10 Juli 2016

Magische Novembertage von Anke-Höhl Kayser



Marie hasst Sylt, vor allem im  November, der nur regnerische, triste und graue Tage bringt. Aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen, nach der Trennung ihrer Eltern, kann die abgelegene Insel dem Mädchen keinen Trost bieten. Sie vermisst ihren Vater, der in Bochum geblieben ist. Ihre Großmutter hat als praktizierende Tierärztin einen langen Arbeitstag, ihre Mutter lebt in ihren eigenen traurigen Welt und ihre Mitschülerinnen meiden sie, da sie keine gebürtige Sylterin ist.
Das ändert sich von einem Tag auf den anderen, als sie Nis kennenlernt. Augenscheinlich ein Junge, nur wenige Jahre älter als sie. Doch bald stellt sich heraus, dass Nis der Puk ihrer Familie ist und sie von Kindheit auf kennt. Plötzlich kommt Glanz in den November und Marie findet sich in einem Abenteuer wieder, wie es nur in Märchen stattfindet. Zusammen mit Nis, ihrer neuen Freundin Imken und dem Zwerg Finn unternimmt Marie alles, um einen Krieg zwischen Menschen und Zwergen auf der Inseln zu verhindern.
Kommentar:
Das Buch besteht nur aus 172 Seiten und zeigt, dass man sich als Autor auf das Wesentliche beschränken und trotzdem einen wunderbare, humorvolle und spannende Geschichte erzählen kann. Anke Höhl-Kayser bezieht sich in ihrem märchenhaften Buch auf alte Sagen und Märchen, die sich um die Insel Sylt und ihre Entstehung ranken und flechtet diese in eine moderne Welt ein. Eine Welt, in der sich Eltern trennen, ihre Kinder über ihren Kummer vergessen und sie alleine lassen. Der Umzug von Bochum nach Sylt ist für Marie eine schwere Umstellung., denn sie verliert nicht nur ihren Vater sondern auch ihre Freunde und ihre vertraute Umgebung. Bisher kannte sie die Insel Sylt nur im Sommer und der graue November drückt auf ihre ohnehin schon schlechte Stimmung. Sehr bildhaft beschreibt die Autorin den Wutanfall des kleinen Mädchens, der ich sehr gut nachvollziehen konnte. Wer von uns hat nicht aus Wut schon einmal etwas in der Gegend herum geschmissen oder gegen etwas getreten? Anke Höhl-Kayser bedient sich einer sehr einfachen aber bildhaften Sprache, die lebendige Szenen vor dem Auge des Lesers entstehen lassen. Eine Sprache, die für jung und alt geeignet ist und das Buch zu einem kleinen Lesegenuss machen. Ich habe es an einem sonnigen Nachmittag, auf der Hollywoodschaukel sitzend,  gelesen, ohne mich auch nur einen Moment zu langweilen, obwohl ich sicher nicht zur Zielgruppe des Buches gehöre.
Marie, Nis, Imken und Finn werde sehr lebendig beschrieben, man sieht sie als Leser förmlich vor sich und  hofft auf den Erfolg ihres Plans, die Insel vor den Zwergen zu retten.  Vor allem Finn der Dritte hat mein Herz erobert, denn er geht den mutigsten Weg. Hier geht es um Freundschaft, Trost, Abenteuer, Mut, Ehrlichkeit, es ist an den Kindern, den Erwachsenen den Weg zu zeigen.
Das Cover passt zu der märchenhaften Erzählung und stimmt den Leser auf die Geschichte ein.
Fazit:
Dieses kleine Buch bringt Freude und ein paar lichte Augenblicke in das Herz des Lesers. Geeignet für alle Altersgruppen entführt es uns in eine Welt der Sagen und Märchen, denen wir eigentlich längst entwachsen sind, die uns aber dennoch zu verzaubern vermag.
Titel: Magische Novembertage
Verlag: p. machinery Michael Haitel, TB, 172 Seiten
ISBN:9783957650245

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen