Nach dem Bruch mit seiner Familie lebt Tamas
Bethlen unter falschen Namen in der Kleinstadt Cala Dorada und arbeitet dort
als Anwalt. Er ist spezialisiert auf Finanzwesen, daher überrascht es ihn, als
sein Chef ihn beauftragt, den vorbestraften Blackwood zu vertreten. Dazu kommt
noch die Testamentseröffnung von Martha Cayetana. Beide Aufträge hängen
zusammen, denn es ist Francisco Cayetana, der die Anwaltskanzlei mit der
Vertretung Blackwoods beauftragt hat.
Tamas entschließt sich, Cala Dorada zu
verlassen, bevor seine Tarnung auffliegt und er in Ereignisse hineingezogen wird, die ihn zu
sehr an sein altes Leben erinnern. Aber da ist Sophia Mendoza, die von Martha
im Testament großzügig bedacht wird. Die Cayetana Kindern sind nicht willens,
ihr Erbe einer Fremden zu hinterlassen und sie schrecken vor nichts zurück, um Sophia
zu vertreiben. Je mehr sich Tamas auf den Fall einlässt, desto gefährlicher
wird es für ihn und die junge Frau. Er weiß, dass mächtige Familien wie
die Cayetanas auch vor Mord nicht zurückschrecken werden, um ihr Ziel zu
erreichen. Stammt er doch selber aus einer dieser mächtigen Familien.
Kommentar:
Hier handelt es sich um Contemporary oder zeitgenössische Fantasy, einen Zweig der Fantasy, die in der
realen Gegenwartswelt spielt und magische Elemente mit Alltäglichen verknüpft (
hier habe ich Google gefragt). Zwar spielt die Geschichte 1961, ich denke aber,
dass der Begriff durchaus passend ist.
Dieser Auftaktband von Sonja Tornefeld ist
spannend, kreativ und unterhaltsam Man findet sich sofort zurecht und folgt den
Ereignissen gerne. Das Buch hat nur 272 Seiten, es gibt keine Längen und keine
unnötigen Wiederholungen, das Tempo ist rasant und die Spannung durchgehend
hoch.
Bevor man mit der Geschichte beginnt ist es
ratsam, zuerst das Glossar zu lesen, denn die Autorin führt sehr viele neue
Begriffe ein. Die meisten sind selbsterklärend, aber ich hätte gerne
detaillierte Informationen über die Darkadier gehabt. Wer sie genau sind und
warum sie so mächtig sind. Warum ein
Pakt mit ihnen einem Pakt mit dem Teufel ähnelt. Ich hoffe, die Autorin geht in
den weiteren Bänden mehr in die Tiefe.
Tamas Bethlen, der sich hier Istvan Capulet
nennt, kehrt seiner Familie den Rücken, nachdem seine große Liebe Katharina
„gestorben“ ist. Obwohl sein Vater zu einer der mächtigsten Druidenfamilien
zählt, weigert er sich, seinem Sohn zu helfen und Katharina zu retten.
Tamas führt ein bescheidenes und unauffälliges
Leben in Cala Dorada. Er hat diese Kleinstadt nicht aus Zufall ausgesucht. Ein
Zirkus schlägt dort regelmäßig sein Winterquartier auf und dieser Zirkus
beherbergt eine Hexe, von der sich Tamas Hilfe erhofft. Als er von seinem Chef
die beiden Aufträge erhält weiß er, dass es Zeit ist, seine Zelte in der Stadt
abzubrechen. Er sieht seinem Vater zu ähnlich und wenn er zu tief in die
Angelegenheiten der Familie Cayetana verwickelt wird, kann er seine Tarnung
sicher nicht aufrechterhalten. Denn auch die Cayetanas zählen zu den
Druidenfamilien.
Sophia ist die Tochter der Frau, die Tamas im
Zirkus aufsuchen möchte. Er ist fasziniert von der jungen Frau und wider
besseren Wissens lässt er sich wegen ihr in die Ereignisse hineinziehen. Zu
diesen beiden Charakteren gesellt sich George McKay, dessen Figur zuerst nur
schemenhaft skizziert ist. Er ist immer da, wenn Tamas und Sophia in Gefahr
geraten, doch der Grund seines Handels bleibt im Verborgenen.
Ich bin eher eine Liebhaberin der klassischen
high oder dark fantasy und lese wenig urban fantasy oder moderne fantasy. Umso
überraschter war ich von der Sogwirkung dieser Geschichte und ich war wirklich
enttäuscht, dass es noch keinen Nachschub gibt,
Aber der wird kommen, denn
Sonja Tornefeld hat ein ganzes, komplexes Universum geschaffen, dass sie mit
Leben zu füllen beabsichtigt. Der
Schreibstil ist dem flotten Tempo der Geschichte angepasst, es gibt nur wenige
ruhige Momente. Modern, spritzig und fehlerfrei.
Das Cover ist in verschiedenen rot/schwarz
Tönen gehalten, mit ein wenig Lichteinfall. Es passt sehr gut zu der Stimmung
der Geschichte, die teilweise düster ist, aber immer wieder etwas Aufhellung
bekommt.
Besonderen Spaß machen die Fun&Facts am Anhang, in denen die Autorin noch einige Bonmots rund um die Enstehung der Geschichte zur Verfügung stellt. Und wir bekommen noch einen kurzen Einblick in Band 2, der sich um Byron Blackwood drehen wird.
Ich bedanke mich bei der Autorin für das
Rezensionsexemplar und das ich Teil der Supportgruppe sein durfte. Es handelt
sich um keine Gefälligkeitsrezension, sondern um meine ehrliche (subjektive)
Meinung. Ich mache bei solchen Aktion selten mit, umso glücklicher bin ich,
dass mich diese Geschichte überzeugen konnte.
Wer mehr übber das Universum erfahren möchte, möge auf der Seite phantastopia.de schauen. Die Skizze von Tamas ist von Drew Black
Fazit:
Der Auftakt einer neuen Reihe zu einer Welt,
die der Lesende auf jeden Fall erneut besuchen möchte. Sprachlich und
inhaltlich ist es für mich perfekt und freue mich auf weitere Bände.
Titel: Tango und Tod
Reihe: darakadian tale
Autorin: Sonja Tornefeld
Verlag: Selfpublishing, TB, 273 Seiten
ISBN:




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