Alice Law ist Doktorandin des berühmten Magiers Jacob Grimes in Cambridge. Schafft man bei ihm einen Abschluss, in analytischer Magie, stehen einem alle Türen der Welt offen und man kann jeden Job bekommen, von dem man träumt.
Alice ist die Vorzeigestudentin
des Magiers, ihr größter Konkurrent ist Peter Murdoch. Während sich Alice alles
mühsam erarbeiten muss, ist Peter ein Überflieger, dem das Wissen und alle Sympathien
leicht zufliegen. Zu Beginn ihres Studiums waren die beiden Freunde, doch Grimes
hat es geschickt geschafft, beide gegeneinander aufzubringen, er ist der
Meinung, dass Konkurrenz den Ehrgeiz fördert.
Als Grimes Alice gegenüber Avancen
macht und sie diese ablehnt, ändert sich das Verhalten des Doktorvaters. Er
übergeht sie bei wichtigen Projekten, äußert unsachliche Kritik oder ignoriert
sie bewusst.
Peter beobachtet das alles, doch Schweigen
führt zu Missverständnissen und bald steht eine unüberwindliche Mauer zwischen
den beiden Studierenden.
Bis Alice einen Fehler begeht
und Grimes bi einer Beschwörung regelrecht in Fetzen gerissen wird. Um seine
Seele zu retten und ihren Fehler wieder gutzumachen, entschließt sich die junge
Frau, in die Hölle zu reisen und die Seele von Grimes zu retten. Zu ihrem
Erstaunen schließt sich ihr Peter Murdoch an. Beide haben sehr unterschiedliche
Herangehens – und Arbeitsweisen doch zusammen scheinen sie das perfekte Team.
Wären da nicht das gegenseitige Misstrauen und die Angst, Schwäche zu zeigen.
Kommentar:
Ich habe keine Ahnung, wie ich
dieses Buch bewerten soll. Ich bin sicher nicht dumm. Ich habe jedoch keinen
Hochschulabschluss und auch kein Studium und das Buch scheint mir nur für intellektuelle
Menschen geschrieben, die ein Studium in Cambridge, Oxford oder sonst wo
abgeschlossen haben. Alleine die Masse an Fremdwörtern hat mich überfordert.
Keine Fremdwörter, die man in einem normalen Alltag hört. Sondern Wörter, die
sich nicht aus dem Zusammenhang erklären und die ein normaler Mensch nie im
Leben brauchen wird. Außer man ist Linguist, Logiker oder Mathematiker. Auch mit
den ganzen Paradoxa konnte ich nichts anfangen. Ist ein Haufen Sand noch ein
Haufen Sand, wenn man einen Sandkorn entfernt? Oder wann ist ein Haufen kein Haufen
mehr. Solche Diskussionen ziehen sich oft über Seiten. Das ist nicht meine
Welt.
Also habe ich diesen Part des
Buches einfach außer Acht gelassen und mich auf die Geschichte zweiter jungen Menschem
konzentriert, die ihren Weg in der Welt bzw. Hölle finden müssen.
Alice und Peter wissen nichts
voneinander. Schwäche zeigen, ehrlich zueinander sein und um Hilfe bitten steht
nicht auf dem Lehrplan. Sie sind jung, unsicher, kennen sich selber noch nicht
und ein Lob von Grimes ist ihr höchstes Ziel. Mag er sie noch so demütigend behandeln, alles wird ertragen, um einen Abschluss zu erhalten.
Sowohl Alice als auch Peter
haben ihre Gründe in die Hölle hinabzusteigen. Hinter ihren Fassaden verbergen
sich Geheimnisse, die sich nach und nach offenbaren. Es zeigt sich: Wäre die
Menschen ehrlicher und offener zueinander und würde man mehr miteinander reden als
sich anzuschweigen, gäbe es weniger Probleme auf der Welt.
Peter und Alice steigen nicht
nur in die weltliche Hölle, sondern auch in ihr seelische Hölle hinab. Und es
scheint, dass man erst in die Hölle hinabsteigen muss um sich selbst zu finden.
Man wird fokussiert, die weltlichen Probleme verlieren an Bedeutung. Sie lernen
Schatten kennen, die sich in der Hölle verirrt haben, die Angst haben
wiedergeboren zu werden, die sich eine
Nische geschaffen haben und ein seltsames Nichtleben führen.
Das Konzept der Hölle kennt jeder
Lesende schon aus der griechischen oder ägyptischen Mythologie oder von Dante.
Die Autorin übernimmt vieles
aus diesen Mythen und verwebt es zu einem besonderen Ganzen. Jeder der
Todsünden hat einen eigenen Bereich und erst, wenn ein Verstorbener dort einen
Leistungsnachweis erhalten hat, darf er in einen anderen Bereich weiterziehen,
bis er alle Bereiche geschafft hat und über den Lethe gebracht wird um wiedergeboren
zu werden.
Doch wo Professor Grimes
finden? Was ist seine größte Sünde?
Sanft spricht die Autorin hier
sehr sensible Themen an. Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft. Die Angst
und Unsicherheit vor der Zukunft, die Angst, sich einem Menschen zu öffnen.
Lässt man all Wissenschaftliche weg, ist es die Geschichte zweier jungen
Menschen, die sich selbst finden müssen. Die lernen müssen, an sich selbst zu
glauben und die lernen müssen, dass man das Leben nicht alleine bewältigen
kann.
Mir hat Babel besser gefallen,
weil es sprachlich nicht so abgehoben war, aber vom Grundgedanken her ähnliche
Thema anspricht. Unsicherheit und Angst, Mobbing, Misstrauen, Verrat und das
Erwachsen werden.
Ich denke, es ist ein Buch für junge Menschen. Mit über 60 hat man die Unsicherheiten der Jugend abgestreift, ist sich seiner selbst sicher. Man gibt nicht mehr soviel auf die Meinung anderer, man hat seinen Weg gefunden. Es ist ein langer und steiniger Weg und starten wir nicht alle so wie Peter und Alice? Nur nicht sein wahres Gesicht zeigen, Schwäche verbergen, sich gegeneinander austechen, immer der/die Beste sein wollen.
Fazit:
Ich kann das Buch weder
empfehlen, noch abraten, es zu lesen. Die Grundgeschichte von der Reise in die
Hölle und die Beziehung zwischen Peter und Alice mochte ich. Alles andere war
für mich nur Blendwerk, welches der Geschichte einen außergewöhnlichen Touch
gibt. Ich habe das Buch geschenkt bekommen, beide Vorbesitzer haben es
abgebrochen, obwohl sie Mathematiker sind. Also…keine Ahnung. Ich mochte es letztendlich.
Titel: Katabsis
Autorin: R.F. Kuang
Verlag: Eichborn. HC, 600
Seiten
ISBN: 9783847902164

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