14 Mai 2016

die uralte Metropole 3 - Lumen von Christoph Marzi




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Während Arthur Pickwick und Eliza in der Hölle bleiben und ihre Liebsten zu finden hoffen, kehren die Freunde zurück nach London. Die Erkenntnisse und Informationen, die sie letztendlich gewonnen haben, hat sie bis aufs Innerste erschüttert und jeder zieht sich zurück, um seine Wunden zu lecken.

Doch den Gefährten ist keine Ruhe gegönnt. Während Aurora und Emily versuchen, die alte Freundschaft wieder zu finden, die sie einst verband, forschen Wittgenstein und Tristan Marlowe weiter nach den Drahtziehern hinter den ganzen Verschwörungen.

Als urplötzlich ein seltsamer Nebel auftaucht und über die Menschen herfällt, ahnt der Alchemist, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist. Im Gegenteil, Mushroom Manor rüstet auf und hat sich neue Verbündete gesucht, um Manderly Manor die endgültige Niederlage beizubringen. Doch auch Eleonore Manderly lässt sich nicht Lumpen und verbündet sich mit einer uralten Dürre, die schon Sodom und Gomorra vernichtete und die die alte Frau nun auf London loslassen möchte.

Was sollen die Freunde gegen diese Feinde ausrichten? Ein Nebel, der in die Körper der Menschen kriecht, der sie zu willenlosen Geschöpfen macht und dem niemand etwas entgegen zu setzen hat. Und auf der anderen Seite die Dürre, die die Menschen austrocknet und sie zu Staub zerfallen lässt.

Doch auch diesmal sind unsere tapferen Kämpfer nicht ohne Hilfe. Der uralte und legendäre Londoner Nebel, der in jeder Gruselgeschichte seinen Platz hat, möchte den bösen Nebel in seine Schranken weisen. Der Londoner Nebel, genannt Londons Efeu, weiß um seinen guten Ruf und möchte ihn sich durch den Mördernebel nicht zerstören lassen.

Auch El-Khamsin, der Wüstenwind aus dem Paendenomium greift wieder in das Geschehen ein. Überraschenderweise hilft ihnen auch der Nocnista, dem sie in Prag begegnen, wo Emily und Wittgenstein auf der Suche nach Salomons Tempel sind. Als Wittgenstein erkennt, dass die Gabrieliten auf der Seite Lord Mushrooms stehen, bittet er Lord Uriel um Hilfe, denn nur Engel können Engeln im Kampf gegenüber treten. Doch Lord Uriel macht zur Bedingung, dass Luzifer zurückkehrt und die Urieliten in den Kampf führt. Also wird die Suche Liliths nach ihrem Geliebten eine Frage des Überlebens der Menschheit.

Kommentar:

Wie schafft es ein Autor, ein Drittel eines Buches aus Wiederholungen bestehen zu lassen und den Leser trotzdem zu fesseln. Erneut wird uns die Geschichte von Lilith und Lucifer erzählt und auch die Legende vom Nyx und seiner Schwester Hamera lauschen Emily und Aurora zum wiederholten Mal. Doch jedes Mal werden  die Geschichte mit anderen Details gefüllt oder aus einer anderen Sicht geschildert. Nie wird es dem Leser langweilig, auch wenn er altbekanntes liest. Der Facettenreichtum dieser Geschichten sucht seines Gleichen. Der Autor scheint eine unerschöpfliche Phantasie zu besitzen und reißt damit den Leser ins einen Bann.

Die Essenz von allem erinnert etwas an die Braut des Prinzen. Es geht in der Substanz doch immer um wahre Liebe. Wahre Liebe, die zu Opferbereitschaft führt. Wahre Liebe, die aus dem Grab heraus noch Geltung hat. Und wahre Liebe, die in wahren, abgründigen Hass umschlagen kann, sofern sie nicht erwidert wird.

Pickwick sucht seine Schwester Alicia, die als Kind in einem Kaninchenloch verschwand und die seiner Meinung nach in der Hölle landete. Lilith sucht nach Luzifer, ihrer einzigen und wahren Liebe. Lilith ist in dieser Geschichte die tragische Figur, ein sehr ambivalenter Charakter, der mittlerweile über mehr Wissen verfügt, als ein Wesen ertragen kann. Als sie uns in Band eins als Madame Snowhitepink vorgestellt wurde, war sie ein sehr negativer und unsympathischer Charakter, den die Kinder und auch der Leser hassten. Doch im Laufe der Geschichte gewinnt ihre Figur immer mehr an Tiefe und Tragik und wir erkennen, dass sie einzig die Liebe zu dem Lichtlord antreibt. Ohne ihn ist sie nichts.

Diesmal hat der Autor nicht nur Legenden und Märchen neu zum Leben erweckt, auch Unbelebtem verhilft er zu einer Stimme. So dem sehr witzigen und freundlichem Londoner Nebel, der seid Urzeiten über der Themse weht und der Stadt ihren besonderen Charme gibt. Und auch der liebenswerte Wüstenwind ist wieder dabei, der mit Vorliebe in Reimen spricht. Und natürlich dürfen auch Mr. Fox und Mr. Wolf nicht fehlen, die treuen Untergebenen der Lichtlady, die ihr durch die Äonen gefolgt sind und immer auf ihrer Seite stehen.

Die ist der offizielle Abschlussband der Geschichte um die uralte Metropole. Leider bleiben noch einige Fragen offen, die auch andere Leser sicherlich gerne beantwortet hätten. Pigotty hat sich schon um den kleinen Jungen namens Mortimer gekümmert, jetzt umsorgt sie liebevoll dessen Schützlinge. Doch niemand kennt ihre wahre Geschichte. Auch wer hinter der Regentin der uralten Metropole und dem Senat steckt, wird uns nie offenbart. Und die Geschichte des Tristan Marlowe und seine Herkunft bleiben im Ungewissen. Also hoffen wir, dass der Autor sich unserer erbarmt und die Geschichte irgendwann fortsetzt.

Fazit:
Nachdem man diese Trilogie beendet hat fällt man in ein tiefes Loch, denn so schnell wird einen kein anderes Buch wieder so beeindrucken. Eine wunderbare, poetische und spannende Geschichte um Liebe, Freundschaft und Opferbereitschaft. 
10 von 10 Sternen 



Titel: Lumen

Reihe: Die uralte Metropole Band 3

Autor: Christoph Marzi

Illustration und Karte: Dirk Schulz

Verlag: Heyne, 789 Seiten

ISBN: 9783453810813

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