23 November 2016

Das Gesetz des Chronos von Thomas Thiemeyer



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Nach ihrem letzten Abenteuer ist die Familie Humboldt wieder zu Hause in Berlin. Für Oskar und Charlotte beginnt der langweilige Alltag, der hauptsächlich aus lernen besteht. Doch die beiden jungen Leute merken, dass Professor Humboldt etwas plant, denn er zieht sich auffällig oft zurück und man hört ein Hämmern und Klopfen aus dem Keller. Er verrät ihnen jedoch nicht, an was er gerade arbeitet.

In dieser ruhigen Zeit passiert etwas Schreckliches. Auf Kaiser Wilhelm und seine Gattin Viktoria wird ein Attentat verübt.
Bei der Eröffnung einer neuen Ausstellung im Berliner Museum werden die beiden erschossen, der Täter verschwindet spurlos. Die Freunde erfahren von diesem Anschlag aus der Zeitung. Doch nicht dieser Artikel ist es, der sie aufmerken lässt, sondern der Bericht, dass Professor Humboldt angeblich an einer Zeitmaschine arbeitet. Das sollte eigentlich ein Geheimnis bleiben und vor der Öffentlichkeit verborgen werden, doch ein findiger Reporter hat die Unterlagen im Haus des Professors als das erkannt, was sie sind und das Geheimnis publik gemacht.

Der Forscher und Wissenschaftler ahnt, dass nun große Probleme auf ihn zukommen und er behält Recht. Er wird vor die provisorische Militärregierung zitiert und muss über seine Erfindung Rede und Antwort stehen. Obwohl die Zeitmaschine für den Einsatz bereit ist, schafft es Humboldt, die Männer davon zu überzeugen, dass die Maschine nicht funktioniert und zuviel Strom verbraucht. Er weiß, dass er diese Macht nicht den Politikern überlassen darf. Ein Eingriff in die Zeit und Änderungen in der Zeitlinie können schwere Auswirkungen auf die Gegenwart und Zukunft haben, die nicht absehbar sind. Humboldt möchte auf jeden Fall vermeiden, dass die Zeitmaschine missbraucht wird.

Doch leider ist auch die Verbrecherwelt auf das Gefährt aufmerksam geworden. Humboldt und seine Familie sind nun großen Gefahren ausgesetzt und müssen ihr Leben verteidigen. Ein Verräter in ihrer Mitte macht es ihnen nicht leicht und nun ist all ihr Einfallsreichtum gefragt, um aus dieser schwierigen Situation zu entkommen. Testsprünge in die Zukunft zeigen Humboldt zudem, dass der Bau der Zeitmaschine alleine schon Auswirkungen auf die Entwicklung der Welt hat und er ist nun gezwungen, in die Vergangenheit zu reisen und dort nach einer Lösung für die verzwickte Lage zu finden, in der sich alle befinden.

Kommentar:

Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen, es wird keine Kenntnis der vier vorherigen Bände voraus gesetzt und man hat auch keine Probleme, der Handlung zu folgen, ohne die anderen Bücher zu kennen. Das ist dem Autor gut gelungen, nur selten findet man eine spannende Serie, in der jedes Buch für sich stehen kann. Insgesamt  erinnert das Buch stark an die Abenteuerromane des ausgehenden 19. Jahrhunderts. An Jules Verne oder Henry Rider Haggard. Auch die Bücher von Thiemeyer spielen um 1890 und geben die Atmosphäre der damaligen Zeit gut wieder. Und Humboldt mag als Mix aus Alan Quatermain und Phileas Fogg erscheinen. Ein Mann, der die ganze Welt bereist hat und dadurch Kenntnisse besitzt, die seine Gegner immer wieder vor Überraschungen stellt. Neben seinem Sohn Oskar und seiner Nichte Charlotte leben noch die ehemaligen Bandenmitglieder aus Oskars Vergangenheit in dem Haus, sowie Eliza, eine haitianische Zauberin und Geliebte des Abenteurers. Der Mix aus alten und jungen Leuten exotischen Tieren, aufregenden Abenteuern und bahn brechenden Erfindungen machen das Buch für junge Erwachsene sehr spannend. Obwohl ich die Geschichte ebenfalls gelungen fand, konnte mich das Buch leider nicht wirklich fesseln. Das liegt am Schreib- und Erzählstil des Autors, der doch etwas zäh erscheint. Er beschreibt häusliche Szenen des Alltags sehr detailliert, er verliert sich in winzigen Kleinigkeiten bis hin zur Farbgebung einer Krawatte und das stört den Lesefluss doch erheblich.

Das Buch selber ist sehr schön gestaltet. Der Schutzumschlag ist  bunt und zeigt die Familie in ihrer altmodischen Kleidung, umrandet ist das Bild von Zahnrädern und als Hintergrund sehen wir ein Ziffernblatt. Ein sehr schöner Bezug zum Inhalt. Im Innendeckel ist eine Karte der Stadt Berlin aufgedruckt.

Fazit:

Für junge Leser ein spannendes Abenteuerbuch, das Lust macht, sich auch die anderen Bände zuzulegen.

7 von 10 Sternen

Reihe: Die Chroniken der Weltensucher Band 5

Titel: Das Gesetz des Chronos


Verlag: Loewe, Hardcover, 442 Seiten

ISBN: 978-3-7855-7050-0

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