie schnell Freundschaft.
Als sie eines Tages alleine im Fundbüro ist, erscheint ein alter, sehr seltsamer Mann. Der Mann redet wirr und sieht auch ebenso aus, Er bringt eine Schachtel mit und möchte diese gegen sein Poem tauschen, dass er angeblich vor Jahrhunderten im Fundbüro abgegeben hat. Als Edwina bemerkt, dass in der Schachtel eine Schlange ist wallt der Zorn in ihr auf und sie rastet völlig aus, treibt den Mann in die Flucht. Kurz darauf wird dieser ermordet aufgefunden und die Neugier der Chefinspektorin ist geweckt. Obwohl sie keinerlei Befugnisse hat, mischst sie sich in die Ermittlungen ein, sehr zum Verdruss von Commissario Alceste.
 
Hard Land von Benedict Wells - ein kleiner Ort in Missouri-
Sommer 1985. Sam ist fünfzehn. Kein Kind mehr aber auch noch nicht erwachsen. Er ist ein Außenseiter, ist unsicher, gehemmt und hat Angstzustände. Er ist zu klein, zu schmächtig, das ideale Opfer für Hänseleien. Doch der Sommer 1985 ändert alles.
Um nicht nach Kansas geschickt zu werden, zu seiner Tante Eileen und ihren nervigen, mobbenden Söhnen, nimmt Sam einen Job im Kino an. Dort trifft er auf Kristie, Cameron und Hightower. Die drei sind älter als er, ein eingeschworenes Team. Aber auch sie haben alle ihre Macken und Geheimnisse, daher sehen sie in Sam keinen Freak oder Außenseiter, sondern nehmen ihn ihre Mitte auf.
Für Sam werden sie sein Halt, denn seine Mutter ist schwer krank und diese Krankheit hängt wie ein Damoklesschwert über der Familie. Sein Vater spricht kaum mit ihm und seine Schwester Jean geht schon seit langen ihre eigenen Wege und hat das Elternhaus verlassen. So bleibt Sam alleine mit seinen Ängsten und Gefühlen, bis er das Trio kennenlernt.
Natürlich klingt der Klappentext besser als meine unbeholfene Zusammenfassung. Und er gibt keineswegs wieder, welche Gefühle dieses Buch in mir geweckt hat. Es ist meine Zeit, es sind meine Filme und Songs, die in diesem Buch erwähnt werden. Zwar war ich 1985 schon etwas älter aber trotzdem habe ich vieles wiedererkannt.  Dominik Wells beschreibt die 80er so, als wäre er dabei gewesen. Ich dachte: „ So etwas kann nur jemand schreiben, der diese unglaubliche Zeit selber erlebt hat.“
 
Es ist Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Die kleine Kya lebt mit ihrer Familie in den Marschlanden, nahe der Küstenstadt Barkley Cove. Ihr Vater ist ein gewalttätiger Alkoholiker, der seiner Frau einmal den Himmel auf Erden versprochen hatte. Bekommen hat sie eine Hölle.
Als Kya sechs Jahre alt ist, verlässt die Mutter die Familie.  Das kleine Mädchen steht Monate lang jeden Abend an der Tür der verrotteten Hütte, die sie ihr zuhause nennt, und wartet auf die Rückkehr der Mutter. Doch diese bleibt fort.
Nach und nach verlassen auch die Geschwister die Marschlanden. Als letztes ihr Lieblingsbruder Jodie, der ihr noch Tipps gibt, wie sie die Anzeichen erkennen kann, dass der Vater zur Gewalt greifen wird, und wie sie dem brutalen Vater aus dem Weg gehen kann.
Dann geht auch Jodie und das kleine Mädchen bleibt alleine mit dem Vater zurück. Isoliert von der Welt, einsam, lernt sie die Marschlanden und ihre tierischen Bewohner zu lieben. Sie kann weder lesen noch schreiben, doch sie kennt alle Tier und Pflanzen beim Namen. Sie führt dem Vater den Haushalt und lernt zu kochen, zu waschen und zu putzen. Ihre ersten Versuche fordern den Zorn des Vaters heraus aber es gibt auch rührenden Momente der Annäherung.
 
Treviso ist ein kleiner Ort in Italien der von der Welt vergessen wurde. Es passiert nichts, die alten Leute sterben weg und die jungen Leute wandern aus, weil sie dort keine Zukunft sehen. Ein Laden nach dem anderen muss schließen und es ist abzusehen, wann der Ort zu einem Geisterort wird.
Da liest Don Antonio, der Pfarrer des Dorfes, einen Artikel über einen Ort in den Anden, in dem ein Wunder passiert ist. Und dass sich nun die Bewohner dieses bisher vergessenen Ortes vor lauter Touristen kaum noch retten können. Also denkt er sich, ganz wie Don Camillo das getan hätte: Ein Wunder muss her.
Zusammen mit dem Zimmermann Salvatore Tarlo präpariert er eine Madonnenstatue so, dass sie blutige Tränen weint. Wer weiß schon, dass es sich um den schlechtesten Rotwein des Ortes handelt.
 
Hoher Besuch in Disselbach. Der päpstliche Ehrenprälat kommt auf seinem Weg nach Trier in dem kleinen, beschaulichen Ort in der Eifel vorbei. Natürlich ist de Aufregung groß und alle Dorfbewohner bereiten sich auf das Großereignis vor.
Leider weckt der Besuch nicht nur die Aufmerksamkeit der gottesfürchtigen Eifeler, sondern auch die einiger Verbrecher. Und diese Verbrecher sind nicht nur hinter dem angeblichen Schatz her, den der Ehrenprälat mit sich führen soll. Sie sollen dem Dorfschmied Karl Bermes eine Lektion erteilen, da dieser sich, nach Ansicht ihre Chefs, in Dinge eingemischt hat, die ihn nichts angehen.
Karl ahnt nichts von der Gefahr, in der er schwebt. Erst nach und nach offenbart sich, dass in Disselbach einiges nicht mit rechten Dingen zugeht und gemeinsam mit ein paar Freunden und Helfershelfern versucht Karl, sein Dorf zu schützen.
 
Totenpfad von Elly Griffiths - das Salzmoor an der Küste Norfolks
Ruth Galloway ist Archäologin. Sie lebt alleine in einem kleinen Häuschen am Rande des Salzmoores. Sie liebt diese Einsamkeit und die Geräusche der Natur. Sie beschreibt sich selber als alleinstehende Frau mit Übergewicht ohne Anhang, mit Katzen. Ruth unterrichtet an der „University of North Norfolk und ist dort Dozentin für Archäologie, ihr Spezialgebiet ist die forensische Archäologie, kurz gesagt, Knochen.
Eines Tages  steht Detective Chief Inspector Harry Nelson vor ihrer Tür und bittet Ruth darum, das Alter einiger Knochen zu bestimmen, die im Moor gefunden wurden. Vor zehn Jahren wurde ein Kind entführt dessen Leiche man nie gefunden hat. Harry Nelson befürchtet, dass es sich bei der gefundenen Leiche um die des Mädchens handelt. Dies ist nicht der Fall aber ein paar Tage später verschwindet erneut ein Mädchen und es ist klar, dass es einen Zusammenhang zu der Entführung von vor zehn Jahren geben muss. Harry Nelson bitte Ruth um Hilfe und weist sie in die Details der damaligen Entführung ein. Er nimmt sich es sehr zu Herzen, dass er den Fall nie klären konnte und die Eltern des Mädchens immer noch im Ungewissen sind. Harry  hofft, dass Ruth, mit ihrem geschulten Auge, mehr Details in den Briefen erkennen kann, die der Mörder damals geschickt hat. 
 
Henning Bröhmann lebt im beschaulichen Vogelsberg. Ein Ort, an dem sich Fuchs und Has‘ gute Nacht sagen, jeder jeden kennt und jeder über jeden alles weiß. Bröhmann  ist Kriminalhauptkommissar aber wie der Ort, so ist auch sein Job trist, denn in so einem beschaulichen Kaff passiert nicht viel was  einen Kriminalhauptkommissar erfordert. Henning Bröhmann wollte diesen Job auch nicht unbedingt, er hat ihn eher ererbt bzw. zugeschustert bekommen, qualifiziert findet er sich dafür nicht. Aber mit DHH und Familie im Hintergrund hat er damit immerhin ein gesichertes Einkommen.
Seine Ehe ist so langweilig wie das Kaff in dem er wohnt, seine Tochter ist eine rotzfreche Göre in der Pubertät und er selber ist eine Memme, die in Selbstmitleid versinkt, weil das Leben ihm so gar nichts mehr zu bieten hat.
Doch dann passiert alles auf einmal. Seine Frau lässt ihn mit Kindern, Hund und Haushalt einfach sitzen, sein bester Mitarbeiter reicht Urlaub ein und er hat einen Mordfall am Hals. Ein Toter in einem Karnevalskostüm als Tod verkleidet, wurde nach einem Faschingsumzug erschlagen aufgefunden.
Was macht also ein unterqualifizierter HK in diesem Falle? Er beginnt zu ermitteln.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 

 

 

5 Kommentare:

  1. Hallo liebe Petra,

    erst einmal dieses Mal haben wir beide eine Gemeinsamkeit nämlich ....Töter gehts nicht...von Diedrich Farber
    .....ich fand, die Geschichte mit ihrer Rahmenhandlung ganz lustig/interessant
    ein Kriminaler der von seiner Frau verlassen wird das hat was und nun plötzlich seine Familie und einen Fall am Bein hat., der ihm viel abverlangt.......und so von einem Problem/Peinlichkeit/Unvermögen ins nächste schlittert.....grins...

    Und ja Herr King, ist wohl der Meister, der Kleinstadt...Es....Friedhof der Kuscheltiere usw.

    Mein Beitrag dazu
    ........der Rattenfänger von Hameln....mal eine Sage kein Märchen...
    ....Nils Holgerson....
    .......Wunder einer Winternacht/eine herzige, schöne Weihnachtsgeschichte.....
    ......Wickie/der Wikingerjunge aus Flake.......

    LG..Karin...

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  2. Schönen guten Morgen Petra!

    Bei dem Thema haben ja jetzt leider nicht so viele mitgemacht (vielleicht lag es auch an der Buchmesse) aber einige haben doch auch Stephen King Bücher dabei. Mit seinen Geschichten hätte man die Liste definitiv auch alleine voll bekommen :D

    Du hast eine spannende Liste zusammen gestellt!
    Das finstere Tal, Hard Land und Der Gesang der Flusskrebse hab ich ebenfalls gelesen, alles tolle Bücher!
    Die Nacht des Mondbogens hab ich durch dich immer noch im Blick ;)
    Die anderen sagen mir nicht so wirklich viel, hören sich aber auch interessant an. Und auch mal etwas abseits der High Fantasy Pfade :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Alex, die drei Bücher habe ich auch nur wegen Dir gelesen. Ich finde bei Dir immer tolle Tipps abseits der Fantasy. So drei bis vier im Jahr baue ich dann gerne ein. Dieses Jahr waren es aber kaum welche. Ich habe bei vielen supports und Buchgruppen mitgemacht und hatte dadurch echt viele Rezensionsbücher. Momentan drei. Und das, obwohl ich immer sage, ich nehme keine mehr. Sind aber alles SP, die unterstütze ich gerne. LG Petra

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  3. Hallo Petra,

    ah, Der Gesang der Flusskrebse hab ich gelesen, aber nicht dran gedacht. Wie an so viele andere wahrscheinlich auch, was aber einfach dran liegt, dass ich mir nicht merke, wo die spielen.

    Ein paar der anderen Bücher kenn ich vom Sehen. Die meisten sagen mir aber auch eher nichts.

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

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  4. Anja - Bambinis Bücherzauber16.10.26, 21:28

    Hallo Petra,
    ich habe schon viel von King gelesen, aber das ist inzwischen so lange her... an Derry hätte ich mich gar nicht mehr erinnert. Deine Bücher kenne ich alle nicht. Aber ich mag das Cover von Sirmione.
    Lieben Gruß
    Anja

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