12 August 2016

Der Inquisitor von Askir von Richard Schwartz



Eines Morgens wacht der junge Dieb Wiesel blutüberströmt neben der Leiche seiner Geliebten auf. Bevor er richtig erwacht, steht schon die Garde parat, um ihn des Mordes zu bezichtigen und festzunehmen. Wiesel, der als Dieb einen leichten Schlaf hat, ist es unverständlich, dass er von dem Eindringling und dem Mord nichts bemerkt hat. Zu seinem Schrecken kommt hinzu, dass sein Äußeres verändert wurde und niemand ihm glaubt, dass er der Bruder der Kaiserin ist. Da der Dieb seine Schwester nicht in die Angelegenheit hineinziehen möchte, bleibt ihm nur eine Chance, seine Unschuld zu beweisen. Er wendet sich an Kyra, die neue Hochinquisitorin. Zusammen mit Stofisk macht sich Kyra auf, die Hintergründe der Intrige aufzudecken, denn ein Anschlag auf Wiesel ist immer auch ein Anschlag auf die junge Kaiserin, deren Krönung kurz bevor steht. Die Art und Weise, wie das Verbrechen verübt wurde, deutet daraufhin, dass ein Magier seine Finger im Spiel hat. Doch außer den Eulen und dem Nekromantenkaiser verfügt kein bekannter lebender Mensch mehr über so viel Macht, um seine Spuren vor den Eulen zu verbergen.
Zu Kyra und Stofisk stößt noch Marla, die zusammen mit Desina und Wiesel aufgewachsen ist , aber einen anderen Lebensweg eingeschlagen hat, als die Kaiserin und der Dieb.


Kommentar:
Der Inquisitor von Askir ist diesmal Wiesel gewidmet. einem meiner Lieblinge dieser Serie, der es an wunderbar ausgearbeiteten Charakteren nicht mangelt. Der Einfallsreichtum des Autors scheint grenzenlos, er lebt regelrecht in der von ihm erschaffenen Welt. Während in den beiden Serien der Fokus auf den Gefährten liegt, kommen in den Einzelbänden die Nebendarsteller zum Zug, die in meinen Augen der Gruppe in nichts nachstehen. Seien es Asela, Wiesel, Marla, Santer oder Desina, sie alle haben schon lange die Herzen der Leser gewonnen und wir widmen ihnen gerne genauso viel Zeit und Aufmerksamkeit wie Havald oder Leandra.
Dieser Einzelband sollte nach Band vier der Götterkriege gelesen werden, denn einige Ereignisse spielen später eine wichtige Rolle bei der Krönungszeremonie. Es werden viele offene Fragen geklärt und der Leser erfährt endlich mehr über Stofisk und Kyra, sowie Marla.
Eine Charaktereigenschaft Wiesels ist es, dass er treu zu seinen Freunden steht. Auch wenn sein Herz Marla gehört, hat er die ermordete Bardin auf seine Art geliebt und der Mord an ihr darf nicht ungesühnt bleiben. Neu beleuchtet wird hier die Beziehung zwischen Marla und Desina, die dunkle und die Lichte Seite der Magie. Die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Marla denkt, dass Sina Wiesel hat hinrichten lassen und somit in die Falles des Mörders getappt ist. Obwohl Marla sehr mächtig ist, kann sie die Illusionen der beiden Eulen nicht durchschauen. Die junge Eule erkennt in Marla zwar eine Dienerin des Namenlosen, doch sie ist sich sicher, dass Marla keine Seelenreiterin ist. Die gemeinsame Suche nach dem Mörder ermöglich es den jungen Frauen, sich auszusprechen und Differenzen zu überwinden.
Desina hat noch an anderer Front zu kämpfen. Der Handelsrat wird immer mächtiger, ihr Anführer ist Handelsherr Rainter von Ulmenhorst. Er interveniert gegen die junge Kaiserin. Da die Staatskassen leer sind, muss Desina immer mehr Kompromisse eingehen und dem Handelsrat weitreichende Zugeständnisse machen, die ihre eigene Macht einschränken. Als das Gerücht aufkommt, dass ein riesenhafter Schatz existiert, welcher der Krone vor hunderten von Jahren auf geheimnisvolle Weise gestohlen wurde, sind sowohl Ulmenhorst als auch Wiesel hinter dem Schatz her. Da Kyras Vater und Stofisk Eltern an der Intrige gegen die Krone beteiligt sind, müssen die beiden jungen Menschen nicht nur den Mörder der Bardin finden sondern auch einen Weg, ihre Eltern vor dem Untergang zu retten. denn auf Verrat an der Krone steht der Tod.
Ich würde jedem Leser der Askir Serie empfehlen, auf diese Zusatzbücher nicht zu verzichten. Sie gehen tiefer in die Details mancher Aspekte und der Autor hat hier viel Zeit, sich auf Nebenschauplätzen auszutoben und uns an weiteren Ideen über seine Welt teilhaben zu lassen. Das kommt man selten geboten. Wie oft fragt man sich als Leser nach dem Ende einer Geschichte, wie es wohl mit einigen Protagonisten weiter geht oder welche Geheimnisse sich hinter einigen Figuren noch verbergen mögen. Hier nimmt sich Richard Schwartz die Zeit, uns einige Charaktere näher zu bringen, die in den Götterkriegen leider zu kurz kommen und seine ganze Welt um einige Facetten zu bereichern. Dabei wiederholt er sich nicht und es wird nie langweilig, im Gegenteil, man wird süchtig nach mehr.
Fazit:
Obwohl ich zu Beginn etwas verhalten war was diese Serie angeht, muss ich zugeben, dass ich mittlerweile ein Fan geworden bin, der ungeduldig auf Neues aus der Welt von Askir wartet. Und dabei müssen es durchaus nicht immer Havald und seine Gefährten sein.
10 von 10 Sternen

Titel: Der Inquisitor von Askir

Reihe: Askir, Zusatzband


Verlag: Piper, TB, 574 Seiten

ISBN: 978-3492269667

2 Kommentare:

  1. Das liest sich interessant :) Herzlichen Dank für die Vorstellung!

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  2. Danke für Deinen Kommentar, insgesamz werden es 17 Rezensionen von Herrn Schwartz werden, da ich die Lythar Chroniken auch gerade lese. Aber Askir ist besser, reifer, erwachsener und ausgefeilter

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