Eigentlich kann man diesen Beitrag komplett mit Stephen King füllen, denn viele seiner Geschichten spielen in Derry - Maine. Da kommt man locker auf zehn Titel. Ich hätte einiges in Berlin, London, Barcelona, New York und Köln anzubieten aber der Begriff Kleinstadt passt da wohl eher nicht.
Ich liebe die Krimis von Tony Hillerman
mit dem Navajo Polizisten John Leaphorn und ich habe lange gesucht, bis ich
etwas adäquates gefunden habe. Walter Longmire ist Sheriff in dem kleinen Ort
Absaroka County in Wyoming. Sein bester
Freund, Henry Standing Bear, ist ein Cheyenne. Das Zusammenleben zwischen den
amerikanischen Ureinwohnern und den Weißen gestaltet sich oft als schwierig, es
kommt immer wieder zu Übergriffen, Schlägereien und Vergewaltigungen. In den
Augen der Cheyenne und Crow sind die Gerichtsurteile oft ungerecht und den Taten
nicht angemessen. So auch im Fall der
Vergewaltigung von Melissa. Obwohl Longmire alles versucht, um ein faires und
gerechtes Urteil zu erreichen, kommen die vier jungen Männer mit einer
leichten Strafe davon, ein Schlag ins Gesicht der indigenen Bevölkerung.
Ich habe Longmire zuerst als TV Serie
gesehen. Die Geschichte dort hat aber nicht viel gemein mit den Büchern.
Das finstere Tal von Thomas Willmann - ein Tal in den Bergen-
Ein einsames, völlig isoliertes Tal in
den Bergen. Erreichbar nur durch einen Spalt im Gebirge. Die Einwohner leben
völlig für sich, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Wissen um neue
Errungenschaften und neue Technik. Was man zu Leben braucht, wird dem Boden
abgetrotzt. Nur ein Mal im Jahr reist der Krämer in die Außenwelt, um Sachen zu
besorgen, die man im Tal nicht selbst herstellen kann.
Die Bewohner dieses Tals mögen keine
Fremden und so wird »der Greider«, als er im Tal ankommt, argwöhnisch
betrachtet und man gibt ihm klar zu verstehen, dass er wieder abreisen soll.
Doch der ruhige junge Mann gibt nicht nach. Er ersucht um ein Quartier und als
Begründung für seine Ankunft gibt er an, dass er die Landschaft malen möchte.
Als er einen Beutel Gold zückt, genug, um ein Quartier für ein ganzes Jahr zu bezahlen,
bekommt er ein Zimmer bei der Witwe Gader und ihrer Tochter Luzie.
Zuerst misstrauisch beäugt verhält er sich so ruhig und unauffällig, dass man seine
Anwesenheit nach und nach vergisst.
Die Nacht des Mondbogen von Joachim Sohn - ein Ort irgendwo in Frankreich
Ende der 60er Jahre. Die Witwe Irene
Beaudoire verbringt ihren Lebensabend damit, heimatlosen und verwahrlosten
Tieren eine Heimat zu geben. Ihr Mann Frederic ist im ersten Weltkrieg
gefallen, ihre Tochter ist fortgezogen, so bleiben ihr nur ihre Katze Bavette
und ihre Erinnerungen.
Als ihr Mann nicht aus dem Krieg zurück
kam wollte Irenes Vater sie zwingen, erneut zu heiraten. Doch Irene weigerte
sich, studierte Lehramt und unterrichtete bis zu ihrer Rente Geschichte am
örtlichen Lyzeum.
Irene ist eine rationale Frau, die mit
beiden Beinen fest im Leben steht. Nur wenn der Vollmond am Himmel strahlt und
es leicht regnet, geht sie hinaus um die Mondscheinbrücke zu betrachten. Es
geht die Legende, wenn das Licht des Mondes sich in den Regentropfen spiegelt
bildet sich ein Mondbogen und es kommen Tiere aus einer anderen Welt zu
uns. Irene weiß natürlich das dies nur
eine Legende ist, bis eines Tages ein Rabe neben ihr Platz nimmt, der ein
Medaillon um den Hals trägt. Irene öffnet neugierig das Schmuckstück und damit
ändert sich ihr Leben.
Edwina Teufel, genannt die
Zornnatter, ist eine Chefinspektorin aus Wien. Ein Zusammenbruch veranlasst ihren
Chef dazu, ihre eine Auszeit anzubieten, damit sie etwas zur Ruhe kommt. Mit
ihrem Lebensgefährten, Antonio Russo, mietet sich Edwina eine Wohnung am
Gardasee und hofft, dort Entspannung und Erholung zu finden. Aber schnell packt
Edwina die Langeweile. Sie, die ständig unter Strom steht und nie stillstehen
kann, hat nicht gelernt, die Ruhe und Muße zu genießen. Also hilft sie unentgeltlich
im örtlichen Fundbüro aus. Mit der Betreiberin, der alten Rosa und ihrem Enkel
Bruno, schließt sie schnell Freundschaft.
Als sie eines Tages alleine im
Fundbüro ist, erscheint ein alter, sehr seltsamer Mann. Der Mann redet wirr und
sieht auch ebenso aus, Er bringt eine Schachtel mit und möchte diese gegen sein
Poem tauschen, dass er angeblich vor Jahrhunderten im Fundbüro abgegeben hat.
Als Edwina bemerkt, dass in der Schachtel eine Schlange ist wallt der Zorn in
ihr auf und sie rastet völlig aus, treibt den Mann in die Flucht. Kurz darauf
wird dieser ermordet aufgefunden und die Neugier der Chefinspektorin ist
geweckt. Obwohl sie keinerlei Befugnisse hat, mischst sie sich in die Ermittlungen
ein, sehr zum Verdruss von Commissario Alceste.
Hard Land von Benedict Wells - ein kleiner Ort in Missouri-
Sommer 1985. Sam ist fünfzehn.
Kein Kind mehr aber auch noch nicht erwachsen. Er ist ein Außenseiter, ist
unsicher, gehemmt und hat Angstzustände. Er ist zu klein, zu schmächtig, das
ideale Opfer für Hänseleien. Doch der Sommer 1985 ändert alles.
Um nicht nach Kansas geschickt
zu werden, zu seiner Tante Eileen und ihren nervigen, mobbenden Söhnen, nimmt
Sam einen Job im Kino an. Dort trifft er auf Kristie, Cameron und Hightower.
Die drei sind älter als er, ein eingeschworenes Team. Aber auch sie haben alle
ihre Macken und Geheimnisse, daher sehen sie in Sam keinen Freak oder
Außenseiter, sondern nehmen ihn ihre Mitte auf.
Für Sam werden sie sein Halt,
denn seine Mutter ist schwer krank und diese Krankheit hängt wie ein
Damoklesschwert über der Familie. Sein Vater spricht kaum mit ihm und seine
Schwester Jean geht schon seit langen ihre eigenen Wege und hat das Elternhaus
verlassen. So bleibt Sam alleine mit seinen Ängsten und Gefühlen, bis er das
Trio kennenlernt.
Natürlich klingt der
Klappentext besser als meine unbeholfene Zusammenfassung. Und er gibt
keineswegs wieder, welche Gefühle dieses Buch in mir geweckt hat. Es ist meine
Zeit, es sind meine Filme und Songs, die in diesem Buch erwähnt werden. Zwar
war ich 1985 schon etwas älter aber trotzdem habe ich vieles
wiedererkannt. Dominik Wells beschreibt
die 80er so, als wäre er dabei gewesen. Ich dachte: „ So etwas kann nur jemand
schreiben, der diese unglaubliche Zeit selber erlebt hat.“
Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens - Berkley Cove -
Es ist Ende der 50er, Anfang
der 60er Jahre. Die kleine Kya lebt mit ihrer Familie in den Marschlanden, nahe
der Küstenstadt Barkley Cove. Ihr Vater ist ein gewalttätiger Alkoholiker, der
seiner Frau einmal den Himmel auf Erden versprochen hatte. Bekommen hat sie
eine Hölle.
Als Kya sechs Jahre alt ist,
verlässt die Mutter die Familie. Das
kleine Mädchen steht Monate lang jeden Abend an der Tür der verrotteten Hütte,
die sie ihr zuhause nennt, und wartet auf die Rückkehr der Mutter. Doch diese
bleibt fort.
Nach und nach verlassen auch
die Geschwister die Marschlanden. Als letztes ihr Lieblingsbruder Jodie, der
ihr noch Tipps gibt, wie sie die Anzeichen erkennen kann, dass der Vater zur
Gewalt greifen wird, und wie sie dem brutalen Vater aus dem Weg gehen kann.
Dann geht auch Jodie und das
kleine Mädchen bleibt alleine mit dem Vater zurück. Isoliert von der Welt, einsam,
lernt sie die Marschlanden und ihre tierischen Bewohner zu lieben. Sie kann
weder lesen noch schreiben, doch sie kennt alle Tier und Pflanzen beim Namen. Sie
führt dem Vater den Haushalt und lernt zu kochen, zu waschen und zu putzen.
Ihre ersten Versuche fordern den Zorn des Vaters heraus aber es gibt auch
rührenden Momente der Annäherung.
Das Wunder von Treviso von Susanne Falk - Treviso-
Treviso
ist ein kleiner Ort in Italien der von der Welt vergessen wurde. Es passiert
nichts, die alten Leute sterben weg und die jungen Leute wandern aus, weil sie
dort keine Zukunft sehen. Ein Laden nach dem anderen muss schließen und es ist
abzusehen, wann der Ort zu einem Geisterort wird.
Da
liest Don Antonio, der Pfarrer des Dorfes, einen Artikel über einen Ort in den
Anden, in dem ein Wunder passiert ist. Und dass sich nun die Bewohner
dieses bisher vergessenen Ortes vor lauter Touristen kaum noch retten können.
Also denkt er sich, ganz wie Don Camillo das getan hätte: Ein Wunder muss her.
Zusammen
mit dem Zimmermann Salvatore Tarlo präpariert er eine Madonnenstatue so,
dass sie blutige Tränen weint. Wer weiß schon, dass es sich um den
schlechtesten Rotwein des Ortes handelt.
Hoher Besuch in Disselbach.
Der päpstliche Ehrenprälat kommt auf seinem Weg nach Trier in dem kleinen,
beschaulichen Ort in der Eifel vorbei. Natürlich ist de Aufregung groß und alle
Dorfbewohner bereiten sich auf das Großereignis vor.
Leider weckt der Besuch nicht
nur die Aufmerksamkeit der gottesfürchtigen Eifeler, sondern auch die einiger
Verbrecher. Und diese Verbrecher sind nicht nur hinter dem angeblichen Schatz
her, den der Ehrenprälat mit sich führen soll. Sie sollen dem Dorfschmied
Karl Bermes eine Lektion erteilen, da dieser sich, nach Ansicht ihre Chefs, in
Dinge eingemischt hat, die ihn nichts angehen.
Karl ahnt nichts von der Gefahr,
in der er schwebt. Erst nach und nach offenbart sich, dass in Disselbach
einiges nicht mit rechten Dingen zugeht und gemeinsam mit ein paar Freunden und
Helfershelfern versucht Karl, sein Dorf zu schützen.
Totenpfad von Elly Griffiths - das Salzmoor an der Küste Norfolks
Ruth Galloway ist Archäologin. Sie lebt alleine in einem kleinen Häuschen am Rande des Salzmoores. Sie liebt
diese Einsamkeit und die Geräusche der Natur. Sie beschreibt sich selber als
alleinstehende Frau mit Übergewicht ohne Anhang, mit Katzen. Ruth unterrichtet
an der „University of North Norfolk und ist dort Dozentin für Archäologie, ihr
Spezialgebiet ist die forensische Archäologie, kurz gesagt, Knochen.
Eines Tages steht Detective Chief Inspector Harry Nelson
vor ihrer Tür und bittet Ruth darum, das Alter einiger Knochen zu bestimmen, die
im Moor gefunden wurden. Vor zehn Jahren wurde ein Kind entführt dessen Leiche
man nie gefunden hat. Harry Nelson befürchtet, dass es sich bei der gefundenen
Leiche um die des Mädchens handelt. Dies ist nicht der Fall aber ein paar Tage
später verschwindet erneut ein Mädchen und es ist klar, dass es einen Zusammenhang zu der Entführung von vor
zehn Jahren geben muss. Harry Nelson bitte Ruth um Hilfe und weist sie in die
Details der damaligen Entführung ein. Er nimmt sich es sehr zu Herzen, dass er
den Fall nie klären konnte und die Eltern des Mädchens immer noch im Ungewissen
sind. Harry hofft, dass Ruth, mit ihrem
geschulten Auge, mehr Details in den Briefen erkennen kann, die der Mörder
damals geschickt hat.
Toter geht's nicht von Dietrich Faber - Vogelsberg-
Henning
Bröhmann lebt im beschaulichen Vogelsberg. Ein Ort, an dem sich Fuchs und Has‘
gute Nacht sagen, jeder jeden kennt und jeder über jeden alles weiß.
Bröhmann ist Kriminalhauptkommissar aber wie der Ort, so ist auch sein
Job trist, denn in so einem beschaulichen Kaff passiert nicht viel was
einen Kriminalhauptkommissar erfordert. Henning Bröhmann wollte diesen Job auch
nicht unbedingt, er hat ihn eher ererbt bzw. zugeschustert bekommen,
qualifiziert findet er sich dafür nicht. Aber mit DHH und Familie im
Hintergrund hat er damit immerhin ein gesichertes Einkommen.
Seine Ehe
ist so langweilig wie das Kaff in dem er wohnt, seine Tochter ist eine
rotzfreche Göre in der Pubertät und er selber ist eine Memme, die in
Selbstmitleid versinkt, weil das Leben ihm so gar nichts mehr zu bieten hat.
Doch dann
passiert alles auf einmal. Seine Frau lässt ihn mit Kindern, Hund und Haushalt
einfach sitzen, sein bester Mitarbeiter reicht Urlaub ein und er hat einen
Mordfall am Hals. Ein Toter in einem Karnevalskostüm als Tod verkleidet, wurde
nach einem Faschingsumzug erschlagen aufgefunden.
Was macht
also ein unterqualifizierter HK in diesem Falle? Er beginnt zu ermitteln.










Hallo liebe Petra,
AntwortenLöschenerst einmal dieses Mal haben wir beide eine Gemeinsamkeit nämlich ....Töter gehts nicht...von Diedrich Farber
.....ich fand, die Geschichte mit ihrer Rahmenhandlung ganz lustig/interessant
ein Kriminaler der von seiner Frau verlassen wird das hat was und nun plötzlich seine Familie und einen Fall am Bein hat., der ihm viel abverlangt.......und so von einem Problem/Peinlichkeit/Unvermögen ins nächste schlittert.....grins...
Und ja Herr King, ist wohl der Meister, der Kleinstadt...Es....Friedhof der Kuscheltiere usw.
Mein Beitrag dazu
........der Rattenfänger von Hameln....mal eine Sage kein Märchen...
....Nils Holgerson....
.......Wunder einer Winternacht/eine herzige, schöne Weihnachtsgeschichte.....
......Wickie/der Wikingerjunge aus Flake.......
LG..Karin...
Schönen guten Morgen Petra!
AntwortenLöschenBei dem Thema haben ja jetzt leider nicht so viele mitgemacht (vielleicht lag es auch an der Buchmesse) aber einige haben doch auch Stephen King Bücher dabei. Mit seinen Geschichten hätte man die Liste definitiv auch alleine voll bekommen :D
Du hast eine spannende Liste zusammen gestellt!
Das finstere Tal, Hard Land und Der Gesang der Flusskrebse hab ich ebenfalls gelesen, alles tolle Bücher!
Die Nacht des Mondbogens hab ich durch dich immer noch im Blick ;)
Die anderen sagen mir nicht so wirklich viel, hören sich aber auch interessant an. Und auch mal etwas abseits der High Fantasy Pfade :D
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo Alex, die drei Bücher habe ich auch nur wegen Dir gelesen. Ich finde bei Dir immer tolle Tipps abseits der Fantasy. So drei bis vier im Jahr baue ich dann gerne ein. Dieses Jahr waren es aber kaum welche. Ich habe bei vielen supports und Buchgruppen mitgemacht und hatte dadurch echt viele Rezensionsbücher. Momentan drei. Und das, obwohl ich immer sage, ich nehme keine mehr. Sind aber alles SP, die unterstütze ich gerne. LG Petra
LöschenHallo Petra,
AntwortenLöschenah, Der Gesang der Flusskrebse hab ich gelesen, aber nicht dran gedacht. Wie an so viele andere wahrscheinlich auch, was aber einfach dran liegt, dass ich mir nicht merke, wo die spielen.
Ein paar der anderen Bücher kenn ich vom Sehen. Die meisten sagen mir aber auch eher nichts.
Liebe Grüße,
Steffi vom Lesezauber
Hallo Petra,
AntwortenLöschenich habe schon viel von King gelesen, aber das ist inzwischen so lange her... an Derry hätte ich mich gar nicht mehr erinnert. Deine Bücher kenne ich alle nicht. Aber ich mag das Cover von Sirmione.
Lieben Gruß
Anja