10 Juli 2016

Der Erzmagier-Dunkle Götter 3 von Michael Manning



Mordecai und Penny haben es sich auf der Burg der di' Cameron gemütlich eingerichtet und erwarten ihr erstes Kind. Nach der Schlacht müssen Teile der Wehranlagen neu aufgebaut und verbessert werden. Mort hat sich in der Schmiede seines Vaters eine Art Labor eingerichtet und übt sich dort in seinen Fähigkeiten. Kleine Dinge, die den Alltag erleichtern und den Menschen von Washbrook helfen.
Ein Wermutstropfen in dieser entspannten und glücklichen Zeit ist das Schicksal Cyhans. Er sitzt immer noch im Kerker der Burg Lancaster und hat geschworen, den jungen Erzmagier zu töten. Für ihn ist die Auflösung der Bindung ein Sakrileg und widerspricht allem, woran er glaubt. Er ist sich sicher, dass Mordecai eine Gefahr für das ganze Land darstellt und dessen Untergang herbei führen wird.  Doch so langsam kommen dem alten Ausbilder Zweifel, ob die Werte und Traditionen, die er vertritt, nicht auf einer Lüge aufbauen. Er kann keine Anzeichen für einen beginnenden Wahnsinn an dem jungen Magier erkennen, allerdings ist es beunruhigend für alle Bewohner der Burg, wenn sich Mort in der Magie verliert.
Sorgen bereitet dem jungen Paar ihr Freund Marc. Nach dem Verrat  seiner Göttin verfällt er in Depressionen und gibt sich dem Suff hin. Mort muss für seinen Freund eine Aufgabe finden, die ihn heraus fordert und seinen Lebensmut neu weckt.
Doch dunkle Wolken nähern sich Washbrook. Der König kann es nicht dulden, dass der  junger Graf seine Autorität in Frage stellt. Zumal Mort als Held gilt, da er seine Ländereien und dessen  Bewohner erfolgreich gegen einen Angriff verteidigt hat. Es wurden zehntausende von Feinden vernichtet und die Invasion gestoppt, während der König in der Hauptstadt verweilte und nichts gegen die Angreifer unternahm.  Angestachelt von dem Lichtgott Celior, lockt König Edward den jungen Mordecai i eine Falle um ihn endgültig zu vernichten.
Kommentar:
Auch dieser Band ist wieder in zwei Erzählformen aufgeteilt. Mordecai beginnt mit der Geschichte und erzählt, wie er seinen alte Freund Cyhan im Kerker besucht. Wider aller Vernunft lässt er ihn frei und schickt ihn mit einer Botschaft zum König. Mort möchte mit dem König Frieden schließen, braucht aber Sicherheiten für seine Familie und die Bewohner seiner Grafschaft. Er weiß, dass der König eine Bedrohung in ihm sieht, ist sich aber sicher, dass er jedem Angriff auf sich und seiner Familie  entgegen treten kann. Seine Kräfte als Erzmagier geben ihm die Kraft und Sicherheit, allen Gefahren zu trotzen. Er hat jedoch nicht damit gerechnet, dass nicht er das Ziel des ersten Angriffs sein wird und die Lichtgötter sich auf die Seite König Edwards stellen.
Mit dabei sind wieder Rose, Marc und Dorian. Marc ist verzweifelt und voller Kummer. Er zieht sich vor allen zurück und lässt niemanden an sich heran. Doch Mort findet eine Aufgabe, die dem jungen Lancaster neuen Lebensmut gibt.
Rose und Dorian kommen sich langsam näher, doch es liegt an Rose, die Initiative zu ergreifen, da Dorian nicht über seinen Schatten springen kann. Während Rose dem jungen Erzmagier die Wege in der Hauptstadt ebnet, bleibt Dorian in Washbrook um Penny und das Ungeborene zu beschützen. Doch diesmal kann dem gewaltigen Krieger nicht einmal eine verzauberte Rüstung helfen, er unterliegt dem Feind und fällt in die Hände der Seelenfresser.
Zu den ersten beiden Bänden findet hier eine deutliche Steigerung statt. Der Humor bleibt erhalten und bringt den Leser immer wieder zum Lachen.  Mordecai hat seinen Weg gefunden und stellt sich den Herausforderungen der Magie. Dabei bekommt er Hilfe von Moira Centyr, die ihm beweist, dass die Erzmagier früher auch ohne Bindung durchaus in der Lage waren, mächtige Magie zu wirken, ohne den Verstand zu verlieren. Sie erkennt Morts Potenzial  und zeigt ihm, wie er die Kräfte der Erde nutzen kann. Die Bindung reduzierte  lediglich die magischen Kräfte, ein Vorteil für die Könige, die ihre Macht durch die Zauberer bedroht sahen. Mort sieht die Welt nun mit anderen Augen, spürt die Erdkraft, hört den Wind und die Bäume reden. Alles auf der Welt beinhaltet Leben und der junge Erzmagier, beginnt, dies alles zu verstehen und kann die Kräfte der Natur nun so nutzen, wie es ihm mit der Bindung nicht möglich war.
Am Ende des Buches bekommt man das Gefühl dass es nicht alles gewesen sein kann. Und richtig, im englischen Original gibt es zwei weitere Bände, die leider nicht  mehr übersetzt wurden.  So werden Fans verprellt. Nachdem sich die Bände kontinuierlich gesteigert habe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass Band vier und fünf noch viel zu bieten haben. Zumal genug Handlungsstränge übrig bleiben, die ausgebaut werden können.
Jürgen Langowski ist eine spannenden und humorvolle Übersetzung gelungen, die den Flair des Originals behalten hat. Das Cover ist den vorherigen Bänden angepasst und diesmal in einem satten, dunklen grün gehalten. Zum Glück hat Piper hier darauf verzichtet, dass Cover allzu plakativ abzubilden und ist dem Motto gefolgt: Weniger ist mehr.
Ein sehr schönes Zitat in diesem Buch, das die neu gewonnene Reife des jungen Grafen verdeutlicht, lautet:  Blinder Gehorsam ist die Zuflucht des Narren, der Angst hat, selbst nachzudenken.
Eine ungeklärte Frage bleibt: Warum wurde Walter Prathion nie einer Bindung unterzogen oder wenn doch, wer ist sein Bindungspartner?
Fazit:
Man sollte die vorherigen Bände kennen, bevor man zu diesem Buch greift. Aber alle drei Bände zusammen ergeben eine humorvolle, spannende und unterhaltsame Geschichte mit symphytischen Helden, die ihre Menschlichkeit nie verlieren.
8 von 10 Sternen
Titel: Der Erzmagier (the archmage unbound)
Reihe: Dunkle Götter 3
Autor: Michael Manning
Übersetzer: Jürgen Langowski
Verlag: Piper, TB, 544 Seiten
ISBN: 9783492703031

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