22 Mai 2017

Verflucht - Die Ära der Götter Band 1 von Ben Peek



https://www.piper.de/buecher/verflucht-isbn-978-3-492-26971-1
Die Götter haben sich in einem Äonen währenden Krieg selbst vernichtet. Ihre Gebeine liegen über der ganzen Welt verstreut.  Auf ihnen entstehen die Städte der Menschen. Die Menschen leben ohne Götter, auf sich selbst und ihre Fähigkeiten vertrauend. Doch die Götter sind nicht tot, aus den Tiefen der Erde heraus berühren sie noch immer die Wesen der Welt. Männer oder Frauen, die von den Götter berührt  werden und seltsame Fähigkeiten entwickeln, gelten als verflucht. Man meidet sie, hat Angst vor ihnen und vertreibt sie aus der Gesellschaft.
Ayae ist eine dieser Verfluchten. Ihr ruhiges und friedliches Leben ist vorbei, als sie unversehrt aus einem wütenden Feuer auftaucht, ohne eine einzige Brandblase am  Körper.  Die junge Frau verändert sich, in ihrem Zorn kann sie Brände entfachen und sie wird körperlich so schnell, dass man nur noch Schemen von ihr erkennen kann. Feuer ist ein Aspekt des Gottes Ger, der einst Hüter der Elemente war.
Qian nimmt sich der jungen Frau an und versucht ihr zu vermitteln, dass ihre neuen Fähigkeiten kein Fluch sondern eher ein Segen sind.  Qian muss es wissen,
denn er ist selber ein Verfluchter, ein Mann, der schon Jahrtausende auf der Welt wandelt, mal als grausamer Herrscher und Tyrann, mal als Verrückter, eingesperrt in einem Turm und jetzt als Jemand, den die Geschicke der Menschen nicht mehr berühren.
Doch als Mireea, die Heimatstadt der jungen Frau angegriffen wird und ein Krieg ausbricht, kann er sich dem Hilferuf der Menschen von MIreea nicht verschließen und wird wieder einmal in die Machenschaften der Menschheit verstrickt.
Kommentar:
Das Buch ist schön aufgebaut. Jedem Kapitel ist ein Zitat aus dem Buch Qians voran gestellt. Er wird auch der Götterlose genannt, denn er glaubt nicht an eine Widerkehr der Götter oder daran, dass die Verfluchten eines Tages zu Göttern werden. Leider fehlt sowohl eine Karte als auch ein Personenregister, was der Geschichte mehr Tiefe verliehen hätte und dem Leser geholfen hätte, sich in einer ihm völlig fremden Welt zurecht zu finden. Das Cover mag durchaus gut gestaltet sein und den Blick auf sich ziehen aber es passt nicht zur Handlung des Buches.
Die Protagonisten des Buches sind durchaus gut geschildert:
Qian, der mehrere Leben hinter sich hat, der als grausamer uns herrschsüchtiger Tyrann tausende von Leben genommen hat und über mehrere Jahrzehnte in einem Turm gefangen gesetzt wurde, als er seinen Verstand verlor. Er kennt die Zyklen von Krieg und Frieden, den Streit um die Götter und die Herrschaft und er ist des Ganzen überdrüssig. 
Aeya ist als Waise in die Stadt Mireea gekommen, Flüchtling eines grausamen Krieges.  Sie findet in der Stadt auf Gers Rücken eine Heimat, Freunde und einen Geliebten. Doch alles wird bedroht, als sich ihre neue Gabe entfaltet.
Bueralan ist ein Flüchtling, ein Verbannter. Ein ehemaliger Herzog, der sich nun als Söldner verdingt. Seine Truppe ist legendär und er als ehrenhafter Kontraktpartner bekannt.  Er  tritt in die Dienste Lady Wagans und versucht, dass feindliche Heer auszuspähen. Doch dieses Heer schreitet unter dem Namen eines neuen Gottes voran und scheint unüberwindlich.
Hauptmann Heast in einer Veteran zahlreicher Schlachten. Er bereitet die Verteidigung der Stadt vor und schreckt dabei auch nicht vor unkonventionellen Maßnahmen zurück, sehr zum Missfallen der Bürger. Aber in Lady Wagan findet er eine machtvolle Fürsprecherin, die weiß, dass sie dem alten Haudegen und seinen Fähigkeiten vollends vertrauen kann.
Doch obwohl die Hintergrundgeschichten dieser Akteure durchaus interessant ist, berühren die Figuren einen nicht. Alles bleibt oberflächlich und ohne Tiefe, nur Quin schafft es, bei dem Leser Begeisterung zu entfachen.
Wenngleich die Geschichte durchaus Potential hat, schaffte sie es nicht, mich völlig in ihren Bann zu ziehen.  Sie ist teilweise sehr sprunghaft, vor allem die Rückblicke in die Vergangenheit wirken zeitweise etwas wirr und lösen mehr Fragen aus als das sie diese klären. Es ist etwas mühsam, sich in dem ganzen Hin und Her zurecht zu finden und der Lesefluss wird dadurch leider stark gehemmt.  Durch das fehlende Kartenmaterial bekommt man als Leser auch kein Gefühl für die Welt und ihre Proportionen, sie bleibt einem fremd. Doch als Leser sollte man sich in einer neuen Fantasy Welt schnell heimisch fühlen, ansonsten hat das Buch seine Wirkung verfehlt.
Fazit:
Guter Durchschnitt. Aber um den Leser zu fesseln fehlt es an den besonderen Zutaten.
Titel:  Verflucht (Immolation)
Reihe: Die Ära der Götter Band 1
Autor: Ben Peek
Übersetzer: Irene Holicki
Verlag:  Piper, Softcover, 448 Seiten
ISBN: 978-3492269711

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